GESAMTSCHULEN
 

Welche Schule für mein Kind ? Beschreibungen + INFO-Tage 2012 als PDF

Erschienen am 11.01.2012 in HAZ und NEUER PRESSE

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17.03.2012 Eine Schule kämpft ums Überleben - Oberschule tragende Säule des Schulwesens
17.03.2012, MK Nds. Eine Schule kämpft ums Überleben / Die Oberschule - eine Art Gesamtschule (pdf, 27 kb) ... Bei der SPD in Misburg-Anderten sind sie immer noch verärgert. Die rot-grüne Ratsmehrheit hat kürzlich genauso wie die Stadtverwaltung die Einrichtung einer Oberschule in Anderten abgelehnt. Die Schulform ist in Hannover nicht erwünscht. ... In Anderten kämpft solch eine kleine engagierte Hauptschule ums Überleben. Die Pestalozzischule erhofft sich als Oberschule bessere Bedingungen für ihre Schüler. Das Land stattet diese Schulen, in die Haupt- und Realschüler gemeinsam gehen, mit Sozialarbeitern und Ganztagsunterricht aus.... Neue Integrierte Gesamtschulen (IGS) müssen dagegen fünf Klassen pro Jahrgang aufweisen - so schreibt es das Land vor.... Zudem wollen SPD und Grüne mit Eltern und den Schuleltern in Misburg-Anderten über Perspektiven reden. Es geht auch darum, dass Vorschriften zur Mindestgrpße von Gesamtschulen nicht in Stein gmeißelt seien. In Anderten hoffen sie jetzt auf eine kleine IGS. Dafür aber müsste wohl zunächst die SPD die Landtagswahl gewinnen.
19.02.2012, MK Nds. Oberschule wird tragende Säule des Schulwesens (pdf, 47 kb) ... Im kommenden Schuljahr 2012/2013 wird es mindestens 213 Oberschulen in Niedersachsen geben. .. Im weiterführenden Bereich (ab Schuljahrgang 5) wird die Oberschule nach den Gymnasien die am häufigsten vertretene Schulform sein - häufig lassen kommunale Schulträger Hauptschulen, Realschulen oder zusammengefasste Haupt- und Realschulen auslaufen, wenn sie vor Ort eine Oberschule gründen....
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17.01.2012, HAZ Vorrang für Gesamtschulen

Die Stadt Hannover will zum Schuljahr 2013/2014 zwei weitere Integrierte Gesamtschulen gründen.

Als Standorte prüft die Verwaltung die Bertha-von-Suttner-Schule in der Südstadt und das Schulzentrum Bothfeld. „Die Schulen haben bereits beschlossen, dass sie IGS werden wollen. Die Bezirksräte haben auch zugestimmt“, sagt Schuldezernentin Marlis Drevermann. Mittelfristig sei sogar ab 2016 der Start einer weiteren IGS möglich.

„Die IGS-Gründungen haben erhebliche Auswirkungen, besonders auf Hauptschulen und Realschulen. Wir haben in den vergangenen Jahren gesehen, dass Gesamtschulen anderen Schulen Schüler entziehen“, sagt Drevermann. Mit der IGS-Gründung würden in Bothfeld die Ada-Lessing-Schule (Hauptschule) und die Lotte-Kestner-Schule (Realschule), in der Südstadt die Bertha-von-Suttner-Schule (Haupt- und Realschule) schrittweise auslaufen. Da bereits einige andere Schulen vor der Auflösung stehen, gäbe es in Hannover am Ende nur noch zwei Hauptschulen, fünf Realschulen sowie eine Haupt- und Realschule.

Grundlage der Pläne ist eine Umfrage unter den Eltern aller 16.000 Grundschüler. 64 Prozent der Befragten haben den Fragebogen zurückgegeben. Von den 10.000 Teilnehmern wollten 55 Prozent ihr Kind auf eine IGS schicken. Die Stadt geht daher davon aus, dass die bestehenden neun IGSen die Nachfrage auch weiterhin nicht decken können. Dieses Schuljahr bekamen 200 Kinder keinen Platz an einer IGS.

>> www.haz.de, 16.01.2012, 20:57 Uhr: Stadt schafft Platz für immer mehr Schüler
 
 
08.11.2011, HAZ Umfrage belegt große Nachfrage / Eltern in Hannover wollen weitere Gesamtschule

Von Bärbel Hilbig - Die Eltern in Hannover setzen laut einer neuen Umfrage weiter stark auf Integrierte Gesamtschulen. Da selbst die inzwischen neun IGS nicht ausreichen, will die Stadt eine zehnte Gesamtschule gründen. Die Schulverwaltung hat im September alle Eltern der 16.300 Grundschüler von der ersten bis vierten Klasse nach ihren Wünschen befragt.

Hnnover. 64 Prozent der Familien füllten den Fragebogen aus. 5720 Familien und damit 55 Prozent der 10.340 Teilnehmer der freiwilligen Umfrage wollen ihre Kinder an einer IGS anmelden. Pro Jahrgang wären das bei simpler Teilung der Gesamtzahl 1430 Kinder. Die bestehenden IGS können jedoch zusammen nur 1300 Fünftklässler aufnehmen.

„Wir werden mindestens die Einrichtung einer weiteren Integrierten Gesamtschule beantragen“, sagt Schuldezernentin Marlis Drevermann. Das Ergebnis sei eine Bestätigung für die hervorragende Arbeit der hannoverschen IGS. „Es zeigt, dass wir mit unserem Bemühen um mehr Gesamtschulen auf dem richtigen Weg sind. Eltern wollen eine Schule, die jedem Kind den bestmöglichen Abschluss ermöglicht“, sagt die Schuldezernentin. Sie bedauere, dass die Landesregierung die Neugründung von Integrierten Gesamtschulen unverändert erschwere. Vor der Gründung einer IGS schreibt das Schulgesetz den Nachweis eines längerfristigen Bedarfs für fünf Klassen pro Jahrgang vor. „Angesichts unserer Elternumfrage sollte die Landesregierung von der Ungleichbehandlung zwischen IGS und Oberschule in der Ganztagsfinanzierung abrücken“, sagt Drevermann.

Die Stadt will nach genauerer Auswertung vielleicht sogar zwei neue IGS anvisieren. Dabei sollen der Bedarf im Umland und der aktuell positive Trend der Einwohnerentwicklung bewertet werden. Unter den möglichen Standorten sind das Schulzentrum Bothfeld und die Südstädter Bertha-von-Suttner-Schule. Bis Januar soll ein Vorschlag vorliegen. Mit einer Schulgründung ist frühestens im Sommer 2013 zu rechnen.

Bei der Umfrage sollten die Eltern zwischen IGS und dreigliedrigem Schulsystem mit Hauptschule, Realschule und Gymnasium wählen. Nach der Oberschule wurde in Absprache mit der Landesschulbehörde nicht gefragt. Eine Hauptschule hat jetzt erstmals ihre Umwandlung in eine Oberschule beantragt. Auch das soll im Januar bewertet werden.

Die Gymnasien sind weiter die am stärksten nachgefragte Schulform, sie werden jedes Jahr von rund 50 Prozent der Eltern für ihr Kind gewählt. In der Umfrage sprechen sich jetzt nur rund 45 Prozent der Teilnehmer für Hauptschule, Realschule und Gymnasium aus. Allerdings haben 36 Prozent der Grundschuleltern sich nicht beteiligt. Die SPD-Ratsfraktion sieht die neuen Zahlen als Bestätigung. Seit 2009 hat die Stadt drei neue IGS gegründet. Es sei deutlich, dass vom gegliederten Schulwesen nur noch das Gymnasium in der Gunst der Eltern stehe, sagt SPD-Ratsherr Michael Klie.

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newsclick.de, 09.11.2011

Braunschweiger Rat hat die fünfte IGS beschlossen

Dienstagnachmittag, 16.18 Uhr: Im Braunschweiger Ratssitzungssaal brandet Beifall auf. Eine Entscheidung ist getroffen, die die Schullandschaft der Stadt verändert.

Das Ergebnis ist in jeder Beziehung etwas Besonderes:
+++Gleich in seiner ersten konstituierenden Sitzung beschließt der Rat der Stadt das vielleicht einschneidendste Projekt der Legislaturperiode: Die fünfte IGS kommt!
+++Nach den Integrierten Gesamtschulen Weststadt, Franzsches Feld, Querum und Volkmarode soll die fünfte IGS im Süden der Stadt im Schulzentrum Heidberg angesiedelt sein.
+++Sie soll dort die Haupt- und die Realschule ersetzen – und neben das Gymnasium Raabeschule rücken.
Jetzt sind die Eltern am Zug
Die Ratsentscheidung stellt die entscheidenden Weichen in Richtung 5. IGS, doch die vorgeschriebenen Prozeduren nach dem niedersächsischen Schulgesetz müssen nun noch eingeleitet werden. So kommt es unmittelbar zu der vorgeschriebenen Elternbefragung, als deren Ergebnis jedoch klar mit einem Votum für die Integrierte Gesamtschule gerechnet wird.
Die CDU konnte sich nicht mit ihrem Antrag durchsetzen, der Errichtung einer fünften IGS zunächst noch eine Bürgerbefragung vorzuschalten.
Die neue Braunschweiger Ratsmehrheit aus SPD, Grünen, Linken, Bibs und Piraten setzte sich mit einem interfraktionellen Antrag durch und stimmte geschlossen.
Ein neuer Schulentwicklungsplan soll kommen
Zum ersten Mal seit zehn Jahren wurde damit wieder eine wichtige Entscheidung für die Stadt von einer Mehrheit gegen die CDU betroffen. Die Sprecher der neuen Ratsmehrheit würdigten das Votum für die fünfte IGS unisono als Ausdruck des Wählerwillens bei den Kommunalwahlen am 11. September.
Weitere Paukenschläge der gestrigen Ratssitzung: Ein neuer Schulentwicklungsplan soll die gesamte Braunschweiger Schullandschaft ins Visier nehmen. Damit nicht genug: SPD und CDU beschlossen über diese Schulentwicklungsplanung, die zu einer 6. IGS führen könnte, dann gemeinsam eine Bürgerbefragung.

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18.07.2011, HAZ Trend zum gemeinsamen Unterricht: Eltern in Hannover setzen auf Gesamtschulen

In Hannover belegen die Anmeldezahlen für weiterführende Schulen den Trend zum gemeinsamen Unterricht – auch wenn das Land mit den Oberschulen andere Prioritäten setzt. / von Bärbel Hilbig

Hannover. Der Trend ist stark und offenkundig: „Die Eltern in Hannover wollen Gymnasien, auch für Kinder mit Realschulempfehlung, und an zweiter Stelle Integrierte Gesamtschulen“, sagt Ingvelde Klein, seit zehn Jahren Leiterin einer Realschule. Auf Dauer setzt das auch den Realschulen zu, da macht Klein sich keine Illusionen. Gemeinsam mit der Hauptschule in Bothfeld hatte die Lotte-Kestner-Schule deshalb schon vor Jahren versucht, zur Integrierten Gesamtschule zu werden, in der Kinder aller Leistungsniveaus gemeinsam unterrichtet werden. „Das öffnet für die Schüler vieles.“

Damals winkte die Stadt ab: Das Schulzentrum Bothfeld ist zu klein für die für eine IGS vorgeschriebene Mindestgröße. Doch dieses Jahr gingen wieder 200 Kinder leer aus, die eigentlich an einer Gesamtschule lernen wollen. Und die Stadt will, falls die Elternbefragung im Herbst positiv verläuft, über weitere Gesamtschulen und dann wohl notwendige Anbauten nachdenken.

In Bothfeld würden die Planer damit offene Türen einrennen – wenn die IGS auch eine gymnasiale Oberstufe bekäme. „Die Eltern wünschen sich das. Von unseren Realschülern geht später ein Drittel aufs Gymnasium“, sagt Klein.

Im Stadtelternrat ist man froh, dass die Stadt mit einer Elternbefragung die Gründung weiterer Gesamtschulen vorbereiten will. „Dann gibt es gesicherte Zahlen. Und die Eltern scheinen auf diese Schulform zu setzen“, sagt die Vorsitzende Ute Janus.

Wenig Positives kann der Stadtelternrat dagegen der Oberschule abgewinnen, einer Kombination aus Haupt- und Realschule, die das Land jetzt einführen will. Auch für Realschulleiterin Klein wäre die Oberschule nur zweite Wahl. Dabei soll die neue Schulform – mit Sozialpädagogen und verbindlichem Ganztagsunterricht – eigentlich sogar besser als andere ausgestattet werden. „Es spricht nicht für die Oberschule, wenn mit ihr ein nicht mehr gefragtes Modell gerettet werden soll“, sagt Ute Janus. Sie denkt dabei an Hauptschulen und kombinierte Haupt- und Realschulen, die unter mangelnder Nachfrage leiden. Die Anmeldezahlen sind zum Teil so gering, dass selbst die niedrigen Voraussetzungen für eine Oberschule mit 48 Schülern pro Jahrgang nicht erreicht werden. Schuldezernentin Marlis Drevermann sprach deshalb kürzlich von einer „Phantomdiskussion“.

„Die Eltern in Hannover wollen Gesamtschulen mit verbindlichem Ganztagsunterricht“, betont Stadtelternratschefin Janus. Allerdings können genau dies die neu gegründeten Gesamtschulen nicht bieten. „Ihre Startbedingungen sind erheblich erschwert,“ sagt Christoph Walther, Sprecher der hannoverschen Gesamtschulleiter. Das Land bewilligt nur noch offene, finanziell wenig ausgestattete Ganztagsangebote. Aus Sicht der IGS-Leiter widerspricht das der Grundidee der Gesamtschule. „Die Kinder lernen bei uns gemeinsam und gehen gemeinsam Freizeitaktivitäten nach, in denen sie ihre Interessen entfalten.“ Die Klassenlehrer begleiteten die Kinder über längere Zeit und böten einen verlässlichen Rahmen.

