INKLUSION
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Integration an der IGS Hannover-Linden  http://www.schulelternrat.de/integration.htm
 
23.03.2012 Mangel an Lehrkräften mit dem Lehramt für Sonderpädagogik
23.03.2012, HAZ Land schreibt 2500 Stellen für Lehrer aus (pdf, 17 kb) . ...... Die Grünen-Politikerin Ina Kortner kritisiert vor allem, dass nicht mehr Sonderpädagogen eingestellt würden. „Wir schaffen es schon nicht, die Förderschulen ausreichend mit Lehrern auszustatten – wie soll das erst bei der Inklusion werden?“, fragte sie. Niedersachsen ist im Ländervergleich Schlusslicht beim gemeinsamen Unterricht von behinderten und nichtbehinderten Kindern. Während bundesweit im Schuljahr 2010/2011 bereits 22,3 Prozent der Schüler mit besonderem Förderbedarf eine reguläre Schule besuchten, waren es in Niedersachsen nur 8,5 Prozent ...
20.03.2012, SPD "Inklusive Beschulung in Niedersachsen" (pdf, 56 kb) Rede der stellvertretenden Vorsitzenden und schulpolitischen Sprecherin der SPD-Landtagsfraktion Frauke Heiligenstadt während der Plenarsitzung vom 20.03.2012 im Niedersächsischen Landtag
19.03.2012, Grüne Minister Althusmann benachteiligt Inklusive Schulen gegenüber Förderschulen, Zuwenig Sonderpädagogen - Land ohne Konzept (pdf, 35 kb)
Die schulpolitische Sprecherin der Landtagsgrünen Ina Korter hat die Benachteiligung von inklusiv arbeitenden Schulen gegenüber den Förderschulen bei der Personalausstattung scharf kritisiert. "Inklusion kann nur gelingen, wenn genauso viele Lehrerstunden, wie sie den Förderschulen zur Verfügung stehen, auch den Regelschulen gegeben werden. Dazu ist die Landesregierung aber offenkundig nicht bereit", kritisierte die Grünen-Politikerin.
Aus einer Antwort der Landesregierung auf eine schriftliche Anfrage Korters geht hervor, dass für ein Kind mit Förderbedarf bei der emotionalen und sozialen Entwicklung an einer Förderschule im Durchschnitt 3,9 Sonderpädagogik-Lehrerstunden zur Verfügung stehen, während eine Regelschule lediglich mit 3,1 Sonderpädagogenstunden ausgestattet würde, die Grundschulen sogar nur mit 2,4 Stunden. "Die ungleiche Verteilung der Stunden verschlechtert die Bedingungen fü die Inklusion".
09.03.2012, HAZ Ein Halbjahr ohne Unterricht / Ausgegrenzt - ein Junge ohne Schule (pdf, 26 kb) Ein zehnjähriger Junge aus der Region Hannover ist seit vergangenem September nicht mehr in der Schule geween. Er leidet unter Asperger-Autismus. Seine Eltern suchen verzweifelt eine passende Schule für ihn - und kämpfen mit den Behörden.
13.12.2011, Grüne "Welche Gefährdung droht der Verwirklichung der inklusiven Schule in Niedersachsen durch den Mangel an Lehrkräften mit dem Lehramt für Sonderpädagogik ?" (pdf, 116 kb) Kleine Anfrage mit einer ausführlichen Antwort.
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15.03.2012 Gesetzentwurf zur Einführung des Inklusion in Niedersachsen
13.03.2012, MK Nds. Entwurf eines Gesetzes zur Verwirklichung des Rechtes auf Inklusion von Schülerinnen und Schülern mit sonderpädagogischem Förderbedarf in die Schule, Drucksache 16/4591 (pdf, 112 kb) . ....
15.03.2012, SPD Änderungsantrag der SPD-Fraktion - Vielfalt ist Bereicherung - für ein sofortiges Aktionsprogramm zur Umsetzung inklusiver Bil-dung "Inklusive Beschulung in Niedersachsen" (pdf, 39 kb) Bildung ist Menschenrecht. Das Bildungssystem einer Gesellschaft muss allen Bürgerinnen und Bürgern gleiche Bildungschancen und Bildungsgerechtigkeit gewährleisten...Die Vielfalt der Begabungen und Lernpotenziale wird als Bereicherung erlebt und genutzt. Die Unterschiedlichkeit wird als Normalität erlebt, in der alle Schülerinnen und Schüler ihre besonderen Stärken und Förderbedürfnisse haben und haben dürfen. Inklusiver Unterricht setzt nicht nur an die speziellen, individuellen Förderbedürfnisse an, sondern verändert Didaktik, Methodik und Medien im Unterricht so, dass eine Individualisierung des Lernens in allen Lerngruppen möglich und wirksam wird. ... Die frühkindliche Bildung muss Bestandteil des Aktionsprogramms sein, weil die Grundlage für eine erfolgreiche Bildungslaufbahn in den ersten Lebensjahren gelegt wird.... Der Ausbau und die Verbesserung der frühkindlichen Förderung und Erziehung sind insbesondere für Kinder mit Behinderungen von zentraler Bedeutung. ...
15.03.2012, Grüne

