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In einem Schreiben an die Wahldelegierten und Schulelternräte der
hannoverschen Schulen unterstützt der Stadtelternrat Hannover den
Protest. In dem Schreiben heißt es:
Vielen der im Flugblatt aufgeführten Forderungen kann sich der
StER inhaltlich voll anschließen, denn schon vor Jahren wurden diese
Forderungen von Eltern gestellt.
Zudem sind derzeit weitere Änderungen im Niedersächsischen Schulgesetz
vorgesehen, die wir Eltern nicht unwidersprochen hinnehmen können.
Der Erlass Klassenbildung und Lehrerstundenzuweisung an den
allgemeinbildenden Schulen wird jetzt kurzerhand vor den Sommerferien
angepasst und ab sofort soll die Klassenbildung jährlich vorgenommen
werden. Und schon sind theoretisch 190 Lehrerstunden erwirtschaftet, und
zwar auf Kosten der Schüler.
So richtet sich die Klassengröße nach der Zahl der verfügbaren
Lehrerstunden und nicht nach pädagogischen Erfordernissen. Bei schlechter
Haushaltslage oder Lehrermangel wird einfach eine weitere Vergrößerung
der Klassen vorgenommen. Die Verteilung der Lehrerstunden richtet sich
nach wie vor nach der Haushaltslage des Landes (siehe hierzu Brief des
StER an das MK vom 02. Dezember 2003).
Die Abschaffung der Vollen Halbtagsschulen lehnt der StER ab. Die
Umwandlung der Vollen Halbtagsschulen in Verlässliche Grundschulen
bringt den vollständigen Verlust eines zukunftsgerichteten pädagogischen
Konzepts. Der theoretische Gewinn an Lehrerstunden zur Deckung der Unterrichtsversorgung
an weiterführenden Schulen ist jedoch verschwindend gering. Der StER
fordert den Erhalt der bestehenden Vollen Halbtagsschulen. Das ebenfalls
theoretische Überangebot an Grundschullehrkräften sollte, wenn
überhaupt, dazu genutzt werden, die pädagogischen Mitarbeiter
an den Grundschulen im Sinne der Vollen Halbtagsschulen durch Lehrkräfte
zu ersetzen. Eine Forderung des StER aus dem Jahr 2004 lautete: GS-Schüler
brauchen weniger Betreuung, aber mehr Zeit für das Verfestigen der
Grundfertigkeiten.
Bei der geplanten Zusammenarbeit zwischen Hauptschule (HS) und Berufsbildenden
Schulen (BBS) sieht der StER erhebliche Schwierigkeiten und Probleme bei
der Umsetzung, da die Stundentafel der HS durch erhöhte Praxistage
gekürzt wird und somit weniger Zeit für schulische Lernprozesse
zur Verfügung stehen, die diese Schüler jedoch gerade in Jahrgang.
10 benötigen, um höherwertige Abschlüsse zu erzielen. Die
postulierte Durchlässigkeit zwischen den Schulformen ist damit noch
mehr in Frage gestellt, da durch Praxistage Unterrichtsstunden fehlen.
Die Hauptschwäche des deutschen Schulsystems, die Abhängigkeit
der Bildungschancen von der sozialen Herkunft, wird auf diese Weise nicht
abgebaut sondern sogar noch verstärkt.
Zusätzlich wird diese Planung Auswirkungen auf die Lehrerversorgung
und die Schülerbeförderung haben. Die Unterrichtsversorgung
an den BBSen liegt deutlich unter der Unterrichtsversorgung der allgemeinbildenden
Schulen und eine optimale Unterrichtung der HSSchüler an einer BBS
ist aus Sicht der Eltern nicht gesichert. Aufgrund der entstehenden Schülerbeförderungskosten
ist es fraglich, ob den Schülern wirklich, ihren Neigungen und Interessen
entsprechend, die vielfältigen Angebote der BBSen zur Verfügung
stehen werden.
Den Realschulen soll ein berufsorientierter Weg zum Abitur eröffnet
werden - im Gegensatz zum akademischen Weg des Gymnasiums. Auch hier
hält der StER es für kritisch, wenn durch die Stärkung
des praktischen Anteils die allgemeine Schulbildung zu kurz kommt. Die
zukünftige Festlegung auf fachliche Schwerpunkte im Wahlpflichtbereich
der Klassen 9 und 10 ist auf ein Abitur am Fachgymnasium ausgerichtet
und nicht mehr darauf, dass nach dem erweiterten Sek IAbschluss die allgemeine
Hochschulberechtigung an einem Gymnasium erworben wird. (die Schulen sollen
mindestens zwei Profile von vier möglichen anbieten: Wirtschaft,
Technik, Soziales und Fremdsprachen)
Der Stadtelternrat Hannover lehnt die generelle Festlegung des Abiturs
nach 12 Schuljahren an den Gesamtschulen ab. Zentrale Bestandteile
des pädagogischen Konzeptes einer IGS sind ausdrücklich das
gemeinsame Lernen in leistungsheterogenen Gruppen und die Entscheidung
über einen zu erreichenden Abschluss möglichst lange offen zu
halten. Der gemeinsame Unterricht in der Sekundarstufe I ist nicht nur
für die Entwicklung von Schülern, die mehr Lernzeit benötigen,
mit Migrationshintergrund, aus bildungsferneren Schichten oder für
Schüler mit Teilleistungsschwächen förderlich, sondern
begünstigt auch die Lern- und Persönlichkeitsentwicklung der
"stärkeren" Schüler in besonderer Weise. Integrierte
Gesamtschulen ermöglichten vielen Schülern einen höheren
Bildungsabschluss zu erwerben, als ihnen nach den Grundschulempfehlungen
zugetraut wurde. Die Anhebung der Wochenstundenzahl und die damit einhergehende
Separierung der potentiellen Abiturienten bedeutet, dass das pädagogische
Konzept der IGS zerschlagen wird.
Bitte unterstützen Sie die Schüler und Studenten in ihren Forderungen,
indem Sie den Termin der Demo in der Schule bekannt geben.
Für Rückfragen stehen wir gern zur Verfügung.
Mit freundlichen Grüßen
im Auftrag Der Vorstand des Stadtelternrates Hannover Garnet Eichholz
Richard Lochte Sabine Weber Hubert Friedrich Matthias Störmer
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