KONZEPT der niedersächs. Landesregierung 2009
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>> zum PROTEST gegen die Einführung des TURBO-ABIs an Gesamtschulen
>> zum PROTEST gegen die Unterrichtsausfall im Jahr 2009
>> zum PROTEST gegen das 13-Punkte-Programm der Landesregierung 2009
 
Mi, 17.06.2009, 11:55 Uhr Bundesweiter Bildungsstreik auf dem Klagesmarkt

Bundesweit ist Protest gegen die Bildungspolitik angesagt. In Hannover organisiert das B-Team mit Bündnispartnern in der Woche vom 13.06. bis 19.06. ein reichhaltiges Programm, um auf notwendige Veränderungen in der Bildungspolitik aufmerksam zu machen. Höhepunkt ist die Demo in Hannover am 17.06.2009 "Fünf vor Zwölf" auf dem Klagesmarkt .

... „Für kostenlose Bildung und volle Lernmittelfreiheit! Büchergeld, Kita- und Studiengebühren abschaffen!
Für eine Neugestaltung der Oberstufe und eine Verlängerung der Bildungsdauer! Für das gemeinsame Lernen! Nein zu Profi loberstufe und Abitur nach 12 Jahren!
Nein zu Selektion und sozialer Ausgrenzung! Wir fordern ein soziales Bildungssystem, das alle SchülerInnen und Studierenden entsprechend ihrer individuellen Fähigkeiten fördert und nicht nach ihrer sozialen Herkunft selektiert! ....“

>> Flyer für die Demo am 17.06.2009 (pdf, 159 kb) >> Homepage des B-Teams
>> Programm vom 13. - 19.06.2009 (pdf, 41 kb) >> Tabellarische Übersicht vom 15.-19.06.2009 (pdf, 161 kb)
>> GEW zum Bildungsstreik 2009 (pdf, 51 kb) >> GEW - Infos für Lehrkräfte zum Bildungsstreik (pdf, 98 kb)
 
Mi, 17.06.2009, 11:55 Uhr Der Stadtelternrat Hannover unterstützt den Protest

In einem Schreiben an die Wahldelegierten und Schulelternräte der hannoverschen Schulen unterstützt der Stadtelternrat Hannover den Protest. In dem Schreiben heißt es:

Vielen der im Flugblatt aufgeführten Forderungen kann sich der StER inhaltlich voll anschließen, denn schon vor Jahren wurden diese Forderungen von Eltern gestellt.
Zudem sind derzeit weitere Änderungen im Niedersächsischen Schulgesetz vorgesehen, die wir Eltern nicht unwidersprochen hinnehmen können.