Walther beobachtet in seiner Schule, der IGS Linden, dass die Zahl der Gymnasialkinder gestiegen ist, seit die Schule verstärkt Kinder mit Handicaps aufnimmt. „Bei den Eltern löst das die Erkenntnis aus, dass wir auch individuell auf die Bedürfnisse ihrer leistungsstärkeren Kinder eingehen.“

Trotz der Einschränkungen für eine neue IGS wäre sie auch in der Südstadt willkommen. Die örtliche SPD wirft sich seit geraumer Zeit dafür in die Bresche. Und bei der Fusion von Haupt- und Realschule zur Bertha-von-Suttner-Schule am Altenbekener Damm hatten Eltern stattdessen eine IGS verlangt. „Wir wollen das anbieten, was die Eltern sich wünschen“, sagt Wolfgang Drücker, Leiter der Bertha-von-Suttner-Schule. Und das sei wohl das Gymnasium oder eine Schule, die alle Wege offen lässt. Das Kollegium wolle nach den Ferien aber auch über die Oberschule reden.

Nur 80 Anmeldungen für Hauptschulen Bisher haben nur 80 hannoversche Familien ihr Kind für die fünfte Klasse einer Hauptschule angemeldet. Diese Kinder verteilen sich auf acht Schulen. Rein rechnerisch könnte also jede der Einrichtungen nur eine Klasse mit je zehn Kindern aufmachen. Es soll jedoch eine Schule in der Gruppe geben, die gar keine Anmeldung für ihren Hauptschulzweig bekommen hat – welche das ist, gibt die Stadt nicht bekannt. Es existieren im ganzen Stadtgebiet nur noch vier selbstständige Hauptschulen, die Fünftklässler aufnehmen, außerdem drei Haupt- und Realschulen. Die Verwaltung zählt außerdem in ihrer Statistik die Glockseeschule in diese Gruppe.

Aus den Erfahrungen anderer Jahre rechnet die Schulverwaltung damit, dass die Zahl der Hauptschüler bis zum Schuljahresbeginn im August noch auf 100 bis 120 Fünftklässler anwachsen wird.

 
 

Welche Schule für mein Kind ? Beschreibungen + INFO-Tage 2011

HAZ und NP bieten auch Nicht-Abonnenten eine Datenbank mit aktuellen Informationen zur Einschulung und zur Wahl weiterführender Schulen.

Aktuell zum Schuljahr 2010/2011: Neben den Informationen über die Schulen finden Sie bei jeder Schule auch den Termin für die Möglichkeit, die Schule von innen kennenzulernen.

>> Kinderbetreuung / Kindergärten (HAZ)

>> Welche Schule für mein Kind (HAZ) ?

>> Welche Schule für mein Kind (NP) ?

>> Grundschulen in Hannover (HAZ)

>> Grundschulen in Hannover (NP)

>> Wenn Schule krank macht (HAZ)

Welche Schule für mein Kind ? Beschreibungen + INFO-Tage 2011

Als Beilage in HAZ und NP war am 12.01.2011 die Zusammenstellung der weiterführenden Schulen. Mit Info-Tagen für 2011 - Hier als PDF die einzelnen Seiten:

Ein großer Schritt in die Zukunft - Eltern empfehlen: Andeere Eltern fragen Gymnasien in Hannover: Bismarckschule - Elsa-Brändströmschule - Goetheschule - Helene-Lange-Schule - Herschelschule - Humboldtschule - Ricarda-Huch-Schule - Stichwort Gymnasium
Gymnasien in Hannover: Kurt-Schwitters-Gymnasium - Käthe-Kollwitz-Schule - Leibnizschule - Lutherschule - Kaiser-Wilhelm- und Ratsgymasium - Sophienschule - Schillerschule - Tellkampfschule

Gymnasien in Hannover: Wilhelm-Raabe-Schule; Realschulen in Hannover: Realschule Badenstedt - Dietrich-Bonhoeffer-Schule - Emil-Berliner-Schule - Freiher-vom-Stein-Schule - Gerhart-Hauptmann-Schule - Geschwister-Scholl-Schule - Stichwort Realschule

Realschulen in Hannover: Werner-von-Siemens-Schule - Realschule Misburg - Johannes-Kepler-Realschule - Lotte-Kestner-Schule - Heisterbergschule - Bertha-von-Suttner-Schule - Peter-Petersen-Schule; Hauptschulen in Hannover: Ada-Lessing-Schule
Hauptschulen in Hannover: Hauptschule-im-Schulzentrum-Badenstedt - Anne-Frank-Schule - Pestalozzischule - Kronsbergschule - Karl-Jatho-Schule - Peter-Ustinov-Schule - Rosa-Parks-Schule - Stichwort Hauptschule Freie Schulen in Hannover: Ludwig-Windthorst-Schule (Hauptschule) - Ludwig-Windthorst-Schule (Realschule) - Freie Evangelische Schule (Kooperative Gesamtschule) - Freie Waldorfschule Bothfeld - Freie Waldorfschule Maschsee - Internationale Schule - Stichwort Schullaufbahn-Empfehlung Freie Schulen in Hannover: Freies Gymnasium - Privatschulen VIB - Werk-Statt-Schule - St.-Ursula-Schule - Montessori (IGS) - Kämmer International (Bilingual School) - Stichwort Gesamtschulen
Integrierte Gesamtschulen in Hannover: IGS Badenstedt - IGS Büssingweg - IGS Linden - IGS List - Glockseeschule - IGS Kronsberg - IGS Mühlenberg - IGS Roderbruch Integrierte Gesamtschulen in Hannover: IGS Stöcken - IGS Vahrenheide-Sahlkamp;- Abendgymnasien in Hannover: Abendgymnasium - Hannoverkolleg; Fachgymnasien: Berufliches Gymnasium Wirtschaft - Technisches Gymnasium - Berufliches Gymnasium Gesundheit und Soziales (Alice-Salomon-Schule) Schulen in Barsinghausen: Hannah-Arendt-Gymnasium - Goetheschule KGS - Lisa-Tetzner-Schule HRS; Schulen in Burgdorf: Gymnasium - Realschule - Grund- und Hauptschule; Schulen in Burgwedel: Gymnasium Grossburgwedel - Realschule Burgwedel
Schulen in Burgwedel:: Hauptschule Burgwedel; Schulen in Garbsen: Johannes-Kepler-Gymnasium - Geschwister-Scholl-Gymnasium - IGS Garbsen - Caroline-Herschel-Realschule - Realschule Berenbostel - Georg-Elser-Hauptschule - Hauptschule Nikolaus Kopernikus; Schulen in Garbsen: Schulen in Gehrden: Matthias-Claudius-Gymnasium - Haupt-und Realschule Gehrden - Carl-Friedrich-Gaus-Schule KGS;- Schulen in Isernhagen: Gymnasium Isernhagen - Realschule Isernhagen - Heinrich-Heller-Schule; Schulen in Laatzen: - Erich-Kästner-Gymnasium - Albert-Einstein-Schule (KGS) Schulen in Laatzen: Erich-Kästner Realschule - Hauptschule Rathausstrasse; Schulen in Langenhagen: Gymnasium Langenhagen - IGS Langenhagen - Robert-Koch-Realschule - Brinker Schule (HRS) - Gymnasium Lehrte - Bekäme jedes Kind überall einen Platz
Schulen in Lehrte: Gymnasium Lehrte - IGS Lehrte - Haupt- und Realschule Am Ried - Realschule Lehrte - Berufliches Gymnasium Burgdorf - Hauptschule Lehrte; Schulen in Neustadt: Gymnasium Neustadt, KGS Neustadt, Leine-Schule Neustadt (HRS) Schulen in Pattensen: Ernst-Reuter-Schule KGS - Schulen in Ronnenberg: Marie-Curie-Schule KGS - Schulen in Seelze: Georg-Büchner-Gymnasium - Humboldtschule RS - Geschwister-Scholl-Schule HS - Schulen in Sehnde: KGS Sehnde; Schulen in Springe: Otto-Hahn-Gymnasium Schulen in Springe: Fachgymnasium Wirtschaft - Heinrich-Göbel-Realschule - Gerhard-Hauptmann-Schule; Schulen in Uetze: Gymnasium Uetze - Realschule Uetze - Hauptschule Uetze; Schulen in Mellendorf: Gymnasium Mellendorf; Schulen in der Wedemark: Realschule Wedemark
 
Schulen in der Wedemark: Konrad-Adenauer-Schule - IGS Wedemark; Schulen in Wennigsen: Sophie-Scholl-Gesamtschule - Freie Waldorfschule Sorsum; Schulen in Wunstorf: Hölty-Gymnasium - Gymnasium Steinhude - Fachgymnasium Wirtschaft - Graf-Wilhelm-Schule

Schulen in Wunstorf: IGS Wunstorf - Otto-Hahn-Schule HRS - Scharnhorstschule HRS;

"Es ist gut, wenn Eltern Zuversicht ausstrahlen"

 
 
14.07.2011

Staatsanwaltschaft / Gerichtsentscheide zu Honorarverträgen für Ganztagskräfte an Hannovers Schulen

14.07.2011, HAZ >> Staatsanwaltschaft ermittelt in bis zu 10000 Fällen

14.07.2011, PM >> Grüne: Halbwahrheiten oder Vernebelungsstrategie von Minister Althusmann? - Kultusministerium im Visier der Staatsanwaltschaft. PRESSEMITTEILUNG von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN im Niedersächsischen Landtag NR. 250 Datum: 14. Juli 2011
14.07.2011, HAZ >> Arbeitsverträge: Mehr Sicherheit für Ganztagskräfte an Grundschulen in Hannover. Die Stadt Hannover muss zwei Mitarbeiterinnen an Ganztagsschulen nun fest anstellen. Vor dem Arbeitsgericht haben sie eine Festanstellung eingeklagt. Die Stadt hat nun das gleiche Problem wie das Land Niedersachsen.

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13.07.2011, HAZ An Gesamtschulen fehlen 200 Plätze

Auch die inzwischen neun Integrierten Gesamtschulen der Stadt reichen nicht aus, um die Wünsche der Schüler für das nächste Schuljahr zu erfüllen. Rund 200 Kinder haben dort keinen Platz in der fünften Klasse bekommen und weichen auf Hauptschulen, Realschulen oder Gymnasien aus. Die beliebteste Schulform bleibt allerdings das Gymnasium, für das insgesamt 1746 Familien ihre Kinder anmeldeten. Das entspricht 49,5 Prozent des Jahrgangs, der jetzt die Grundschule verlässt (Vorjahr: 50,5 Prozent). An einer IGS starten rund 1300 Fünftklässler und damit knapp 36,8 Prozent (Vorjahr 36,7 Prozent). 404 Schüler oder 11,4 Prozent gehen an die Realschule (Vorjahr: 11,2 Prozent). An der Hauptschule sind bisher 80 Schüler und damit 2,3 Prozent des Jahrgangs (Vorjahr 1,6 Prozent) angemeldet. „Eltern wählen Schulen, bei denen sie das Gefühl haben, dass ihr Kind dort den bestmöglichen Abschluss erreichen kann“, sagt Schuldezernentin Marlis Drevermann. Die Stadt sieht die Zahlen als Bestätigung ihres Plans, eine Elternbefragung zur Gründung weiterer Gesamtschulen vorzubereiten. „Vor drei Jahren hat es uns überrascht, dass wir drei neue Gesamtschulen gründen konnten.“ Falls es ein positives Votum für weitere Gesamtschulen gebe, habe das Auswirkungen auf alle anderen Schulformen, sagt Drevermann. Die Nachfrage nach Gymnasium und Gesamtschule sei stabil. „Dazwischen gibt es ein Feld, über das man reden muss.“ Eine neue Gesamtschule muss nach Landesvorgaben fünf Klassen pro Jahrgang bieten. Das würde Anbauten an bestehende Gebäude erfordern. Falls die Elternbefragung zugunsten weiterer IGS-Gründungen ausfällt, würde die Verwaltung die Bertha-von-Suttner-Schule (Südstadt) und das Schulzentrum Bothfeld auf die Eignung prüfen. „Die Schulen sind interessiert“, sagt Petra Martinsen, Fachbereichsleiterin Schule. Bei Hauptschulen hatte es Interesse an der Umwandlung in eine Oberschule gegeben, die eine gute Ganztagsversorgung bekommen sollen. „Dafür muss man aber 48 Schüler pro Jahrgang für zehn Jahre prognostizieren“, sagt Drevermann. Die Zahlen reichten dafür nicht aus – auch nicht an der Haupt- und Realschule Ahlem, die Interesse signalisiert hat. Der Jahrgang, der jetzt die Grundschulen verlässt, ist mit 3883 Kindern kleiner als im Vorjahr, als 4018 Schüler auf die weiterführenden Schulen wechselten. „Wir rechnen aber bald mit jährlich 200 Kindern zusätzlich“, sagt Drevermann. Für die Anmeldung zur Einschulung der angehenden Erstklässler im August hatte die Stadt 4400 Familien angeschrieben. Von den Fünftklässlern werden 212 Kinder nicht auf das Gymnasium ihrer ersten Wahl kommen. Vier Gymnasien bekamen zu viele Anmeldungen und mussten Plätze auslosen. „Die Tellkampfschule war völlig überbucht“, sagt Petra Martinsen. Auch Bismarckschule, Leibnizschule und Herschelschule mussten Kinder ablehnen.

Die Grafik Anmeldungen für weiterführende Schulen zum Schuljahr 2011/12 ist auf der Sonderseite der Neuen Presse vom 13.07.2011 "Der schwierige Weg zur Wunschschule" -
>> Seite der NP "Der schwierige Weg zur Wunschschule" vom 13.07.2011 als pdf
>> Themenseite Gesamtschulen
 
17.06.2011, HNA Auch die prämierte Göttinger Gesamtschule muss das G8-Turbo-Abi einführen / Land bleibt unerbittlich

Hannover/Göttingen. Seit 40 Jahren gibt es Gesamtschulen in Niedersachsen – aus diesem Anlass fand am Freitag ein Festakt mit Kultusminister Bernd Althusmann statt. Doch nach Feiern dürfte Eltern und Lehrern der Lichtenberg-Gesamtschule Göttingen (IGS) kaum zumute sein: Die Schule – noch vor einer Woche als beste Schule Deutschlands ausgezeichnet – muss ihr Unterrichtsmodell ändern.