Änderungsantrag der Fraktion von Bündnis 90/Grünen zum Gesetzentwurf (pdf, 41 kb). Aus der Begründung:
Aus einer Antwort der.Förderschulen soll es künftig nur noch für Schülerinnen und Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf in den Bereichen geistige Entwicklung, motorische und körperliche Entwicklung, Se-hen und Hören geben, solange ein Bedarf durch die Eltern in ausreichendem Maße besteht.
Schülerinnen und Schüler mit einem sonderpädagogischen Förderbedarf in den Bereichen Lernen, emotionale und soziale Entwicklung und Sprache können in einem gemeinsamen Unterricht mit anderen Schülerinnen und Schülern besser gefördert werden. Die hierfür erforderlichen Bedingun-gen sollen in den gemeinsamen Schulen geschaffen werden (vgl. Antrag der Fraktion Bünd-nis 90/Die Grünen "Inklusive Schule verwirklichen - sonderpädagogische Förderung in den allge-meinen Schulen" - Drs. 16/793). Die Förderschulen für diese Schülerinnen und Schüler sollen jahrgangsweise aufsteigend in die allgemeinen Schulen integriert werden.
Die Überweisung einer Schülerin oder eines Schülers an eine Förderschule gegen den Willen ihrer bzw. seiner Erziehungsberechtigten ist nicht zu vereinbaren mit dem Rechtsanspruch auf gemein-samen Unterricht gemäß der UN-Behindertenrechtskonvention. Vielmehr haben sich die Bundesre-publik Deutschland und ihre Länder verpflichtet sicherzustellen, dass Menschen mit Behinderungen innerhalb des allgemeinen Bildungssystems die notwendige Unterstützung erhalten.
Die Entscheidung, ob Schülerinnen und Schüler mit einem sonderpädagogischen Förderbedarf in den Bereichen geistige Entwicklung, motorische und körperliche Entwicklung, Sehen oder Hören eine gemeinsame Schule oder eine Förderschule besuchen, soll künftig auf ihre Erziehungsberechtigten übertragen werden.

  Die Überweisung einer Schülerin oder eines Schülers an eine Förderschule gegen den Willen ihrer bzw. seiner Erziehungsberechtigten ist nicht zu vereinbaren mit dem Rechtsanspruch auf gemein-samen Unterricht gemäß der UN-Behindertenrechtskonvention. Eine Überweisung von Schülerinnen und Schülern, die die Sicherheit von Menschen ernstlich gefährden, auf eine Förderschule, wäre zudem auch deshalb nicht zu vertreten, weil auch dort zu befürchten wäre, dass diese Schülerinnen und Schüler die Sicherheit von Menschen ernstlich gefährden. Der neu einzufügende § 69 Abs. 2, (gleichlautend mit § 69 Abs. 3 in der Beschlussempfehlung des Kultusausschusses) schafft ausreichende und geeignete Möglichkeiten, dass Schülerinnen und Schüler, die in besonderem Maße auf sozialpädagogische Hilfe angewiesen sind, ihre Schulpflicht zeitlich befristet in geeigne-ten außerschulischen Einrichtungen erfüllen können.
Auch Schülerinnen und Schüler, die auf sonderpädagogische Unterstützung im Förderschwerpunkt geistige Entwicklung angewiesen sind, haben Anspruch auf eine schulische Bildung. Sie können ihre Schulpflicht deshalb nur dann in einer Tagesbildungsstätte erfüllen, wenn diese sich spätestens ab 2013 zu einer Schule weiterentwickelt.
Nachdem die Landesregierung bei der Einführung der inklusiven Schule drei Jahre ungenutzt hat verstreichen lassen, erwarten die Eltern mehr Tempo bei der Verwirklichung der Inklusion. Mit der Umwandlung der Schulen zu inklusiven Schulen soll bereits zum Schuljahr 2012/13 begonnen werden. Eine Beschränkung auf Schwerpunktschulen soll nur bis zum Jahr 2016 möglich sein. Soweit im Gebiet eines Schulträgers auch eine oder mehrere Gesamtschulen bestehen, soll davon mindestens eine Gesamtschule inklusive Schwerpunktschule werden.
  Durch den Verzicht auf eine Doppelstruktur bei den Förderbereichen Lernen, Sprache und Emotio-nale und Soziale Entwicklung werden Ressourcen eingespart, die für eine bessere Ausstattung der inklusiven Schulen verwendet werden sollen.
 