Der Erlass „Klassenbildung und Lehrerstundenzuweisung an den allgemeinbildenden Schulen“ wird jetzt kurzerhand vor den Sommerferien angepasst und ab sofort soll die Klassenbildung jährlich vorgenommen werden. Und schon sind theoretisch 190 Lehrerstunden erwirtschaftet, und zwar auf Kosten der Schüler.
So richtet sich die Klassengröße nach der Zahl der verfügbaren Lehrerstunden und nicht nach pädagogischen Erfordernissen. Bei schlechter Haushaltslage oder Lehrermangel wird einfach eine weitere Vergrößerung der Klassen vorgenommen. Die Verteilung der Lehrerstunden richtet sich nach wie vor nach der Haushaltslage des Landes (siehe hierzu Brief des StER an das MK vom 02. Dezember 2003).
Die Abschaffung der Vollen Halbtagsschulen lehnt der StER ab. Die Umwandlung der Vollen Halbtagsschulen in Verlässliche Grundschulen bringt den vollständigen Verlust eines zukunftsgerichteten pädagogischen Konzepts. Der theoretische Gewinn an Lehrerstunden zur Deckung der Unterrichtsversorgung an weiterführenden Schulen ist jedoch verschwindend gering. Der StER fordert den Erhalt der bestehenden Vollen Halbtagsschulen. Das ebenfalls theoretische Überangebot an Grundschullehrkräften sollte, wenn überhaupt, dazu genutzt werden, die pädagogischen Mitarbeiter an den Grundschulen im Sinne der Vollen Halbtagsschulen durch Lehrkräfte zu ersetzen. Eine Forderung des StER aus dem Jahr 2004 lautete: GS-Schüler brauchen weniger Betreuung, aber mehr Zeit für das Verfestigen der Grundfertigkeiten.
Bei der geplanten Zusammenarbeit zwischen Hauptschule (HS) und Berufsbildenden Schulen (BBS) sieht der StER erhebliche Schwierigkeiten und Probleme bei der Umsetzung,
da die Stundentafel der HS durch erhöhte Praxistage gekürzt wird und somit weniger Zeit für schulische Lernprozesse zur Verfügung stehen, die diese Schüler jedoch gerade in Jahrgang. 10 benötigen, um höherwertige Abschlüsse zu erzielen. Die postulierte Durchlässigkeit zwischen den Schulformen ist damit noch mehr in Frage gestellt, da durch Praxistage Unterrichtsstunden fehlen. Die Hauptschwäche des deutschen Schulsystems, die Abhängigkeit der Bildungschancen von der sozialen Herkunft, wird auf diese Weise nicht abgebaut sondern sogar noch verstärkt.
Zusätzlich wird diese Planung Auswirkungen auf die Lehrerversorgung und die Schülerbeförderung haben. Die Unterrichtsversorgung an den BBSen liegt deutlich unter der Unterrichtsversorgung der allgemeinbildenden Schulen und eine optimale Unterrichtung der HSSchüler an einer BBS ist aus Sicht der Eltern nicht gesichert. Aufgrund der entstehenden Schülerbeförderungskosten ist es fraglich, ob den Schülern wirklich, ihren Neigungen und Interessen entsprechend, die vielfältigen Angebote der BBSen zur Verfügung stehen werden.
Den Realschulen soll ein berufsorientierter Weg zum Abitur eröffnet werden - im Gegensatz zum akademischen Weg des Gymnasiums.
Auch hier hält der StER es für kritisch, wenn durch die Stärkung des praktischen Anteils die allgemeine Schulbildung zu kurz kommt. Die zukünftige Festlegung auf fachliche Schwerpunkte im Wahlpflichtbereich der Klassen 9 und 10 ist auf ein Abitur am Fachgymnasium ausgerichtet und nicht mehr darauf, dass nach dem erweiterten Sek IAbschluss die allgemeine Hochschulberechtigung an einem Gymnasium erworben wird. (die Schulen sollen mindestens zwei Profile von vier möglichen anbieten: Wirtschaft, Technik, Soziales und Fremdsprachen)
Der Stadtelternrat Hannover lehnt die generelle Festlegung des Abiturs nach 12 Schuljahren an den Gesamtschulen ab.
Zentrale Bestandteile des pädagogischen Konzeptes einer IGS sind ausdrücklich das gemeinsame Lernen in leistungsheterogenen Gruppen und die Entscheidung über einen zu erreichenden Abschluss möglichst lange offen zu halten. Der gemeinsame Unterricht in der Sekundarstufe I ist nicht nur für die Entwicklung von Schülern, die mehr Lernzeit benötigen, mit Migrationshintergrund, aus bildungsferneren Schichten oder für Schüler mit Teilleistungsschwächen förderlich, sondern begünstigt auch die Lern- und Persönlichkeitsentwicklung der "stärkeren" Schüler in besonderer Weise. Integrierte Gesamtschulen ermöglichten vielen Schülern einen höheren Bildungsabschluss zu erwerben, als ihnen nach den Grundschulempfehlungen zugetraut wurde. Die Anhebung der Wochenstundenzahl und die damit einhergehende Separierung der potentiellen Abiturienten bedeutet, dass das pädagogische Konzept der IGS zerschlagen wird.
Bitte unterstützen Sie die Schüler und Studenten in ihren Forderungen, indem Sie den Termin der Demo in der Schule bekannt geben.