Ursache ist die Einführung des achtjährigen Gymnasiums (G8). Denn das Turbo-Abi macht eine frühzeitige Trennung von lernstarken und schwächeren Schülern nötig – was dem Prinzip der IGS völlig widerspricht.
Denn in Deutschland gibt es wenige Schulen, die die Idee einer Gesamtschule so konsequent umsetzen wie die Göttinger: An der IGS werden gute und schwächere Schüler gemeinsam unterrichtet bis einschließlich der zehnten Klasse. Ein Kurssystem mit Leistungsstufen fehlt. Stattdessen arbeiten die Schüler in gemischten Tischgruppen zusammen – starke und schwache sollen voneinander profitieren.
Diese Tischgruppenarbeit wurde bei der Verleihung des Deutschen Schulpreises der Bosch-Stiftung hervorgehoben. Doch trotz des Titels „Beste Schule Deutschlands“ lehnt das Land eine Ausnahme für die IGS weiter ab.
Deshalb wird das System der Göttinger in einer entscheidenden Phase abgebrochen: Nach der neunten Klasse gehen die besten Schüler ins Turbo-Abi, Haupt- und Realschüler bleiben unter sich. Das sei absolut „systemfremd“ für seine Schule, erklärt Wolfgang Vogelsaenger, Leiter der Göttinger IGS.
Dem Argument, dass es sich ja nur um ein Jahr handele, widerspricht er: „Wir können nachweisen, dass gerade in der zehnten Klasse noch viel passiert.“ Schüler, die in der neunten Klasse noch schwächer waren, erhielten am Ende doch einen erweiterten Realschulabschluss.
Doch das Kultusministerium bleibt hart: Die Vergabe der Allgemeinen Hochschulreife erfolge auch an dieser Schule in der Regel nach zwölf Schuljahren. „Das schließt nicht aus, dass Schüler, die erst am Ende des zehnten Schuljahrgangs die Berechtigung zum Besuch der gymnasialen Oberstufe erwerben, auch an dieser Schule das Abitur nach dreizehn Schuljahren ablegen“, sagt Sprecher Roman Haase. Wer also nach der Trennung seine Leistung verbessert, startet ein Jahr später ins Abi. Allerdings muss er dies ohne die Hilfe der stärkeren Schüler schaffen.
Von Göran Gehlen

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Schulportrait: Georg-Christoph-Lichtenberg-Gesamtschule, Göttingen

War das peinlich! "Aziz, kommst du bitte mal, Reinhard möchte dich sprechen!" Aziz wurde ins Lehrerzimmer gerufen, alle bekamen es mit. Sein Klassenlehrer war am Telefon. Der war zu Hause, krankgeschrieben. Wie er denn so mit Mathe klarkomme, wollte Reinhard wissen. Und ob er nachmittags zu ihm kommen könne, um zu üben. "Das war mir damals in der sechsten Klasse furchtbar unangenehm, einen Lehrer zu Hause zu besuchen", erzählt Aziz, heute 19 Jahre alt.

Was sie damals wiederholt haben, daran kann sich Aziz nicht mehr erinnern. Aber diesen Anruf, den vergisst er nicht. Weil Reinhard, sein Lehrer, nicht aufdringlich war oder gar komische Absichten hatte, sondern ihm einfach nur helfen wollte. "Cool", findet Aziz diesen Besuch inzwischen. Der kräftige Oberstufenschüler mit dem dunklen Vollbart geht seit der fünften Klasse auf die Georg-Christoph-Lichtenberg-Gesamtschule, die in Göttingen nur IGS genannt wird, die Abkürzung für Integrierte Gesamtschule. Aziz hatte eine Empfehlung für die Realschule. Im nächsten Jahr wird er Abitur machen. Weil Lehrer wie Reinhard an ihn geglaubt und ihm geholfen haben.

Burak kam mit einer Hauptschulempfehlung in die Fünfte. Da hatte er schon einmal eine Klasse wiederholt. "Ich hatte das Gefühl: Aus mir wird nichts. Die anderen in der Klasse waren für mich lauter Streber. Im Unterricht habe ich viel Mist gebaut." Aber die Lehrer bestraften ihn nicht, sondern fragten: Warum machst du das? "Sie haben mir klar gemacht: Du kannst etwas erreichen", erzählt Burak, der heute ebenfalls in die zwölfte Klasse geht. Nach seinem Abitur will der 18-Jährige an die Uni gehen und studieren. Sein Berufsziel: Lehrer für Biologie und Deutsch.

In der Oberstufe trifft man viele Schüler wie Aziz oder Burak, denen die Lehrer in der Grundschule das Abitur nicht zugetraut haben. Die Lehrer schaffen es nicht nur, keinen Schüler zu verlieren, die Schule zählt auch noch zu den besten fünf Prozent der Schulen mit gymnasialer Oberstufe in ganz Niedersachsen. Bei den zentralen Abiturprüfungen schneiden die Schüler hervorragend ab. 2010 machte die beste Abiturientin des Bundeslandes mit einem Schnitt von 0,7 hier ihr Abitur, 25 Prozent der Schüler hatten eine Eins vor dem Komma bei ihrem Abschlusszeugnis.

Nicht nur beim Kriterium Leistung erhielt die IGS die Bestnote A, auch bei den übrigen fünf Kategorien des Deutschen Schulpreises (Vielfalt, Unterricht, Verantwortung, Schulleben und -entwicklung) schnitt sie hervorragend ab. Die 14-köpfige Jury entschied deshalb einstimmig: Die Georg-Christoph-Lichtenberg-Gesamtschule bekommt den Hauptpreis 2011. Sie ist die beste Schule Deutschlands.

Der renommierte Hirnforscher Gerald Hüther begleitet die IGS seit zehn Jahren. Er sagt: "An dieser Schule wird hirngerecht gelernt: Die Kinder erschließen sich den Stoff selbstständig. Sie haben Freude am Entdecken. Dadurch werden neuroplastische Botenstoffe ausgeschüttet, die wie Dünger aufs Gehirn wirken." So macht Lernen glücklich.

Josephine wechselte vor einem Jahr an die IGS; die 17-Jährige hielt den Druck am G8-Gymnasium nicht mehr aus. "An meiner alten Schule herrschte eine Ellenbogengesellschaft. Bei Arbeiten legte meine Freundin ihren Arm auf den Tisch, damit ja keiner von ihr abschreiben konnte. Die Lehrer haben bewusst die Konkurrenz geschürt. Hier ist es ganz anders. Meine Klassenkameraden kommen auf mich zu, um mir zu helfen."

Die Ganztagsschule hat einen hohen Leistungsanspruch, auch wenn es bis zur achten Klasse keine Noten gibt und von der fünften bis zur zehnten Klasse Haupt- und Realschüler gemeinsam mit Gymnasiasten lernen. Keimzelle für das gemeinsame Lernen sind die sogenannten "Tischgruppen": Je sechs Schüler sitzen und arbeiten an einem Tisch. Sie rotieren alle halben Jahre, damit jeder Schüler jeden kennenlernt.

Anna, Mehtap, Melissa, Gretje, Finn und Maurice bilden eine Tischgruppe in der Stammgruppe 9.3. Am Dienstag steht in den ersten beiden Stunden Mathematik auf dem Stundenplan, die Fächer sind überwiegend in Doppelstunden organisiert. "Unter Dach und Fach" heißt ihr Thema in Mathe. Die Neuntklässler sollen nicht nur die Formeln zur Berechnung von Körpern und Flächen lernen, sie basteln auch Modelle aus Holz, damit sie die Dimensionen buchstäblich begreifen. Heute sollen sie die Oberfläche eines 3-seitigen Prismas berechnen.

An fünf Tischen diskutieren die 30 Schüler Lösungsansätze und Formeln. Es herrscht eine ruhige, konzentrierte Atmosphäre. Auch an Tischgruppe zwei stecken sie die Köpfe zusammen: die blonde Melissa mit dem dunkelhaarigen Maurice. "Ich sitze neben ihm, weil er Mathe besser kann als ich", sagt die 15-Jährige. Auf ihren Arbeitsbögen stehen Grund- und erweiterte Anforderungen. Jeder Schüler entscheidet selbst, welche Aufgaben er löst. Aber das 6er-Team ist dafür verantwortlich, dass alle mitkommen. "Anna sagt mir, wenn ich mich besser konzentrieren soll", sagt Mehtap. Und wenn es mal Zoff gibt? "Wir klären immer gleich, wenn was nicht klappt", sagt Gretje, 14. Hirnforscher Hüther sagt: "In heterogenen Gruppen lernen Kinder besser. Verschiedenheit ist die Voraussetzung für Individualität. In homogenen Gruppen lernen Schüler nur, sich abzugrenzen."

An der IGS sind alle per Du, sogar den Schulleiter nennen alle nur "Wolfgang". Das Duzen wirkt weder kumpelhaft noch anbiedernd, sondern ganz natürlich. Es ist Teil der Schulkultur. "Ich finde es gut, dass wir die Lehrer duzen, wir vertrauen denen echt. Und die tun auch was dafür. Steffi fragt nach, wenn man traurig guckt", erzählt Mehtap. Die 15-jährige Türkin trägt ein Shirt mit auffälligem Leopardenmuster, kunstvoll zerrissene, schwarze Leggings, ihre Fingernägel hat sie in drei Farben lackiert. An der IGS sind die Lehrer keine Pauker, die vorn an der Tafel stehen und Monologe halten, sondern Lernbegleiter. Jede Klasse hat zwei Klassenlehrer, die Tutoren. Die sechs Stammgruppen mit 180 Schülern eines Jahrgangs sind um ein sogenanntes "Cluster" angelegt, ein offener, heller Raum. Er dient als Arbeitsund Treffpunkt für Schüler und Lehrer. Der Betonklotz für die 1500 Schüler und ihre 130 Lehrer, der beim Betreten an einen Flughafenterminal erinnert, wird so in kleine Lernbereiche aufgebrochen.

Im Cluster der "blauen Gruppe", zu der auch die 9.3. gehört, steht ein Aquarium zwischen Holztischen, Sesseln, Bänken und Grünpflanzen. An den Wänden haben die Schüler Schließfächer. Die Möbel sind abgenutzt, aber gepflegt. Genauso wie der hellgraue Teppich, der überall in der Schule ausgelegt ist. Auch das Lehrerzimmer für den Jahrgang findet man hier. Die Türen stehen immer offen. 12 bis 15 Lehrer bilden ein Jahrgangsteam. Sie gestalten die Stundenpläne, regeln die Aufsicht in den Pausen, vertreten sich gegenseitig, besprechen die Rhythmisierung des Stoffs oder wie sie mit Schülern umgehen. "Wir sind dichter dran, als manchem lieb ist", sagt Florian Scholz, 39. Der Lehrer hat bei einem seiner Schüler eine Bierfahne gerochen. Der Junge wurde nach Hause geschickt, die Eltern werden zum Gespräch gebeten. Jetzt haben alle Kollegen ein Auge auf den Jugendlichen. Die 9.3 hat Deutsch bei ihrer zweiten Tutorin, Karola Hagedorn, 58. Die beiden Klassenlehrerinnen Steffi und Karola decken die meisten Fächer ab, sie begleiten ihre Schützlinge sechs Jahre lang, von der fünften bis zur zehnten Klasse. Die Neuntklässer bereiten sich auf eine Lernzielkontrolle am Freitag vor zum Thema "Erörterung". Sie diskutieren die Einführung von Schuluniformen. Wieder sammeln die Schüler Argumente in der Tischgruppe, gliedern sie in Vor- und Nachteile und präsentieren ihre Ergebnisse auf einem Plakat vor der Klasse. Keiner scheut sich vor der Gruppe zu reden, Kritik wird sachlich und nicht verletzend geäußert.

"So einen Unterricht habe ich noch nicht erlebt", sagt Hans Anand Pant, Direktor des Instituts zur Qualitätsentwicklung im Bildungswesen (IQB). Der Professor ist Mitglied der Schulpreis-Jury und hat die Gesamtschule gründlich inspiziert. "Die Schüler werden ständig angehalten, ihre Lernergebnisse zu präsentieren. Die Tischgruppen sind toll." Auch seine Jury-Kollegin Gisela Schultebraucks-Burgkart ist begeistert. Die Schulleiterin lässt sich nicht so leicht beeindrucken. Sie weiß, wie man Kinder individuell unterrichtet und unterschiedliche Begabungen fördert – ihre Grundschule, die Kleine Kielstraße in Dortmund, bekam schließlich 2006 den Deutschen Schulpreis verliehen. "Das Tischgruppenmodell ist genial", sagt sie. "Die Schüler lernen: Wir sind ein Team. Und erzielen dabei sehr gute Lernergebnisse." Wolfgang Vogelsaenger, Schulleiter der IGS, sagt: "In der Tischgruppe sitzt der zukünftige Maurer neben dem späteren Architekten. Wenn sie bei uns gelernt haben, miteinander zu sprechen und zu arbeiten, dann schaff en die das auch als Erwachsene."

Nach dem Mittagessen in der Mensa haben die Schüler der 9.3. "AÜ": Arbeits- und Übungsstunde. Die Schüler nutzen die Zeit für ihre Wochenaufgaben, klassische Hausaufgaben kennen sie nicht. Gretje arbeitet an einer Tabelle zu Virusinfektionen, Finn und Maurice haben sich einen ruhigen Tisch im Cluster gesucht. Sie bereiten blaue und grüne Plakate für den sogenannten "Tischgruppenabend" vor. Eine weitere pädagogische Besonderheit der Schule.