02.03.2012 Behinderte dürfen ab 2013 in Regelschule
02.03.2012, HAZ Behinderte dürfen ab 2013 in Regelschule (pdf,17 kb) . Der gemeinsame Unterricht von Kindern mit und ohne Handicaps soll ab dem nächsten Sommer landesweit Realität werden - und zwar aufsteigend zunächst in den ersten und ab 2013 in den fünften Klassen.... Der Landeselternratsvorsitzende Pascal Zimmer lobte, dass die Fraktionen eine parteiübergreifende Lösung anstrebten. Gründ und Linke wollen dem Inklusionsgesetz aber nicht zustimmen. Sie kritisieren unter anderem, dass Regel- und Förderschulen parallel bestehen bleiben sollen.
02.03.2012, CDU Klare und von Danwitz: "Inklusionsgesetz im Kultusausschuss mit breiter Mehrheit verabschiedet." (pdf, 18 kb)
01.03.2012, LER Landeselternrat Niedersachsen zum Gesetzentwurf zur Umsetzung Inklusion (pdf, 26 kb). Der Landeselternrat Niedersachsen begrüßt, dass sich die Landtagsfraktionen ihrer Verantwortung und der Herausforderung gestellt haben und eine überparteiliche Umsetzung anstreben. Es sei daher zu erwarten, dass in der morgen stattfindenden Sitzung des Kulturausschusses ein Konsens zu dem veränderten Gesetzentwurf erzielt werden kann.
"Auch wenn einige Forderungen bislang nicht erfüllt wurden und abzuwarten bleibt, wie die Umsetzung der Inklusion ausgeführt wird und welche untergesetzlichen Regelungen hier begleitend vorgegeben werden, so ist es doch ein wichtiger und richtiger Schritt", so Pascal Zimmer, Vorsitzender des Landeselternrates.
Insbesondere der Umsetzung des §59 in der Praxis sehen die Eltern immer noch skeptisch entgegen und werden diese entsprechende in den Blick nehmen. "Es darf hier kein Signal gesetzt werden nach dem falschen Motto "Ihr müsst Inklusion umsetzen, aber wenn ihr das nicht möchtet, braucht ihr es auch nicht", so Zimmer abschließend.
01.03.2012, VBE "Nach großen Erwartungen folgt Ernüchterung!" (pdf, 26 kb)- Gesetzentwurf bleibt hinter "Regionalem Integrationskonzept (RIK) zurück - "Die Ausführungen im Gesetzentwurf (CDU/FDP-Fraktionen) erfüllen nicht die selbstgestellten Ansprüche an eine niedersächsische 'Inklusive Schule'. Die Reduzierung auf den Bereich Lernen im Primarbereich als einzig verbindlichen Einstieg in die 'Inklusive Schule' konterkariert die Arbeit in den 'Regionalen Integrationskonzepten (RIK)'. 40 Prozent der Grundschulen in Niedersachsen haben bislang in den Bereichen Lernen, Sprache und sozial-emotionale Entwicklung in Zusammenarbeit mit den Förderschulen erfolgreiche Arbeit geleistet."
28.02.2012, GEW GEW fordert Nachtragshaushalt (pdf, 41 kb). Inklusion darf nicht an unzureichenden Ressourcen und falschen Konzepten scheitern. Gezielte Steuerung der Ressourcen.
24.02.2012, Grüne Grüne: Inklusion in der Schule (pdf, 120 kb).. Eingebracht wurde der Gesetzentwurf von CDU und FDP ins Novemberplenum 2011. Zeittägige Anhörung der Verbände im Kultusausschuss am 15. und 16.12.2011. Fast alle Verbände - Ausnahme Philologenverband - sprachen sich für die Inklusion in allen Schulformen aus. Fast alle Verbände wünschten sich eine fraktionsübergreifend getragene Lösung. Die meisten wollten, dass bereits 2012 und nicht erst 2013 verbindlich begonnen wird und dass nicht hinter dem Stand der sonderpädagogischen Grundversorgung zurückgefallen wird. Unsere Kritikpunkte bisher: 1.Verkürzter Inklusionsbegriff ... 2 Einschränkung der inklusiven Beschulung 3.Alle Förderschulen bleiben bestehen, lediglich die Förderschule Lernen wird in Klasse 1-4 jahrgangsweise aufsteigend freiwillig ab 2012, verpflichtend ab 2015 aufgelöst 4.Überweisung an eine andere Schulform gegen den Willen der Eltern. 5.eine detaillierte Regelung für die Berufsbildenden Schulen fehlt.... 6.es gibt einen Bestandsschutz für die Tagesbildungsstätten 7.Schwerpunktschulen möglich bis 2018 8. Zwei Systeme nebeneinander - Ressourcenproblem
>> Themenseite Inklusion
 