Für Rückfragen stehen wir gern zur Verfügung.
Mit freundlichen Grüßen
im Auftrag Der Vorstand des Stadtelternrates Hannover Garnet Eichholz Richard Lochte Sabine Weber Hubert Friedrich Matthias Störmer

>> Schreiben des Vorstands des Stadtelternrates vom 12.06.2009 zur Bildungsdemo >> Homepage des B-Teams
 
NP, 30.05.2009 Menschenkette gegen Turbo-Abi am Di, 02.06.2009, 11:30 Uhr

HANNOVER. In gut zwei Wochen soll das Turbo-Abi für Gesamtschulen im Landtag beschlossen werden. Am Dienstag wird die Anhörung im Kultusausschuss fortgesetzt. Zeitgleich planen Eltern, Lehrer und Schüler erneut eine große Demonstration (NP berichtete).
„Wir wollen versuchen, eine Menschenkette von der Marstallbrücke bis zur Karmarschstraße/Ecke Leinstraße zu bilden“, so Nils Johannsen vom Bündnis „Neue IGS jetzt“. Die Zufahrt zum Landtag muss laut Polizeiauflage frei bleiben, die Schlossstraße ist Bannmeile. Treffpunkt: 11.30 Uhr am Hanns-Lilje-Platz.
Zur Abschlusskundgebung gegen 13 Uhrwerden Mitglieder des Kultusausschusses als Redner erwartet werden. kra

"Unsere zentralen Forderungen:

· Stopp der Novellierung des Nds. Schulgesetzes!
· Stopp des "Turbo-Abiturs an Gesamtschulen"!
· Einrichtung eines Bildungsgipfels!

Die Zeit ist knapp!
Am 02.Juni und am 04.Juni 2009 tagt der Kultusausschuss des Landtages und berät weiter über die Novellierung des Nds. Schulgesetzes, bevor es dann am 16.06. oder 17.06.09 im Landtag verabschiedet werden soll." (aus dem Aufruf)

 
HAZ, 30.05.2009 Volksbegehren gegen neues Schulgesetz?

5000 Petitionen eingegangen - von Saskia Döhner

Hannover. Der Widerstand gegen das neue Schulgesetz wächst weiter. Die Zahl der Petitionen ist mittlerweile auf knapp 5000 gestiegen. Dies grenzt nach Angaben von Landtagssprecher Franz Rainer Enste an einen Rekord. Bei anderen kontroversen Themen wie dem Nichtraucherschutzgesetz seien es nur halb so viele Petitionen gewesen. Umstritten ist vor allem die Einführung des Turbo-Abiturs an Gesamtschulen und die Umwandlung der Vollen Halbtagsschulen in Verlässliche Grundschulen. Nach der zweitägigen Anhörung in dieser Woche hatten CDU und FDP angekündigt, generell bei ihrem Kurs bleiben zu wollen.
Nun suchen die Kritiker nach anderen Formen des Protests.
„Wir werden alle Möglichkeiten ausloten“, sagte Ina Korter, die bildungspolitische Sprecherin der Grünen, am Freitag in Hannover. Dies könnten politische Änderungsanträge zum Gesetzentwurf, aber auch Resolutionen oder Demonstrationen sein. Am Dienstag, wenn die Beratung im Schulausschuss weitergeht, wollen Eltern eine Menschenkette um den Landtag bilden und so gegen die Pläne der Regierungsfraktionen protestieren.
Der Vorsitzende des Landeselternrats, Pascal Zimmer, hat unterdessen die Forderung nach einem Bildungsgipfel erneuert. „Ich setze auf Vernunft“, sagte er. Andernfalls müsse man aber auch über ein mögliches Volksbegehren nachdenken.
Allerdings sind die Hürden dafür hoch. Zehn Prozent der Wahlberechtigten, also rund 600 000 Unterschriften, wären dafür nötig.

Auch Helga Akkermann, Vorsitzende des Schulleitungsverbandes, sagte, sie setze auf Gespräche: „Ich weiß, dass man Überzeugungsarbeit leisten muss und dass dies lange dauern kann.“ Bevor man auch an Gesamtschulen das Abitur nach zwölf Jahren einführe, solle man erst einmal die Auswirkungen an den Gymnasien abwarten. Im Jahr 2011 wird der erste Jahrgang in Niedersachsen das verkürzte Abitur absolvieren. Aber bereits jetzt zeichne sich ab, dass die Zahl der Sitzenbleiber steigt, hieß es diese Woche in der Anhörung im Schulausschuss wiederholt.
Auch bei der Unterrichtsversorgung könnten die Probleme größer werden als bisher angenommen
. Einige hundert Lehrer wollen die Ablehnung ihrer Teilzeitanträge nicht hinnehmen und haben die Personalräte eingeschaltet. Derzeit laufen in Hannover, Lüneburg, Braunschweig und Osnabrück Verhandlungsgespräche mit den Schulbezirkspersonalräten. Das Ministerium spricht von rund 200 strittigen Fällen. In Kritikerkreisen ist sogar von 500 die Rede. SPD-Bildungsexpertin Frauke Heiligenstadt sagte, allein im Bezirk Lüneburg hätten rund 150 Lehrer gegen die Ablehnung ihrer Teilzeitanträge Einspruch eingelegt.