Viermal im Jahr präsentieren die Schülerteams ihre Arbeiten zu Hause vor ihren Müttern und Vätern. Zwanzig dieser privat organisierten Elternabende besuchen die Lehrer im Laufe eines Schuljahres. Ganz schön viel Zeit. Doch die rechne sich, meint Stefanie Vogelsaenger, 46: "Ich kenne von jedem Schüler den Hintergrund, wir haben eine Vertrauensbasis. Dadurch entstehen viel weniger Konflikte." 18:30 Uhr: Melissa, Mehtap, Anna, Gretje, Maurice und Finn sitzen mit ihren Vätern und Müttern und den beiden Lehrerinnen Steffi und Kornelia in der hellen Wohnküche von Jörg und Birgit Mannigel, den Eltern von Gretje. Die Eltern hocken dicht gedrängt auf der Eckbank unter der Weltkarte an der Wand. Stühle werden rangerückt, damit auch ja alle sechs Jugendlichen und die acht Erwachsenen Platz um den Esstisch aus Kiefernholz finden. Vor ihnen stehen Brötchen, belegt mit Wurst und Käse. Die Mädchen haben am Nachmittag Wurzeln und Gurken geschnippelt, Dipp vorbereitet und Fruchtquark selbstgemacht.

Maurice und Finn suchen nach einem Platz für ihr blaues Plakat. "Können wir die Pappen an den Küchenschrank kleben?", fragt Gretje. Ihre Mutter nickt. Gretje sucht Tesafilm in einer Küchenschublade. Die Jungs heften das Papier an den Schrank. "Also, wir haben in Mathe gerade das Thema 'Unter Dach und Fach'. Wir berechnen Seiten von Dächern, also von Prismen", erzählt Maurice. Finn hält das Modell eines Prismas hoch, Maurice erklärt die Formeln. Bei den Tischgruppenabenden präsentieren die Schüler nicht nur, was sie in den Fächern Naturwissenschaften, Deutsch und Englisch erarbeitet haben, sondern wie bei jedem normalen Elternabend werden auch Konflikte in der Klasse besprochen, die Eltern erfahren alles über die nächste Klassenfahrt oder das anstehende Praktikum. Aber wie im Unterricht ist auch die Information der Mütter und Väter keine Lehrer-Show, sondern auch hier wechseln die Pädagoginnen die Methode. "So, jetzt sollen die Eltern aktiv werden und dazu vertauschen wir die Kinder", sagt Lehrerin Steffi Vogelsaenger. Melissa rückt neben die Mutter von Maurice auf die Eckbank, der Vater von Gretje verzieht sich mit Finn ins Wohnzimmer. Und Mehtap lehnt mit Annas Mutter an der Küchenanrichte. Zehn Minuten lang fragt je ein Vater oder eine Mutter einen Schüler aus: In welcher Branche wirst du arbeiten? Was hast du für Aufgaben? Wie sind deine Arbeitszeiten? Anschließend berichten die Eltern, was sie herausgefunden haben. Margot Lotze erzählt: "Melissa macht ihr Praktikum als Schwimmmeisterin."

Dann schicken die Lehrerinnen die Schüler mit den Worten aus der Küche: "Ihr könnt jetzt spielen gehen." Grinsend verziehen sich die Jugendlichen ins Wohnzimmer, um mit der Playstation vor dem Fernseher Karaoke zu singen. In der Küche rutschen die Lehrerinnen und die Eltern um den Tisch zusammen. "Wir möchten von Euch wissen, wie fandet ihr die Tischgruppenabende der letzten vier Jahre?", fragt Steffi Vogelsaenger. Auch Mütter, Väter und Lehrer duzen sich selbstverständlich. Margot Lotze sagt: "An so einem Abend erlebt man sein Kind ganz anders, zu Hause erzählt Maurice nicht mehr so viel. Wir erfahren, woran sie in der Schule arbeiten. Mein Sohn ist ein Einzelgänger. Ich glaube nicht, dass er sich an einer anderen Schule so geöffnet hätte." Jörg Mannigel war zunächst skeptisch als erst seine älteste Tochter Merle und dann Gretje auf die Gesamtschule gehen wollten. "So lange keine Noten – die müssen doch wissen, wo sie stehen, dachte ich. Ich wollte lieber ein Gymnasium, nicht so eine Schulform, die man nicht so kennt", sagt er. Aber inzwischen ist er restlos überzeugt: "Mich beglückt es zu sehen, wie sicher unsere Kinder ihre Arbeit präsentieren, wie sie sich wertschätzen, egal wie unterschiedlich sie sind. Das erlebt man nicht häufig im Arbeitsleben. Das habt ihr gut hingekriegt", sagt der Geschäftsführer der Diakonie zu den beiden Lehrerinnen. Der Namensgeber der Schule, Georg Christoph Lichtenberg, war Physiker und Querdenker. "Er passt ganz gut zu uns", sagt Schulleiter Wolfgang Vogelsaenger. Der 59-Jährige leitet die IGS seit neun Jahren. Vor 35 Jahren wurde die Georg-Christoph-Lichtenberg-Gesamtschule von Wissenschaftlern, Lehrern, Eltern, Politikern und Architekten als Gegenmodell zum klassischen dreigliedrigen Schulsystem entwickelt. Heute kämpft Schulleiter Vogelsaenger um ausreichende Lehrerstellen. "Früher hatten wir Doppelbesetzungen in den AÜ- Stunden, heute nicht mehr", sagt er. Und er fordert die Erhaltung von G9. In Niedersachsen sollen auch die Gesamtschulen die Zeit bis zum Abitur, wie die Gymnasien, um ein Jahr kürzen (G8). Die Oberstufe möchte Vogelsaenger weiter entwickeln – und ein zusätzliches Gebäude braucht er. Jury-Mitglied Schultebraucks-Burgkart sagt: "Andere Schulen können von der IGS lernen: Es braucht eine Vision. Die Lehrer brennen immer noch für ihre Schule. Das lässt sich nicht von oben verordnen." Und Professor Hans Anand Pant sagt: "Ich hätte wirklich gerne so eine Schule besucht wie die Göttinger!"

Bevor Josephine sich entschied, vom Gymnasium an die Gesamtschule zu wechseln, überlegte sie gründlich: "Habe ich später vielleicht Nachteile, weil ich mein Abitur hier gemacht habe?" In der Universitätsstadt steht die Abkürzung IGS immer noch für "Idioten-Gesamtschule". "Aber wichtig ist doch, dass ich mich wohlfühle", sagt Josephine. Der Schulpreis wird nun auch die letzten Zweifler überzeugen: Die Georg-Christoph-Lichtenberg-Gesamtschule in Göttingen ist eine ausgezeichnete Schule.

>> Der Hauptpreisträger des Deutschen Schulpreises - Georg-Christoph-Lichtenberg-Gesamtschule, Göttingen
 
18.06.2011, HAZ In fremden Gefilden
Gesamtschulen feiern 40. Geburtstag, und selbst der Kultusminister findet ein paar nette Worte

Von Marina Kormbaki. Hannover.
Es war nicht gerade heimischesTerrain, das Kultusminister Bernd Althusmann am Freitagmorgen mit einiger Verspätung betrat. Althusmann kam aus Garbsen, wo er mit Lehrern und Schülern der Nikolaus Kopernikus Hauptschule eben noch über die jüngstenGewaltvorfälle an der Schule gesprochenhatte. Dafür zeigten die Gäste des Festakts zum 40-jährigen Bestehen von Gesamtschulen in Niedersachsen Verständnis, sein Zuspätkommen sahen sie Althusmann noch nach. Ansonsten aber schlugen dem CDU-Politiker in der Aula der IGS Langenhagen keine großen Sympathien entgegen, gilt er doch unter Gesamtschulfreunden als Verhindererlangen gemeinsamen Lernens.
Wenn aber eine Schulform mit wachsender Beliebtheit ihren 40. Geburtstag feiert, dann gehört es sich nun mal, dass ein Kultusminister ein Grußwort hält.Ob er nun mag oder nicht.
Althusmann rang sich zu einer wennauch zurückhaltenden Würdigung der Gesamtschule durch. Ihre Geschichte könne man „durchaus als Erfolgsgeschichte“bewerten. „Ohne Zweifel“ habe sie die Bildungslandschaft in Niedersachsen mit geprägt. Aber: „Das Gymnasium ist noch immer die beliebteste Schulform. Mit der Oberschule wird es in Niedersachsen künftig ein Zwei-Säulen-Modell bilden – um Gesamtschulen ergänzt, wo Eltern dies wünschen“, sagte Althusmann. Und erntete dafür Kopfschütteln, hier und da Hohngelächter – und vernichtende Kritik von einem seiner Amtsvorgänger,dem einstigen Landtagspräsidenten Rolf Wernstedt.
„Das Schulsystem so zu organisieren, dass alle anderen Schulformen um das Gymnasium herumgruppiert werden, halte ich für verantwortungslos“, sagteder Sozialdemokrat in seiner langen, die niedersächsische Bildungspolitik der letzten sechs Jahrzehnte überspannenden Ansprache. Der Begriff Oberschule, so Wernstedt, wecke bei ihm Erinnerungenan seine eigene Schulzeit in der DDR: „Mein Abi-Zeugnis wurde 1958 in einer Oberschule ausgestellt – damals galt sieder konservativen Bildungspolitik noch als Beelzebub, so ändern sich die Zeiten.“ Die Oberschule, aus Wernstedts Sicht ist sie ein typischer niedersächsischer Kompromissvorschlag: „Nicht wirklich falsch und nicht wirklich richtig.“
Das vom Kultusministerium stets vorgebrachte Argument, mit der Zusammenlegung von Haupt- und Realschulen zu Oberschulen ließen sich Schulstandorte auch in dünn besiedelten Landstrichen erhalten, ließ Wernstedt nicht gelten: „Ist etwa Standortgarantie höher zubewerten als Bildungsgarantie für Kinder?“ Natürlich kannten die Abgesandten der niedersächsischen Gesamtschulen im Saal die Antwort auf Wernstedts Frage.

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17.06.2011, HAZ 1467 Familien wählen Gesamtschule
Nachfrage geht leicht zurück
Von Bärbel Hilbig. Die Anmeldezahlen an den Integrierten Gesamtschulen entspannen sich langsam. 1467 Familien wollen ihr Kind im August an eine der neun städtischen IGSen schicken – das Rekordhoch vom vergangenen Jahr mit 1511 Anmeldungen wurde damit nicht mehr erreicht. Bisher überstieg die Nachfrage jedes Jahr die Anzahl der Plätze für Fünftklässler, obwohl mit den IGSen Stöcken, Badenstedt und Büssingweg seit 2009 drei neue Schulen entstanden. Ob auch dieses Jahr entgegen dem Elternwillen IGS-Plätze fehlen, will die Stadt zu Beginn der Sommerferien in Zusammenschau mit den anderen Schulformen bewerten. Die Anmeldungen für Hauptschulen, Realschulen und Gymnasien laufen erst kommenden
Montag und Dienstag.
„Ganz offensichtlich wird jetzt spürbar, dass es mehr IGS-Plätze gibt und gleichzeitig die Schülerzahlen sinken“, sagt Bernd Steinkamp, Leiter der IGS Roderbruch. Vergangenes Jahr zählte die Stadt über alle Schulformen hinweg rund 3800 Fünftklässler, jetzt sollen es 180 Schüler weniger sein. Vor diesem Hintergrund stellt sich die Frage, ob eine weitere IGS noch notwendig ist. Die Stadt will den Bedarf mit einer Befragung aller Grundschuleltern ermitteln.
Der Andrang auf die Gesamtschulen fällt unterschiedlich aus. Die IGS List bekamähnlich wie in den Vorjahren 167 Anmeldungen auf 120 Plätze. An der IGS Roderbruch wollten 295 Familien ihre Kinder unterbringen, inklusive der 95 Schüler aus der eigenen Grundschule. Die Schule muss 120 Kinder ablehnen. Selbst die größte Gesamtschule, die IGS Mühlenberg, die in acht Parallelklassen Platz für 240 Fünftklässler bietet, ist überzeichnet, ebenso wie die IGS Linden.
Manche Familie muss gar auf andere Schulformen ausweichen.
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08.06.2011 Aktuell im Schulausschuss: Entwicklung eines Konzeptes zur inklusiven Beschulung für den Standort Hannover

Beim Schulausschuss am 08.06.2011 hat die Verwaltung die Informationsdrucksache zur Beschulung von Kindern mit sonderpädagogischem Förderbedarf - Entwicklung eines Konzeptes zur inklusiven Beschulung für den Standort Hannover - (Informationsdrucks. Nr. 1202/2011 mit 3 Anlagen) vorgestellt

>> Informationsdrucksache und Anlagen auf der Homepage der Stadt Hannover
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08.06.2011 Bündnis für Inklusive Bildung in Niedersachsen
Positionspapier

Die Bundesregierung und die Länder haben sich zur Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention (UN-BRK) verpflichtet. Eine der sich daraus ergeben-den Aufgaben ist die Schaffung eines inklusiven Bildungssystems. In den meisten Bundesländern ist das bisher nicht erkennbar. Niedersachsen stellt dabei ein trauri-ges Schlusslicht dar.
Auch zwei Jahre nach Inkrafttreten der UN-BRK ist ein politischer Wille der nieder-sächsischen Landesregierung zur Herstellung der inklusiven Bildung nicht spürbar. Stattdessen sorgt sie für Verunsicherung bei allen Beteiligten. Kinder, Eltern, Päda-gogen und Bildungseinrichtungen wissen nicht, welchen Weg die Landesregierung einschlagen will, um das Ziel ihres gesetzlichen Auftrages umzusetzen.
Die unterzeichnenden Verbände und Organisationen fordern die niedersächsi-sche Landesregierung auf, sofort ein inklusives Bildungssystem zu schaffen.
Wir erwarten
. einen verbindlichen rechtlichen Rahmen, damit auch Kinder mit Behinderun-gen eine Bildungseinrichtung in ihrer Nähe besuchen können
. Rahmenbedingungen zu schaffen und Ressourcen zur Verfügung zu stellen, damit behinderte und nicht behinderte Kinder gemeinsam lernen können
. einen verbindlichen Zeitplan zur Umsetzung