 
Materialien zum Konzept der niedersächsischen Landesregierung 2009
13.03.2009

SPD-Fraktion im Niedersächsischen Landtag >> Zukunft der Bildung in Niedersachsen - Der Weg zu einem regional angepassten, vollständigenund stabilen Bildungssystem in Niedersachsen (pdf, 156 kb). Eine Stellungnahme der SPD-Landtagsfraktion zum Konzept der Landesregierung..

06.03.2009 Fraktion der Grünen im Niedersächsischen Landtag >> Zentrale Forderungen des bildungspolitischen Krisen- und Strategiegipfels vom 06. März 2009 (pdf, 29 kb). Ergebnis einer Anhörung des Schulleitungsverbandes Niedersachsen, des Verbandes Bildung und Erziehung, der Gemeinnützigen Gesellschaft Gesamtschulen Niedersachsen, der Gewerkschaft Erziehung & Wissenschaft, des Landeselternrates und des Landesschülerrates
05.03.2009 Dr. Dieter Galas >> Bleiben die IGS "Integrierte" Gesamtschulen ? - Überlegungen zur Absicht der Landesregierung, an den niedersächsischen IGS das Abitur nach zwölf Jahren einzuführen (pdf, 29 kb).
04.03.2009 Herbert Kastner >> "Bildungsland Niedersachsen - Erfolge und Herausforderungen" - Stellungnahme zum Bericht des Nds. Kultusministeriums vom 24.02.2009 (pdf, 20 kb).
24.02.2009 Niedersächsisches Kultusministerium >> Bildungsland Niedersachsen - Erfolge und Herausforderungen (pdf, 94 kb).
 
21.03.2009 Nein! Zum Turbo-Abitur an IGSen und KGSen
Aufruf zur Demonstration am 21. März 2009 um 14 Uhr auf dem Opernplatz

Die niedersächsische Landesregierung plant die Einführung des Turbo-Abiturs an den IGSen und KGSen. Dies bedeutet, dass die Lernzeit von 13 auf 12 Jahre verkürzt wird. Der Lernstoff jedoch bleibt derselbe. Die Schüler_innen sind somit einem erhöhten/enormen Leistungsdruck ausgesetzt, dem viele nicht standhalten können.
An den Gymnasien wurde eine solche Entscheidung bereits im Jahr 2007getroffen und wird 2011 in Kraft treten. Deshalb melden viele Eltern ihre Kinder an Gesamtschulen an. Sie möchten ihren Kindern die Möglichkeit geben sich ein Jahr länger entfalten zu können.
Grund dieser Demonstration ist, dass das Konzept von Gesamtschulen mit der Einführung dieses Abiturs komplett zunichte gemacht werden würde.

Die Sekundarstufe I würde sich bis zur Unkenntlichkeit verändern. Schüler_innen, die einmal das Abitur machen sollen, müssten schon frühzeitig gesondert unterrichtet und aus dem integrativen Unterricht und Schulleben selektiert werden. An eine gemeinsame Ganztagserziehung wäre nicht mehr zu denken: „Gymnasialschüler_innen“ hätten einen anderen Stundenplan als ihre Mitschüler_innen. Endgültig getrennt würden sie am Ende des 9. Jahrgangs. Letztendlich bedeutet dies, dass das gegliederte Schulsystem in die IGS Einzug hält und sie in ihrer Substanz und in ihrem Wesen zerstört..

Wir sagen NEIN zum Turbo-Abitur und nehmen eine solche Entscheidung nicht hin!
Wir wollen keine Selektion, sondern Integration in Schulen und im Berufsleben!
Wir kriegen nur, wofür wir kämpfen!

Deshalb kommt alle

am 21. März 2009 um 14 Uhr zum Opernplatz

um gemeinsam mit uns auf die Straße zu gehen, denn: Gemeinsam sind wir stark!!!