. dass die Umsetzung des Art. 24 durch geeignete Maßnahmen der Landesre-gierung zur Bewusstseinsbildung (Art. 8) unterstützt wird
. die aktive Beteiligung von Menschen mit Behinderungen, ihren Angehörigen und Verbänden im Sinne der UN-BRK
Im Interesse aller Kinder ist ein schnelles Handeln nunmehr unerlässlich.
>> Positionspapier des Bündnis für inklusive Bildung, pdf, 151 kb
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Mo, 06.06.2011 - Mi, 08.06.2011 Anmeldung für die Integrierten Gesamtschulen
Die neun Integrierten Gesamtschulen nehmen ab kommendem Montag Anmeldungen für die im August startenden fünften Klassen entgegen. Kinder und ihre Eltern können sich in den Schulen Montag von 15 bis 18 Uhr, am 7. Juni von 9 bis 13 Uhr und 15 bis 18 Uhr sowie am 8. Juni von 9 bis 13 Uhr vorstellen. Für die Anmeldung sind das Eignungsgutachten der Grundschule in Original und Kopie sowie das letzte Zeugnis im Original notwendig.
Für die IGS List in der Röntgenstraße 6 und die IGS Vahrenheide-Sahlkamp in der Weimarer Allee 59 gelten besondere Bedingungen. Für die beiden Gesamtschulen gibt es jeweils festgelegte Schulbezirke, aus denen die beiden Schulen vorrangig Kinder aufnehmen. Anmeldungen aus demübrigen Stadtgebiet können nur berücksichtigt werden, wenn darüber hinaus Plätze frei sind.
Schüler aus dem gesamten Stadtgebiet können zwischen den übrigen sieben Gesamtschulen im Rahmen der vorhandenen Kapazitäten frei wählen. Die IGS Badenstadt liegt in der Plantagenstraße 22, die IGS Büssingweg im Büssingweg 9 (Vahrenwald), die IGS Kronsberg im Kattenbrookstrift 30 (Bemerode), die IGS Linden befindet sich Am Lindener Berge 11, die IGS Mühlenberg am Mühlenberger Markt 1, die IGS Roderbruch in der Rotekreuzstraße 23 und die IGS Stöcken in der Eichsfelder Straße 38. bil
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07.06.2011, HAZ Vor 40 Jahren startete die erste Gesamtschule in Hannover
Die Stadt Hannover hat am Montag – wohl zum ersten Mal – ein Schuljubiläum in der Kuppelhalle des Neuen Rathauses gefeiert und damit ein politisches Bekenntnis verknüpft. Vor 40 Jahren ging die Integrierte Gesamtschule Linden an den Start, landesweit als erste Schule dieser neuen Form gemeinsam mit den IGS Langenhagen, Garbsen und Göttingen.
„Die IGS Linden war der Prototyp für eine ganze Serie von Schulen in Hannover“, sagte Oberbürgermeister Stephan Weil. Und wie schon häufiger ließ er keinen Zweifel daran, dass ihm diese Schulform, in der Kinder aller Begabungsstufen gemeinsam lernen, besonders am Herzen liegt. „Wir laufen klar auf ein zweigliedriges Schulsystem mit starken Gymnasien und Integrierten Gesamtschulen zu.“

Weil erinnerte daran, dass die Entstehung der neuen Schulform von Anfang an mit Streit verknüpft war. „Es ging um eine gesellschaftliche Öffnung. Man wollte sehen, ob Kinder, deren Eltern nicht Abitur gemacht hatten, zu diesem Abschluss geführt werden können.“ Zu diesem Zweck hätten die IGS sich als Ganztagsschulen konzipiert. Inzwischen gibt es neun Integrierte Gesamtschulen in Hannover. Die jüngsten drei entstanden auf Basis einer Befragung, in der sich 2008 rund 44 Prozent der Grundschuleltern eine IGS für ihr Kind wünschten. „Ich glaube, damit ist das Ende der Fahnenstange noch nicht erreicht“, sagte Weil. Morgen soll im Schulausschuss eine weitere Elternbefragung auf den Weg gebracht werden. Der Oberbürgermeister kritisierte, dass das überhaupt – anders als für jede andere Schulform – vom Land so vorgeschrieben ist.

Im Juni vor 40 Jahren liefen die Anmeldungen für die erste IGS in Hannover. Das Ergebnis hätten weder Freund noch Feind auch nur annähernd geahnt, sagte Christoph Walther, Leiter der IGS Linden. „Die Eltern von 603 Kindern standen Schlange. Es war, als sei eine Schleuse geöffnet worden.“ Einer Nachbarschule ging der Nachwuchs aus. Und die neue IGS hatte nur Platz für 180 Fünftklässler. Der Rat beschloss, dass die Schule mit acht statt sechs Klassen und damit 240 Kindern starten sollte. „Wir setzen auf ein Lernklima mit möglichst wenig Zeit- und Zensurendruck. Sitzenbleiben gibt es nicht“, sagte Walther. Als neues Ziel soll die Integration behinderter Kinder vorangetrieben werden. „Inzwischen erscheinen die ersten Großeltern mit IGS-Erfahrung bei uns.“

Die waren am Montag nicht da, dafür aber ehemalige Schüler wie Frank Wieneke, Olympiasieger im Judo, Schauspielerin Laura Kolbe, Tanzpädagogin Lalesim Ceylan und Ralf Schnoor, erfolgreicher Cafébetreiber und Günther-Jauch-Millionär. Der Neurobiologe Prof. Gerald Hüther plädierte in seiner Festrede für Schulen, die nicht ausgrenzen und in denen die Schüler gemeinsam Dinge entdecken und gestalten können. „Man kann nur dann Wissen im Gehirn verankern, wenn ein Mensch sich dafür begeistert.“

Die vier IGS-Absolventen haben in ihrer Schulzeit ähnliches erlebt. „Die Lehrer haben meine Selbstmotivation angeregt. Das ist mir im Sport zugute gekommen“, berichtete Frank Wieneke. Lalesim Ceylan nahm das Gefühl mit, als Einwandererkind kein Außenseiter zu sein. „Meine Eltern konnten mir nicht beim Lernen helfen. Aber die Lehrer waren immer ansprechbar.“ Ralf Schnoor erinnert sich, dass ihm die ersten Monate an der IGS gar nicht gefielen. „Die Schüler konnten machen, was sie wollen. Es gab keine klaren Hierarchien.“ Doch Schnoor akklimatisierte sich schnell und verteidigte fortan seine IGS gegen die Kritik der Freunde vom Gymnasium. „Die behaupteten immer, wir IGS-Schüler würden nichts lernen. Dabei hatte ich nie das Gefühl, dass ich dümmer wäre.“ Und dann lächelt der Mann, der mit seinem Wissen eine Million gewann.

[Bärbel Hilbig]

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11.06.2011, HAZ Göttinger IGS zur „besten Schule“ gekürt
Bundespräsident Wulff überreicht die Auszeichnung. Althusmann wehrt Strukturdebatte ab
Berlin/Göttingen (dpa/kor). Die Georg- Christoph-Lichtenberg-Gesamtschule in Göttingen ist zur besten Schule des Jahres gewählt worden. Bundespräsident Christian Wulff überreichte den Deutschen Schulpreis am Freitag in Berlin. Zur Begründung hieß es, die Göttinger Gesamtschule sei modellhaft: Von der fünften bis zur zehnten Klasse werden Gymnasiasten, Haupt- und Realschüler komplett gemeinsam unterrichtet. Bis zur achten Klasse gibt es keine Noten. „In den Schulen werden die Grundlagen für die Zukunft unseres Landes gelegt“, sagte Bundespräsident Wulff. Deswegen sei es wichtig, dass exzellente Unterrichtskonzepte Schule machten. In Göttingen war der Jubel am Mittag groß. Die Schüler der Lichtenberg-Gesamtschule verfolgten die Preisverleihung beim Public Viewing in ihrer Schule.
Im vergangenen Jahr hatte die IGS bereits den Deutschen Präventionspreis gewonnen. An der Schule arbeiten Schüler unterschiedlicher Begabung zu sechst in Tischgruppen – auch Kinder mit Behinderungen werden integriert. „Wir sind eine Schule, die gänzlich auf Selektion verzichtet“, beschreibt der didaktische Leiter Lars Humrich das Erfolgsgeheimnis seiner IGS.
Niedersachsens Kultusminister Bernd Althusmann (CDU) beglückwünschte die Schule zu ihrem Sieg, sagte aber, dass mit dem von der Robert Bosch Stiftung und der Heidehof Stiftung vergebenen Preis nichts über Gesamtschulen im Allgemeinen gesagt sei. „Hier wurde ein pädagogisches Konzept geehrt, nicht eine Schulform.“ Zudem sei die Zusammensetzung der Göttinger IGS eine für Gesamtschulen untypische. Überdurchschnittlich viele Schüler mit Gymnasialempfehlung besuchten die Lichtenberg- Gesamtschule. Die Landtagsfraktionen von SPD, Grünen und FDP dagegen forderten, das gemeinsame Lernen an Schulen zu stärken.
 
11.06.2011, NP Göttinger IGS ist die beste Schule
Bundespräsident Wulff überreicht die Auszeichnung. Althusmann wehrt Strukturdebatte ab
Zum zweiten Mal wurde eine niedersächsische Gesamtschule von Robert- Bosch- und Heidehof-Stiftung zur besten Schule des Jahres gewählt.
VON CHRISTINA STICHT UND DIRK RACKE GÖTTINGEN.

„Wir können als Niedersachsen stolz sein“, freute sich Kultusminister Bernd Althusmann (CDU) mit der Georg-Christoph-Lichtenberg- Gesamtschule aus Göttingen. Sie wurde zur besten Schule des Jahres gekürt. Bundespräsident Christian Wulff, der als Ministerpräsident in Niedersachsen die Gründung von Integrierten Gesamtschulen (IGSen) erschwerte und die Vorzeige-IGS in Göttingen- Geismar trotz dreier Einladungen nie besuchte, überreichte ihr gestern in Berlin den mit 100 000 Euro dotierten Deutschen Schulpreis. 2007 hatte bereits die Robert-Bosch- Gesamtschule in Hildesheim die renommierte Auszeichnung erhalten.
Die Göttinger IGS sei modellhaft, erklärte die Jury. Von der 5. bis zur 10. Klasse werden Gymnasiasten, Haupt- und Realschüler gemeinsam unterrichtet. Bis zur 8. Klasse gibt es keine Noten. Bereits 2010 hatte die IGS den Deutschen Präventionspreis gewonnen. Hier arbeiten Schüler unterschiedlicher Begabung zu sechst an Tischgruppen, behinderte Kinder werden integriert. Diese Teamarbeit sei vorbildlich für Schulen in ganz Deutschland, erklärte die Schulpreis-Jury. „Wir sind eine Schule, die gänzlich auf Selektion verzichtet“, beschreibt der Didaktische Leiter, Lars Humrich, das Erfolgsgeheimnis. Das Preisgeld soll in langfristige Projekte investiert werden.
Die 1975 gegründete Ganztagsschule ist eine der wenigen Schulen bundesweit, die bis zur 10. Klasse nicht nach Leistungen trennt. Es werden immer 65 Prozent Schüler mit Gymnasialempfehlung, 25 Prozent mit Realschul- und nur zehn Prozent mit Hauptschulempfehlung aufgenommen. Am Ende schafften auch viele schwächer eingestufte Kinder das Abitur, sagte Humrich.
„Alle Besucher sind begeistert, wenn sie diese Schule verlassen“, räumte auch Althusmann ein, der extra die Oberschule erfunden hat, um den Wunsch nach neuen IGSen klein zu halten. Sie hätten einen Sonderstatus der Kultusministerkonferenz und mehr Lehrerstunden. Die Zusammensetzung der Schüler sei „nicht das Typische für eine IGS“. Es gebe daher keinen Anlass für eine neue „ermüdende Schulstrukturdebatte“.
Das sehen die Oppositionsparteien SPD, Grüne und Linke sowie die Lehrergewerkschaft GEW anders. Unisono forderten sie Althusmann auf, die Leistungen von IGSen anzuerkennen und ihnen weiter das Abi nach 13 Jahren zu ermöglichen.
 