Zusammenschluss der Schülervertretungen aller IGSen aus Hannover

>> Flyer für die Demo der Schülervertretungen am Sa, 21.03.2009, 14:00 Uhr, Opernplatz

 
HAZ, 18.03.2009 Schulkonzept, die Zweite

CDU und FDP korrigieren das Maßnahmenpaket zur Unterrichtsversorgung

VON SASKIA DÖHNER
Hannover. Kleinere Klassen und mehr Entlastung für Schulleiter etwa durch die Einstellung von Verwaltungskräften wird es in Niedersachsen nicht vor 2011 geben. „Unser oberstes Ziel ist die Unterrichtsversorgung“, sagte CDU-Fraktionschef
David McAllister am Dienstag in Hannover, als die Regierungsfraktionen ihr Schulkonzept präsentierten. Er fügte aber hinzu: „Die Botschaften des Schulleitungsverbandes und der Direktorenvereinigung sind bei uns angekommen.“
Beide Organisationen hatten in den vergangenen Wochen wie andere Verbände und die Opposition scharfe Kritik am Maßnahmenpaket der Landesregierung geübt.
CDU und FDP haben das Konzept nun in einigen Punkten entschärft. Vier Unionsabgeordnete wollten das allerdings nicht mittragen und stimmten in der gestrigen Fraktionssitzung mit Nein.
Vor allem der Plan von Kultusministerin Elisabeth Heister-Neumann (CDU), Hauptschüler in Klasse 9 und 10 nach dem sogenannten Neustädter Modell zwei Tage in der Woche in Berufsschulen zu unterrichten, war auf Ablehnung gestoßen. Es gehe nicht darum, das „Neustädter Modell“ zwangsweise in allen Hauptschulen einzuführen, betonte FDP-Fraktionsvorsitzender Jörg Bode gestern. Es gehe um die Verzahnung von Schule und beruflicher Bildung. Wo es bereits gute Projekte gebe, sollten diese natürlich nicht ersetzt werden.
Die Realschulen sollen eine Art Spagatfunktion übernehmen, indem sie einerseits Schülern den Anschluss an die gymnasiale Oberstufe ebnen, andererseits durch mehr gemeinsamen Unterricht mit Hauptschulen (außer in den Kernfächern Deutsch, Mathematik und Englisch) besser aufs Berufsleben vorbereiten.
Der gemeinsame Unterricht dürfe nicht zum Sparen dienen, sagte Bode. Massiven Ärger hatte auch das Vorhaben der Regierung ausgelöst, die sehr gut ausgestatteten rund 100 Vollen Halbtagsschulen zum 1. August 2009 in
Verlässliche Grundschulen umzuwandeln. Nach dem Willen von CDU und FDP soll dieser Schritt jetzt um ein Jahr verschoben werden. McAllister lobte zwar das „sehr wertvolle pädagogische Konzept“, an der Umwandlung führe aber kein Weg vorbei. Abgerückt sind die Fraktionen auch von dem Plan des Kabinetts, die Anrechnungsstunden für Beratungslehrer von drei auf zwei zu kürzen. Beim Turboabitur an Gesamtschulen bleiben CDU und FDP allerdings hart – trotz der heftigen Proteste von Eltern, Schüler und Lehrern. „Das wird kommen“, sagten McAllister und Bode. Es sei ein klarer Fehler gewesen, das verkürzte Abitur an den Gymnasien einzuführen, ohne vorher den Lehrplan entrümpeln.
„Wir sind nicht gegen Gesamtschulen“, hob McAllister hervor. Die Opposition und die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) sehen das jedoch ganz anders. Sie zeigten sich von den Nachbesserungen der Regierungsfraktionen enttäuscht. Die Unterrichtsversorgung an den Gymnasien, vor allem in der Oberstufe, sei überhaupt nicht gesichert, sagt GEW-Vorsitzender Eberhard Brandt gestern: „Im Sommer wird es krachen.“

 
HAZ, 09.03.2009 Protestwelle gegen Schulpolitik
Bündnis plant Aktionen im ganzen Land

Von SASKIA DÖHNER. Hannover. Der Widerstand gegen die Bildungspolitik der Landesregierung formiert sich. Nach einem Treffen mit Bildungsverbänden, dem Landesschüler- und dem Landeselternrat kündigte die bildungspolitische Sprecherin der Grünen, Ina Korter, einer Protestwelle an. Es seien in diesem Frühjahr dezentrale Aktionen im ganzen Land und eine Großdemonstration in Hannover geplant. Die Schulpolitik von Ministerin Elisabeth Heister-Neumann (CDU) sei desolat und ohne wirkliche Konzepte, kritisierte Korter. Das jüngste Maßnahmenpaket zur Sicherung der Unterrichtsversorgung habe da Fass dannvöllig zum Überlaufen gebracht.