11.06.2011, HAZ Göttinger IGS zur „besten Schule“ gekürt
Bundespräsident Wulff überreicht die Auszeichnung. Althusmann wehrt Strukturdebatte ab
Berlin/Göttingen (dpa/kor). Die Georg- Christoph-Lichtenberg-Gesamtschule in Göttingen ist zur besten Schule des Jahres gewählt worden. Bundespräsident Christian Wulff überreichte den Deutschen Schulpreis am Freitag in Berlin. Zur Begründung hieß es, die Göttinger Gesamtschule sei modellhaft: Von der fünften bis zur zehnten Klasse werden Gymnasiasten, Haupt- und Realschüler komplett gemeinsam unterrichtet. Bis zur achten Klasse gibt es keine Noten. „In den Schulen werden die Grundlagen für die Zukunft unseres Landes gelegt“, sagte Bundespräsident Wulff. Deswegen sei es wichtig, dass exzellente Unterrichtskonzepte Schule machten. In Göttingen war der Jubel am Mittag groß. Die Schüler der Lichtenberg-Gesamtschule verfolgten die Preisverleihung beim Public Viewing in ihrer Schule.
Im vergangenen Jahr hatte die IGS bereits den Deutschen Präventionspreis gewonnen. An der Schule arbeiten Schüler unterschiedlicher Begabung zu sechst in Tischgruppen – auch Kinder mit Behinderungen werden integriert. „Wir sind eine Schule, die gänzlich auf Selektion verzichtet“, beschreibt der didaktische Leiter Lars Humrich das Erfolgsgeheimnis seiner IGS.
Niedersachsens Kultusminister Bernd Althusmann (CDU) beglückwünschte die Schule zu ihrem Sieg, sagte aber, dass mit dem von der Robert Bosch Stiftung und der Heidehof Stiftung vergebenen Preis nichts über Gesamtschulen im Allgemeinen gesagt sei. „Hier wurde ein pädagogisches Konzept geehrt, nicht eine Schulform.“ Zudem sei die Zusammensetzung der Göttinger IGS eine für Gesamtschulen untypische. Überdurchschnittlich viele Schüler mit Gymnasialempfehlung besuchten die Lichtenberg- Gesamtschule. Die Landtagsfraktionen von SPD, Grünen und FDP dagegen forderten, das gemeinsame Lernen an Schulen zu stärken.
>> Themenseite Gesamtschulen
 
04.03.2011 Loccumer Erklärung der niedersächsischen Schulleiterinnen und Schulleiter

Loccumer Konferenz der niedersächsischen Schulleiterinnen und Schulleiter an Gesamtschulen vom 2. bis zum 4. März 2011

Mit der Loccumer Erklärung 2011 bekräftigen die Leiterinnen und Leiter der niedersächsischen Gesamtschulen ihre in der Loccumer Erklärung vom März 2010 und in der Jeddinger Erklärung vom 26.11.2010 (vgl. Anlage) formulierte Forderung zur Genehmigung eines teilgebundenen Ganztagsangebots für die seit 2009 neu eingerichteten Gesamtschulen.

Solange diese Genehmigung verwehrt wird, müssen die neu gegründeten Gesamtschulen mit Ganztagsstunden im Rahmen des Grundzuschlags für offene Ganztagsschulen angemessen ausgestattet werden.
Zurzeit nehmen an den Schulen in jedem Jahrgang 145 bis 150 Kinder an mindestens zwei Tagen in der Woche Angebote im Ganztagsbereich wahr.

Nach Aussage des Kultusministeriums soll es an den neuen Gesamtschulen nach wie vor bei der Grundausstattung von 2,5 Stunden, ausschließlich für den Jahrgang 5, bleiben. Einen Zuschlag für den 6. Jahrgang soll es erst nach einer drei- bis vierjährigen "Karenzzeit" geben.

Geld für die Bereitstellung des Grundzuschlags für 2 Jahrgänge ist im Etat des Kultusministeriums offensichtlich vorhanden, da die neue Schulform "Oberschule" sofort Mittel für den teilgebundenen Ganztag bekommen soll.

Werden den neuen Gesamtschulen die Mittel für weitere Jahrgänge jetzt nicht zur Verfügung gestellt, können die Schulen ihr offenes Ganztagsangebot, das vom Kultusministerium auf der Grundlage der eingereichten Konzepte genehmigt worden ist, nicht weiter umsetzen. Durch die "Karenzzeit" ist die Aufrechterhaltung des Ganztagsangebots im Schuljahr 2011/12 an den neu eingerichteten Gesamtschulen massiv gefährdet.

Loccum, 4. März 2011 - Anlage: Jeddinger Erklärung vom 26.11.2010

>> Loccumer Erklärung der Schulleitungen der niedersächsischen Gesamtschulen, pdf, 37 kb
 
26.11.2010 Jeddinger Erklärung der niedersächsischen Schulleiterinnen und Schulleiter

Jeddinger Konferenz der niedersächsischen Schulleiterinnen und Schulleiter an Gesamtschulen

In der gegenwärtigen bildungspolitischen Situation bemühen sich die Landesregierung, die Oppositionsparteien im Landtag, die Verbände im
Bildungsbereich, die kommunalen Spitzenverbände und der Landeselternrat um langfristige und tragfähige Eckpunkte einer zukünftigen Schulstruktur in
Niedersachsen.
Die Leiterinnen und Leiter der niedersächsischen Gesamtschulen erkennen diese Bemühungen an. Sie machen aber darauf aufmerksam, dass die
gegenwärtigen Pläne und Überlegungen des Kultusministers zu gravierenden Auswirkungen auf die von Eltern gewünschten und erfolgreich arbeitenden
niedersächsischen Gesamtschulen führen:

1) In den Jahren 2009 und 2010 sind 32 neue Gesamtschulen genehmigt worden, 2011 werden noch weitere Genehmigungen folgen. Diese neuen
Gesamtschulen sind von ihrem Selbstverständnis und Qualitätsanspruch her gebundene Ganztagsschulen. Die Leiterinnen und Leiter fordern, dass
diese neuen Schulen ihr Ganztagsmodell gemäß dem Erlass „Die öffentliche Ganztagsschule“ selbst gestalten können und dass sie gemäß
dem Erlass „Klassenbildung und Lehrerstundenzuweisung an den allgemein bildenden Schulen“ mit Lehrerstunden ausgestattet werden. Die
unterstützende pädagogische Arbeit von Sozialpädagogen ist integraler Bestandteil der Gesamtschule, daher ist es unverzichtbar, dass jede
Gesamtschule adäquat mit Sozialpädagogenstellen ausgestattet wird.

2) In den Veröffentlichungen des Kultusministeriums zur langfristigen Schulstruktur ist die Kooperative Gesamtschule als eigenständige
Schulform nicht mehr vorgesehen. Die Leiterinnen und Leiter der niedersächsischen Gesamtschulen fordern, dass die bestehenden
Kooperativen Gesamtschulen in ihrem Bestand langfristig geschützt sind, im Schulgesetz verankert bleiben und dass es weiterhin die Möglichkeit
gibt, neue Kooperative Gesamtschulen zu gründen.

3) In den Verhandlungen des niedersächsischen Kultusministeriums mit den kommunalen Spitzenverbänden ist in der Öffentlichkeit der Eindruck
erweckt worden, Integrierte Gesamtschulen können auch vierzügig gegründet werden. Umso erstaunter nehmen die Leiterinnen und Leiter der
niedersächsischen Gesamtschulen zur Kenntnis, dass der Kultusminister die hohe Hürde der Fünfzügigkeit für die Gründung neuer Integrierter
Gesamtschulen nur in Ausnahmefällen verändern will. Die in den 90er Jahren gegründeten vierzügigen Integrierten Gesamtschulen arbeiten nach
wie vor sehr erfolgreich und beweisen, dass eine Vierzügigkeit möglich und sinnvoll ist. Wir fordern, dass die Schulträger gerade bei den
zurückgehenden Schülerzahlen die Möglichkeit erhalten, vierzügige Integrierte Gesamtschulen zu gründen. Außerdem sollten Kooperative und
Integrierte Gesamtschulen als ersetzende Schulformen geführt werden können, wenn die Schulträger dies wünschen.

4) Die Leiterinnen und Leiter der niedersächsischen Gesamtschulen begrüßen die Ankündigung des Kultusministers, die 2003 für alle Schulformen
erhöhten Klassenobergrenzen zu senken. Sie erwarten allerdings, dass der Kultusminister dabei die Integrierten Gesamtschulen ebenfalls
berücksichtigt.

5) Niedersachsen geht bei der Schulzeitverkürzung für Gesamtschulen einen Sonderweg. Die niedersächsischen Gesamtschulleitungen fordern den
Kultusminister auf, auf Antrag Möglichkeiten für eine 13-jährige Schulzeit als Regelfall für die Gesamtschulen zu eröffnen, die von ihrem
Schulkonzept her auf die längeren Schulzeiten ausgerichtet sind.

Die Schulleiterinnen und Schulleiter der niedersächsischen Gesamtschulen erwarten, dass ihre Vorschläge bei der zukünftigen Diskussion beachtet werden.

Jeddingen, 26.11.2010

 

HAZ, 07.07.2007

Ansturm auf Gesamtschulen hält weiter an

HAZ, 04.09.2007 Der Kommentar: Schulpolitik von gestern. Verbote, die allein ideologische Gründe haben, sind auch in der Schulpolitik von gestern..... >> Gesamtschulen 2007

HAZ, 04.09.2007 Busemann: Keine neuen Gesamtschulen nötig ... In den Augen der Gesellschaft der Gesamtschullehrer ist die Erweiterung meist der falsche Weg.. >> Gesamtschulen 2007

HAZ, 04.09.2007 Busemann: Kein Bedarf an neuen Gesamtschulen Die Gesamtschulen in Niedersachsen werden immer beliebter, können den Schüleransturm aber nur gut zur Hälfte bewältigen. Der Grund: Kultusminister Bernd Busemann (CDU) hält an seinem Gründungsverbot für Gesamtschulen fest und lässt offenbar auch keine Erweiterungen bestehender Gesamtschulen zu. SPD, Grüne und die Lehrergewerkschaft GEW fordern deshalb eine Kurskorrektur in der Bildungspolitik. ..... >> Gesamtschulen 2007

HAZ, 04.09.2007 In Niedersachsens Gesamtschulen fehlen 2300 Plätze Die Gesamtschulen in Niedersachsen werden immer beliebter.. Knapp 40 Prozent der Anmeldungen wurden abgewiesen. .. am Gründungsverbot für Gesamtschulen will der CDU-Politiker nicht rütteln. ... >> Gesamtschulen 2007

NP, 11.07.2007 Ansturm auf Hannovers Gesamtschulen Insgesamt seien allein an den genannten Gesamtschulen (in Niedersachsen) über 1600 Schüler abgelehnt worden – davon könne man 54 neue Gesamtschulklassen einrichten oder neun neue Gesamtschulen gründen..... >> Gesamtschulen 2007

NP, 11.07.2007 Neuer Streit um Gesamtschulen Nach ersten Zahlen muss dort dieses Jahr jede zweite Anmeldung abgelehnt werden – aus Platzmangel.... >> Gesamtschulen 2007

HAZ, 07.07.2007 IGS List punktet Im Rennen um den bundesweit ausgeschriebenen Deutschen Schulpreis 2007 ist die IGS List als einzige hannoversche Schule aus 170 Bewerbern ausgewählt worden und darf sich jetzt mit 13 anderen Schulen Hoffnung auf den mit 50 000 Euro dotierten Preis machen..... >> IGS List >> Gesamtschulen 2007

HAZ, 07.07.2007 Ansturm auf Gesamtschulen hält weiter an Losverfahren für Interessenten / Platz an den sechs IGS reicht nicht aus / 184 Schüler müssen andere Schulform wählen..... >> Gesamtschulen 2007

Braunschweiger Zeitung, 05.07.2007 Gesamtschulen müssen 328 Bewerber ablehnen Für das Schuljahr 2007/2008 wünschten wieder mehr als ein Drittel der Eltern aller Viertklässler – 37 Prozent – einen Platz an einer der drei Integrierten Gesamtschulen. Da dort aber nur 380 Plätze zur Verfügung stehen, mussten 328 Bewerber abgelehnt werden. >> Gesamtschulen 2007


NP, 22.06.2005  Rekordansturm auf Hannovers Gesamtschulen  -  85 Anmeldungen mehr als Plätze  Hannover. Gestern endete in Hannover die Frist für die Schüleranmeldungen. Es gibt mehr Anmeldungen als Plätze – noch mehr als im vorigen Jahr. Das Kultusministerium reagiert unbeeindruckt.         VON KATRIN SCHREITER      HANNOVER. „Es gibt zwar noch ein paar freie Plätze in der IGS Vahrenheide, aber das ist nur eine Frage der Verteilung“, sagt Christoph Walther, Schulleiter der IGS Linden. „Denn die Nachfrage ist groß, insgesamt haben wir in den sechs hannoverschen Gesamtschulen einen Überhang von ungefähr 85 Anmeldungen. Das ist etwa doppelt so viel wie im letzten Jahr.“    Wieder ein Rekordergebnis: „Das zeigt, dass der Trend zur Gesamtschule ungebrochen ist und die Eltern von manch zweifelhafter Kritik unbeeindruckt bleiben“, glaubt Walther.
Die sechs Gesamtschulen in Hannover nehmen jedes Jahr knapp 950 Schüler auf. Die Jahrgänge sind sechszügig, nur an der IGS Mühlenberg gibt es acht Parallelklassen. Dort waren die 240 Plätze innerhalb kürzester Zeit vergeben. „Das hatte ich erwartet. Und zwar nicht, weil unsere Schule im Ranking so weit vorn liegt“, sagt Rektor Georg Willmer, der auf die deutschlandweite „Capital“-Studie anspielt, bei der seine IGS unter den Top Ten der Schulen mit gymnasialer Oberstufe gelandet ist. Willmer: „Unsere Schule hatte schon vorher einen guten Ruf – ein breites Angebot und ein gutes Klima.“ Über die Nachfrage freut er sich: „Da fühlt man sich in seiner Arbeit bestätigt.“
Kultusminister Bernd Busemann (CDU), der das dreigliedrige Schulsystem favorisiert, reagiert gelassen auf die Zahlen: „Es bleibt den Gesamtschulen in Hannover unbenommen, ihre Kapazitäten zu erweitern.“ Neue IGS wird es aber – wie geplant – nicht geben. Die bestehenden Gesamtschulen seien achtzügig angelegt, „sie haben gesicherte Arbeitsgrundlagen, und im Rahmen der örtlichen Bedingungen sind notwendige und sinnvolle pädagogische und organisatorische Weiterentwicklungen möglich.“ Es sei also Sache der Schulen und der Stadt, mehr Schüler aufzunehmen.
Die Anmeldezahlen der Gesamtschulen Laatzen und Langenhagen sowie der Kooperativen Schulen der Region stehen noch nicht fest, da sie andere Anmeldetermine haben als die Schulen in Hannover

NP, 22.06.2005  Sennheiser findet Gesamtschule gut      HANNOVER/WEDEMARK. Unterstützung aus der Wirtschaft: Die IGS Mühlenberg wird vom Akustik-Spezialisten Sennheiser gefördert.    „Das ist die beste Schule Norddeutschlands, weil Schulleiter Georg Willmer das Beste für die Schüler will, was möglich ist. Das weiß die Landesregierung vielleicht nicht“, lobte Rolf Meyer, Chef des Akustikspezialisten Sennheiser aus der Wedemark, die Integrierte Gesamtschule. Sie ist nach einer Studie der Zeitschrift „Capital“ eine der zehn besten deutschen Schulen. Kultusminister Bernd Busemann (CDU) hatte die Studienergebnisse als nicht repräsentativ genug angezweifelt und politische Diskussionen über den Erfolg von Schulformen abgelehnt.      Meyer sitzt im Vorstand der Arbeitgeber-Stiftung Niedersachsen-Metall (Grundkapital: 25 Millionen Euro), die unter anderem praxisnahe Kontakte und Wirtschaftsschulungen in Bildungseinrichtungen fördert. Sennheiser ist dabei einer der Großsponsoren, die Mathematikolympiaden fördern oder unterhaltsame Technikkurse managen. Meyer: „Wir wollen – vor allem in der Region Hannover – noch viel mehr für Bildung tun, aber leider hindert uns die deutsche Regelungswut daran.“ bachHANNOVER. Die Bund
HAZ, 22.06.2005  IGS sind gefragt - Hohe Anmeldezahlen   HANNOVER. Die Integrierten Gesamtschulen in Hannover sind weiterhin sehr gefragt. An den meisten der sechs Schulen haben sich zum neuen Schuljahr mehr Fünftklässler angemeldet als aufgenommen werden können. Besonders die IGS List ist wie bereits in den vergangenen Jahren sehr beliebt. 207 Anmeldungen standen 115 Plätze gegenüber. 92 Kinder mussten abgelehnt werden. „Doppelanmeldungen an verschiedenen Schulen waren nicht möglich, weil wir uns diesmal das Originalzeugnis haben geben lassen“, sagt Schulleiter Oswald Nachtwey. Die Zahl der Plätze an Gesamtschulen reiche offensichtlich nicht aus.
An der IGS Roderbruch wechseln 68 Kinder aus der eigenen Grundschule in die fünfte Klasse. Die Schule nimmt 86 weitere Fünftklässler auf. 27 Kinder bekamen keinen Platz. An der IGS Linden starten gut 170 Fünftklässler. Die Schule sei damit „proppenvoll“, sagt Schulleiter Christoph Walther. Die IGS Mühlenberg hatte 230 Plätze zu vergeben und musste etwa 25 Kinder ablehnen. Die IGS Kronsberg konnte 117 von 134 Anmeldungen berücksichtigen. 17 Kinder und ihre Eltern müssen sich umorientieren.
Nur an der IGS Vahrenheide-Sahlkamp sind noch Plätze frei. „Wir rechnen aber mit weiteren Anmeldungen“, sagt Wilm Janssen, stellvertretender Schulleiter. Auch Petra Martinsen, Leiterin des Fachbereichs Schule, rechnet damit, dass einige Kinder, die anderswo keinen Platz bekommen haben, dorthin gehen. „Die Lehrer machen genauso gute Arbeit wie die anderen auch.“ bil
   