Der Widerstand der Verbände richtet sich vor allem gegen die Einführung des Turboabiturs auch an Gesamtschulen. Dies sei eine Missachtung des Elternwillens, hieß es. Auch die Umwandlung der Vollen Halbtagsschulen in Verlässliche Grundschulen ist umstritten, zumal der frühere Kultusminister Bernd Busemann (CDU) diesen Reformschulen Bestandsschutz zugesichert hatte. Kritik gibt es auch an dem Plan, nach dem sogenannten Neustädter Modell Hauptschüler in der 9. und 10. Klasse an zwei Tagen in der Woche in Berufsschulen zu unterrichten. "Damit macht man die Hauptschulen zu Berufsschulen", sagte Korter. Dies laufe dem ebenfalls im vorgesehenen Ausbau des gemeinsamen Unterrichts von Haupt- und Realschülern zuwider. Auch in den Fraktionen von CDU und FDP gibt es Ärger um die Schulpolitik. Nachdem man sich in einer gemeinsamen Sitzung vergangene Woche nicht auf einen Beschluss einigen konnte, ist für morgen eine "offene" Sitzung des Arbeitskreises Kultus geplant.

 
27.02.2009 Landeselternrat Nds: "Vorfahrt für Rückschritt"
Landeselternrat Niedersachsen, Presse-Information, 27.02.2009

Der Landeselternrat Niedersachsen ist von dem Aktionsprogramm „Vorfahrt für Bildung“ zur Sicherstellung des Unterrichts und der Unterrichtsqualität maßlos enttäuscht. Anstelle eines Konzeptes aus einem Guss ist das Programm ein hilfloses Zusammenstellen einzelner, kleiner Maßnahmen, die teilweise nur auf dem Prinzip Hoffnung beruhen und vielfach zu Lasten der Schülerinnen und Schüler und der Lehrkräfte gehen. Eine klare Vorfahrtregelung für Bildung und Bildungsqualität ist nicht zu erkennen, der Landeselternrat befürchtet in diesem Regelungsdurcheinander massive „Vorfahrtverletzungen“, die bis zum Bildungskollaps führen könnten.

Die Verkürzung der Schulzeit an den Integrierten Gesamtschulen passt überhaupt nicht in den Kontext Bildungsland und Unterrichtssicherung, da sie statt zu einer Unterrichtsentlastung bis 2018 zu einer Mehrbelastung an Lehrerstunden führen wird, analog zur Einführung des G8 an den Gymnasien. Hatte der niedersächsische Gesetzgeber den Integrierten Gesamtschulen 2003 bei der Schulstrukturreform noch bescheinigt, dass sie auf Grund ihrer heterogenen Schülerschaft ein Jahr mehr Zeit bis zum Abitur benötigen, sind pädagogische Gründe in dieser Ankündigung nicht mehr zu erkennen. Der Wille * vieler Eltern, ihren Kindern einen ruhigeren, dafür aber längeren Weg bis zum Abitur über die Gesamtschulen zu ermöglichen, wird durch diese Entscheidung mit den Füßen getreten. Es kann nur der Eindruck entstehen, dass diese Landesregierung einer Schulform, die in immer stärkerem Maße angenommen und nachgefragt wird, bewusst schaden will, und damit auch den Schülerinnen und Schülern an den Integrierten Gesamtschulen. Die geplante angebliche Gleichbehandlung zweier didaktisch völlig unterschiedlich aufgebauter Schulformen zeugt nur von der pädagogischen Unwissenheit unserer Landesregierung. Der Landeselternrat lehnt diese ideologisch bedingte Gleichmacherei auf das Entschiedenste ab!

Landeselternrat Niedersachsen, Königstr.19, 30175 Hannover, Tel. 0511-64643680, E-Mail: Poststelle@ler.niedersachsen.de
Vorsitzender: Matthias Kern