Waldorfschulen stellen sich vor
StadtAnzeiger Süd, 15.01.2004    Waldorfschulen stellen sich vor    Zum neuen Jahr präsentieren sich auch die Waldorfschulen in der Südstadt und in Bothfeld. Dort kann wie an jedem Gymnasium das Abitur abgelegt werden, ein Wechsel dorthin ist möglich. Die Freien Waldorfschulen sind Gesamtschulen von Klasse 1 bis 13 und stehen allen Kindern auch als Quereinsteiger in allen Klassenstufen offen. Außer in der Oberstufe werden keine Noten erteilt, die Kinder bleiben auch nicht sitzen, sondern die Zeugnisse enthalten bis dahin nur Entwicklungsberichte. Weitere Informationen gibt es in der Waldorfschule Maschsee unter Telefon 80 70 90 oder in Bothfeld unter Telefon 64 75 90. r  
IGS und KGS
NEUE PRESSE, 16.01.2004  Gesamtschulen:    DIE IGS   Erste IGS war 1971 die IGS Linden. Es folgten Mühlenberg und Roderbruch, in den 90er Jahren kamen die IGS List und Vahrenheide, die IGS Kronsberg ist die jüngste. An der IGS gibt es schulformübergreifenden Unterricht, keine Aufteilung nach Haupt-, Realschule und Gymnasium. Wert wird auf die Integration von Migranten und Behinderten gelegt. Typisch ist das Ganztagsangebot. Für die Oberstufe gelten dieselben Richtlinien wie für Gymnasien. jul         DIE KGS  Auf dem konservativeren Land entwickelten sich parallel zur IGS Kooperative Gesamtschulen - ein Kompromiss zwischen IGS und dreigliedrigem System. Sie entsprangen der Notwendigkeit, auf dem Land Gymnasien anbieten zu müssen. Die Schulzweige bleiben in der KGS erhalten. Doch es findet in Nebenfächern wie Sport, Kunst oder Musik übergreifender Unterricht statt. Die Lehrer arbeiten ebenfalls zweigübergreifend. Integration wird groß geschrieben. jul       
Eltern und Lehrer streiten für eine KGS in Steinhude
NEUE PRESSE, 16.01.2004 Gesamtschulen:   Eltern und Lehrer streiten für eine KGS in Steinhude    STEINHUDE. Die Eltern und Lehrer in Steinhude sind hartnäckig. Obwohl ihre Aussichten, eine KGS zu gründen, nicht rosig sind, geben sie nicht auf. In einem Café im Scheunenviertel beraten sie, welche Chancen sie noch haben. „Wir lassen uns nicht unterkriegen“, sagt Reinhard Skotzki.               Der OS-Lehrer: „Schon unter Sigmar Gabriel haben wir Interesse an einer KGS angemeldet, weil uns die Förderstufe suspekt war.“ Bereits im Januar 2003 gab es einen Gesamtkonferenzbeschluss pro KGS, Elternbefragungen fielen ebenfalls positiv aus, ein Antrag an die Stadt Wunstorf wurde gestellt. „Der wurde aber nicht weitergeleitet. Sie warteten die Wahl ab, und mit dem Regierungswechsel wars dann vorbei. Das war klar spekuliert“, wirft Elternvertreterin Ralfina Dicker den Behörden vor. Einer der Gründe für die KGS-Gründung sei der befürchtete Ansturm auf das Hölty-Gymnasium. Dieses habe jetzt 1300 Schüler, nach Prognosen könnten es bis zu 2000 werden. „Dann bräche hier alles zusammen“, so OS-Konrektorin Heide Inderthal. Außerdem sei das „Hölty“ eine Art Eliteschule. Wegen des hohen Leistungsdrucks wechselten viele Schüler nach Stadthagen. „Denen müssen wir doch eine vernünftige Alternative bieten.“            Die KGS-Idee fänden viele gut, weil es dort auf soziale Kompetenz ankomme und Schüler individuell gefördert würden. Inderthal und ihre Mitstreiter wollen sich jetzt mit anderen niedersächsischen KGS-Initiativen vernetzen. Sie hoffen: „Gemeinsam können wir was bewegen.“
Bundeselternrat wagt "Revolution": gemeinsame Schule für alle !
Frankfurter Rundschau, 21.05.2003   Bundeselternrat /  Gesamtschulen   Bundeselternrat wagt "Revolution"  Von Stephan Lüke 
    Der Bundeselternrat (BER), die Vertretung der Eltern von Schülern in Deutschland, fordert eine gemeinsame Schule für alle Kinder und damit das Ende der mehrgliedrigen Schulstruktur .  ...     "Wie schädlich die frühe Selektion ist, haben uns die Studien der jüngsten Vergangenheit offenbart", sagt Hendricks. An die Stelle der mehrgliedrigen Schulstruktur müsse eine gemeinsame Schule, etwa bis zum Ende der Pflichtschulzeit, treten . "Denn die Eltern wollen die bestmögliche Ausbildung für ihre Kinder. Und sie wollen eine Schulform, die eine individuelle und begabungsgerechte Förderung der Schülerinnen und Schüler ermöglicht", erklärt Hendricks. ...   mehr ...
Gesamtschulen stehen wieder hoch im Kurs
Gesamtschulen stehen wieder hoch im Kurs        Die niedersächsische Schulreform stößt auf Begeisterung und  Blockade. Viele Kommunen warten den Termin für die  Landtagswahl im Februar ab.       Hameln/Hannover. Es war ein bildungspolitischer Paukenschlag der besonderen Art. Stundenlang hatten die SPD-Chefs aus der Stadt Hameln, dem Landkreis Hameln-Pyrmont und die Landtagsabgeordneten darüber beraten, wie es mit den Schulen an der Weser weitergehen soll: Wo wird die neue Förderstufe angesiedelt? Gibt es neue Gymnasien auf dem Land? Ist die Abschaffung der Orientierungsstufe organisatorisch überhaupt zu bewältigen?          Was die SPD-Politiker als Ergebnis präsentierten, löst bei Eltern und Lehrern in der Rattenfängerstadt helle Aufregung aus. Der Plan liest sich wie eine Anleitung zum Bau von Gesamtschulen: Ein Traditionsgymnasium verschwindet praktisch ganz, an anderer Stelle entsteht ein Schulzentrum mit fast 2000 Schülern. Soll dies das Ergebnis der großen Schulreform sein, die Anfang Juni im Landtag beschlossen worden ist?        „Die Schulstrukturreform wird offenbar dazu benutzt, die Gesamtschule durchzudrücken“, beklagt der Hamelner Stadtelternrat. „Betroffen und enttäuscht“ seien die Eltern vom neuen Schulgesetz, sagt auch Thomas Kieschke vom Verband der Elternräte an Gymnasien in Niedersachsen. Die Orientierungsstufe werde nur in Förderstufe umbenannt.           Das Beispiel aus Hameln ist keineswegs untypisch für die Diskussion über die Schulreform in Land: In SPD-regierten Städten und Gemeinden gibt es eine  lebhafte Debatte über die Einrichtung von Gesamtschulen. Sieht das neue Schulgesetz doch auch vor, dass Haupt- und Realschulen besonders gefördert  werden, wenn sie ihre Förderstufe für die Klassen 5 und 6 unter einem Dach zusammenfassen.       Warum gibt es in einer arbeitnehmergeprägten Stadt wie Salzgitter noch keine  Integrierte Gesamtschule, fragt etwa die örtliche SPD. Eher praktische Erwägungen leiten ländliche Kommunen wie die Samtgemeinde Amelinghausen (Kreis Lüneburg): Damit künftig weniger Schüler nach Lüneburg fahren müssen, soll eine Kooperative Gesamtschule (KGS) mit Förderstufe bis einschließlich Klasse 10 entstehen. Die Schulen vergeben in diesem Modell eigene Abschlüsse, arbeiten aber eng zusammen.         Mit der KGS will man nicht zuletzt der Forderung nachkommen, dass mehr  Bildungsangebote auf dem „flachen Land“ geschaffen werden. Im Rat der Samtgemeinde Amelinghausen sind sich die Fraktionen weitgehend einig. Die Kommune will die Trägerschaft für die neue Schule übernehmen – Kostenpunkt allein für Investitionen: Sechs Millionen Euro. Vor einer Entscheidung will man allerdings die Bürger hinter sich haben. Bei einer Bürgerbefragung parallel zur Landtagswahl am 2. Februar sollen die Amelinghauser nun über die Zukunft der Schulen entscheiden.       Bei solchen Bürgerbefragungen könnten die Planer allerdings ihr blaues Wunder  erleben, sagt Kultusministerin Renate Jürgens-Pieper (SPD). Sie warnt ihre Parteifreunde vor einer  Gesamtschuleuphorie“. Für diese Schulform spreche zwar gerade nach der Pisa-Untersuchung viel. Allerdings habe die Vergangenheit gezeigt, dass die Gesamtschule bei einem großen Teil der Eltern „schlichtweg nicht durchsetzbar“ sei.           Die Kultusministerin ist insgesamt zufrieden mit dem Stand der Umsetzung bei der Schulreform. Allerdings dürfte auch ihr nicht entgangen sein, dass es auch ein halbes Jahr nach der Verabschiedung der Schulreform noch keine einzige Kommune gibt, die ein Konzept beschlossen hat. Vor allem CDU-dominierte  Städte und Gemeinden warten den Wahltermin am 2. Februar ab. Auch bei den Sozialdemokraten allerdings drückt man nicht aufs Tempo: Was ist, wenn die CDU tatsächlich die Wahl gewinnt und – wie angekündigt – das gerade beschlossene Schulgesetz wieder kippt?         Unklar sind für viele Kommunen weiterhin die Kosten der Reform. Durch verschiedene Papiere geistert die Zahl von 300 zusätzlichen Klassenräumen, die für Förderstufen eingerichtet werden müssten. Und zumindest indirekt drohen Vertreter der Kommunen damit, dass sich die Reform „verzögern“ werde – wenn das Land denn nicht Geld zur Verfügung stelle.   Jörg Kallmeyer   Veröffentlicht 01.12.2002 18:17 UHR    HAZ, 02.12.2002
Besser als die besten PISA-Staaten
PISA  /  Gesamtschulen  : Jeden Tag Theater    Eine Reformschule in Wiesbaden macht fast alles anders als die meisten Lehranstalten - und stößt damit in die internationale Pisa-Spitze vor.  "Hier ist eben alles anders als an anderen Schulen", sagt Jan und lacht wie einer, der weiß, dass er Glück gehabt hat. "Ich will ja nicht an eine stinklangweilige Schule gehen." Nun stellt sich heraus: Die Wiesbadener HLS, wie die Helene-Lange-Schule von Schülern und Lehrern kurz genannt wird, zält zu den besten Schulen im Lande.  Bei Pisa E, dem deutschen Teil der internationalen Schulstudie, hat die Lehranstalt mit Blick auf den Taunus exzelente Ergebnisse erzielt. So erreichten die Helene-Lange-Schüler in den Kompetenzbereichen Lesen und Naturwissenschaften Werte, mit denen sie nicht nur weit vor allen Bundesländern liegen, sondern sogar vor den bestern ausländischen Staaten wie Finnland oder Kanada. Selbst in Mathematik, dem schwächsten Gebiet der Wiesbadener Jugendlichen, reicht es noch zu einer ausgezeichneten Punktzahl (siehe Grafik). Dass die HLS eine normale Paukanstalt sein könnte, glaubt niemand, der jemals dort war. Die Mittelstufenschule mit 600 Schülern ist seit langem ein Wallfahrtsort der Reformpädagogik.     In dem Gebäude aus den späten fünfziger Jahren gibt es keine endlosen Flure, die an Krankenhäuser oder gar Kasernen erinnern. Überall schmücken von Schülern gestaltete Bilder, Figuren, Fotos oder Texte die Wände. Die Türen der Klassenzimmer genauso wie die der Schulleitung stehen immer offen.   Die Schüler entscheiden über ihren Stundenplan mit, mindestens vier Stunden pro Woche steht "Offenes Lernen" auf dem Programm, permanent lockern Projekte oder Exkursionen den Unterricht auf.  Wenn etwa "tätige Nächstenliebe" angesagt ist, müssen alle Schüler der achten Klassen ein Vierteljahr lang einen alten oder behinderten Menschen einen Nachmittag in der Woche betreuen   (siehe weiter SPIEGELNr. 45 / 4.11.2002) 
Erklärung Bremer Schulleiter der Sekundarstufe I  zur Pisa - E-Studie
PISAGesamtschulen: Erklärung Bremer Schulleiter der Sekundarstufe I  zur Pisa - E-Studie 
Was tun an Schulen? -   Die durch die PISA-Studie aufgezeigten Mängel des deutschen Schulwesens hatten ca. 30 Jahre Zeit zu „reifen“. Daher sind sie nicht von heute auf morgen mit kurzatmigen Schritten zu beseitigen. Gleichwohl müssen alle an Schule Beteiligten reagieren und notwendige Veränderungsprozesse einleiten.  Wir sind gut beraten, wenn wir uns bei dieser pädagogischen Neuorientierung von den Modellen des Lernorts Schule leiten lasen, die bei dem internationalen PISA-Wettstreit  zu guten Ergebnissen gekommen sind: Finnland und Schweden. Augenfällig ist, dass dort  integrierte Systeme – Gesamtschulen – eingerichtet  sind, in denen die Schüler von der ersten bis  zur neunten Klasse zusammen unterrichtet werden. Nach der neunten Klasse fächert sich die Schulstruktur in unterschiedliche Bildungsgänge auf. Die ersten 9 Jahre der Schullaufbahn sind durch eine Lernkultur  geprägt, die auf Sitzenbleiben und Notengebung weitgehend verzichtet. Die Schüler werden individuell gefördert. Leistungsschwache und – starke Schüler lernen miteinander und profitieren gegenseitig davon. Gleichzeitig ist ein Ganztagsbetrieb eingerichtet, der allen  Beteiligten an Schule – Lehrer wie Schüler – Zeit und Gelassenheit  verschafft,  die unabdingbar für erfolgreiches Lernen sind.         Pisa hat gezeigt, dass das möglichst lange gemeinsame Lernen von Schülern unterschiedlicher Leistungsstärke in vielen Ländern zu großen schulischen Erfolgen geführt hat. Dagegen hat das deutsche dreigliederige System solche Erfolge nicht vorweisen können. Von der Vorklasse bis zum Abitur fordern wir daher ein Schulkonzept "aus einem Guss" (Gemeinsamer Unterricht für alle Kinder von der 1. bis zur 9. Klasse.  Nach der 9. Klasse können wir uns einen Überbau aus gymnasialer und beruflicher Bildung analog dem schwedischen System vorstellen).   mehr ....    (23.09.2002)
Besser als die Sieger
Wiesbadene Kurier 4.11.2002   Besser als die Sieger  Helene-Lange-Schule bei Pisa-Studie mit herausragendem Ergebnis Wiesbaden. Es gibt ihn doch, den Lichtblick im trüben Jammertal der Bildungsmisere. Denn mindestens eine Schule in Deutschland hat nachweislich ein Niveau, das über internationalem Standard liegt: die Helene-Lange-Schule in Wiesbaden. 
Von Kurier-Redakteur Christoph Cuntz 
     An der Pisa-Studie hatten auch Schüler der Integrierten Gesamtschule teilgenommen–mit herausragendem Erfolg, wie sich jetzt herausstellt. Sie erreichten im Mittel 579 Punkte bei der Lesekompetenz. Weit mehr als die Schüler des Testsiegers Finnland, die im Durchschnitt auf 546 Punkte gekommen waren. Und der Durchschnittswert aller deutschen Schüler lag bei 484 Punkten, die erreichten damit nur Platz 21. „Der Mittelwert Ihrer Schule liegt bedeutsam über dem Wert, den Schulen mit vergleichbarer Schülerschaft erzielen“, heißt es in einer Rückmeldung, die der Schule seit einigen Tagen vorliegt. Absender: das Max-Planck-Institut, das in Deutschland die Federführung für den Pisa-Test hatte.       Herausragend auch die Leistungen der „Hela“-Schüler im Bereich Naturwissenschaften. Sie erzielten im Schnitt 598 Punkte – und waren damit um 46 Punkte besser als das Mittel der Testsieger aus Korea. Im dritten Bereich – Mathematik  – erreichten die Schüler zwar auch Spitzenniveau, lagen gleichwohl 17 Punkte unter dem Testsieger Japan, aber immer noch um 50 Punkte besser als das deutsche Mittelmaß.         50 Punkte: „Das entspricht einem Vorsprung von anderthalb Jahren“, so Schulleiterin Enja Riegel. Ihre Erklärung für den Erfolg: „Die Schüler hier lernen gerne“. Die hohe Leistungsbereitschaft gehe zurück auf ein „von allen getragenes Ethos“, das weit entscheidender sei als die Schulform.        Was damit gemeint ist? An Riegels Schule arbeiten die Lehrer in Teams, die Pädagogen unterrichten Fächer übergreifend. Ein Mathematik-Pauker kann auch Biologie oder Kunsterziehung lehren, obwohl er dafür nicht ausgebildet ist. Das Ziel: ein Lehrer soll in erster Linie Erzieher sein. Dazu soll er seine Klasse möglichst oft unterrichten, „damit er die Stärken und Schwächen seiner Schüler genau kennen lernt“.    „Ganz wichtig“ ist Enja Riegel aber auch das Lernen in Projekten, mit dem deutliche Schwerpunkte gesetzt werden. Sind die Römer Thema des Unterrichts, dann nicht nur in Geschichte, sondern gleichzeitig in möglichst vielen Fächern. So wird die Antike über mehrere Woche hinweg in all ihren Facetten beleuchtet. „Wir unterrichten insgesamt weniger Stoff, gehen aber mehr in die Tiefe“, sagt Riegel.   Lernen an sich soll eine Bedeutung bekommen, nicht allein die Note, mit der eine bestimmte Leistung bewertet wird. Gleichwohl wird auch Leistung honoriert, indem sie präsentiert wird: die mit zahlreichen Bildern und Ausstellungsstücken geschmückten Gänge der Helene-Lange-Schule sind Zeugnis dafür.       Für Enja Riegel, die Ende Januar in Pension geht, sind die Ergebnisse der Pisa-Studie die Krönung ihrer beruflichen Laufbahn. Sie leitet die Schule, die früher ein Mädchen-Gymnasium war, seit 1984. Zwei Jahre später wurde die Hela eine Reformschule. „Immer etwas Neues ausprobieren, weg von der eingefahrene Routine“, fordert die Direktorin vom Lehrer-Kollegium. Sie sieht sich weniger als Verwalterin ihrer Schule, sondern mehr als Managerin eines Unternehmens, das auch PR brauche.           Seit Mitte der 90er Jahre hat die „Hela“ den Status einer Versuchsschule. „Wir haben den Auftrag, neue Wege zu erproben und zu dokumentieren“. Dazu arbeiten die Lehrer eng mit Universitäten zusammen, etwa in Mainz oder Hamburg – ein zusätzlicher Arbeitsaufwand, den das Kultusministerium mit sieben zusätzlichen Lehrerstellen honoriert.  Bei alledem räumt Riegel ein, dass Eltern, die ihre Kinder an ihre Schule schicken, seltener arbeitslos sind und ein höheres Bildungsniveau haben. Bei der Pisa-Studie wurde dies berücksichtigt: Verglichen wurde die Helene-Lange Schule mit Schulen, deren Klientel einen vergleichbaren sozioökonomischen Hintergrund hat. Diese Schulen hatten im Schnitt keinen einzigen Schüler, der bei der Lesekompetenz die höchste Stufe erreichte. Bei der Helene-Lange-Schule (15 Prozent haben eine Empfehlung für die Hauptschule, 30 Prozent für die Realschule und 55 Prozent für die gymnasiale Oberstufe) erreichten immerhin 35,5 Prozent das höchste Niveau. 
Bildung eine "halbherzige Angelegenheit" - Gesamtschule als Tabu ist ein großer Fehler
PISAGesamtschulen:   Grüne zum Pisa-Erfolg: CDU soll umdenken    Helene-Lange-Schule als Vorbild gewürdigt   Vom 06.11.2002      Wiesbaden. (red) Die Grünen in Wiesbaden nehmen den herausragenden Erfolg der Helene-Lange-Schule bei der Pisa-Studie zum Anlass, die Schulpolitik der CDU aufs Korn zu nehmen. Diese spiele in Fragen der Einrichtung zusätzlicher Integrierter Gesamtschulen "stets den Bedenkenträger" und zweifele immer wieder den Wert dieses Schultyps an. Das jetzt vorliegende Ergebnis belege, dass diese Bedenken an der Wirklichkeit vorbeigingen.         Ähnlich äußern sich auch die Grünen im Landtag. Das erfolgreiche Abschneiden der Helene-Lange-Schule zeige die Notwendigkeit, das pädagogische Konzept und die Unterrichtsorganisation an hessischen Schulen zu ändern. "Das CDU-Bildungsmodell ist das genaue Gegenteil von dem, was an der Helene-Lange-Schule geschieht", so die bildungspolitische Sprecherin der Grünen-Landtagsfraktion, Priska Hinz.       Wie berichtet, hat die Helene-Lange-Schule in Sachen Lesekompetenz den internationalen Testsieger Finnland um 35 Punkte und im Bereich Naturwissenschaften den Testsieger Korea um 46 Punkte geschlagen. Für die Wiesbadener Grünen hat die Schule damit "den Beweis angetreten, welch außergewöhnliche Leistungen eine Integrierte Gesamtschule mit einem innovativen Schulkonzept hervorzubringen vermag". Nun solle die CDU den Weg für zusätzliche Integrierte Gesamtschulen in Wiesbaden endlich frei geben, fordert der schulpolitische Sprecher der Grünen-Rathausfraktion, Olaf Bayer.     Zwar könne das Konzept der als Versuchsschule anerkannten Helene-Lange-Schule nicht eins zu eins auf andere Standorte übertragen werden. Aber es eigene sich als Vorbild für das, was an den von den Grünen seit langem eingeforderten zusätzlichen IGS-Standorten umzusetzen wäre.         Die Aussage, die Helene-Lange-Schule könne nur deshalb mit besonders guten Ergebnissen aufwarten, weil sie nur Kinder aus bevorzugten Familien aufnehme, werde durch die Pisa-Studie nicht bestätigt. Denn die Helene-Lange-Schule sei mit Schulen verglichen worden, deren Schülerpopulation einen vergleichbaren Hintergrund hat. Bayer: "Das unterstreicht: Auf das richtige Konzept kommt es vor allem an"     (Main-Rheiner, 06.11.2002)
Bildung eine "halbherzige Angelegenheit" - Gesamtschule als Tabu ist ein großer Fehler
PISAGesamtschulen:  Wenn Bildung eine "halbherzige Angelegenheit" ist     Pisa-Koordinator Andreas Schleicher hält das Thema Gesamtschulen noch lange nicht für erledigt.     Stuttgart - Wie viel Bildung braucht der Einzelne? Wie viel Bildung braucht die Gesellschaft? Mehr als bisher, ist Andreas Schleicher, der Leiter der internationalen Pisa-Studie, überzeugt.     VON MARIA WETZEL
In Deutschland sei Bildung aller Sonntagsreden zum Trotz eine "halbherzige Angelegenheit", sagt Schleicher. ... Bildung sei einer der wichtigsten Faktoren für Wirtschaftswachstum. Auch für den Einzelnen zahle sie sich aus. Hochschulabsolventen haben höhere Einkommen und sicherere Arbeitsplätze. Doch Bildungsausgaben würden in Deutschland noch als Kosten statt als Investitionen betrachtet, kritisiert Schleicher. Sie seien deshalb niedriger als in vielen anderen Ländern. Und falsch verteilt. .... "Die Halbtagsschule bietet den Kindern nicht genügend Zeit, um das Gelernte zu verankern", kritisiert Schleicher... Bisher entscheidet in Deutschland vor allem die soziale Herkunft über die Schullaufbahn. ... Schleichers Analyse: Die Kleinen werden in den Kindergärten und Grundschulen zu wenig gefördert und zu früh auf Hauptschule, Realschule und Gymnasium verteilt. In den erfolgreichen Pisa-Staaten wie Finnland, Japan oder Kanada bleiben Schüler dagegen bis zur neunten Klasse zusammen. Kinder mit Leistungsschwächen würden so zusätzlich gefördert. ... Dass die meisten deutschen Bildungspolitiker nach der Pisa-Studie das Thema Gesamtschule zum Tabu erklärt haben, hält Schleicher für einen großen Fehler. (Stuttgarter Nachrichten, 05.11.2002) mehr ...  Informationen zu den Bildungsgesprächen  unter: http://www.literaturhaus-stuttgart.de