02.03.2012 Gemeinsamer Gesetzentwurf zur Inklusiven Beschulung in Niedersachsen

Frauke Heiligenstadt (MdL, SPD): "Es war stets das Ziel sozialdemokratischer Bildungspolitik, flächendeckend so viel Integration von Kindern mit Behinderungen wie möglich zu erreichen. Dazu zählen Projekte und Konzepte wie „Lernen unter einem Dach“ und die Regionalen Integrationskonzepte (RIK), die Kinder mit Behinderungen integrativ beschulen. Dennoch konnte in der Vergangenheit dem Wunsch vieler Eltern, ihre Kinder mit Behinderungen inklusiv und wohnortnah in allgemeinen Schulen zu fördern, nur zu selten entsprochen werden."

Die SPD habe einen Paradigmenwechsel in der Schulpolitik erreicht. Das sind die konkreten Ergebnisse:
Kern des Gesetzentwurfes ist der Rechtsanspruch der Eltern, für ihr Kind eine Schulform zu wählen. Das Gesetz formuliert das Ziel, dass die Schulen in Niedersachsen grundsätzlich inklusive Schulen sind, die allen Kindern mit und ohne Behinderung einen barrierefreien und gleichberechtigten Zugang gewährleisten.
Maßnahmen zur Umsetzung der Inklusion werden aufsteigend ab dem Schuljahr 2012/2013 in dem Schuljahr 1 und ab dem Schuljahrgang 2013/2014 im Schuljahr 5 der allgemeinen Schule eingeführt.
Es können weiterhin Förderschulen mit den jeweiligen Förderschwerpunkten geführt werden. Der Grundschulbereich im Förderpunkt „Lernen“, „Sprache“ und „emotionale und soziale Entwicklung“ soll schrittweise aufgehoben werden.
Inklusive Bildungsangebote werden in allen Schulen in einem längerfristigen Prozess eingerichtet. Deswegen können die Schulträger sogenannte Schwerpunktschulen bestimmen, damit Schülerinnen und Schüler wenigstens eine inklusive allgemeine Schule in zumutbarer Entfernung erreichen können. Diese muss nicht zwingend im Gebiet des Schulträgers liegen. Schulträger können auch interkommunal zusammenarbeiten
Das Gesetz hat eine Revisionsklausel, damit dessen Auswirkungen überprüft werden können. Die Überprüfung soll bis 2018 erfolgen.
>> Statement zur Pressekonferenz der SPD-Landtagsfraktion am 01.03.2012 - am Tag vor der Sitzung des Landtags am 02.03.2012, pdf, 45 kb
>> Zahlen und Statistiken des Nds. Kultusministeriums zu Förderschulen, pdf, 1.402 kb
>> Verhandlungsergebnis zum Gesetzentwurf zur Inklusion, pdf, 62 kb
 
02.03.2012, HAZ Behinderte dürfen ab 2013 in Regelschule
Von Saskia Döhner
Hannover. Der gemeinsame Unterricht von Kindern mit und ohne Handicaps soll ab dem nächsten Sommer landesweit Realität werden – und zwar aufsteigend zunächst in den ersten und ab 2013 in den fünften Klassen.
CDU, FDP und SPD haben sich nach monatelangem Ringen auf einen gemeinsamen Gesetzentwurf geeinigt. Er soll heute im Kultusausschuss beraten und Ende März vom Parlament verabschiedet werden.
„Eltern können frei wählen, auf welche Schule sie ihr Kind schicken möchten“, sagte SPD-Schulexpertin Frauke Heilgenstadt gestern in Hannover „Der Satz ,Du gehörst nicht an diese Schule‘ ist dann Vergangenheit.“ Seitdem Deutschland dieUN-Behindertenrechtskonvention im Jahr 2009 ratifiziert habe, sei Inklusion, also die uneingeschränkte Teilhabe Behinderter an der Gesellschaft, ein Menschenrecht, sagte Heiligenstadt.
Der Gesetzentwurf der Regierungsfraktionen hatte ursprünglich vorgesehen, dass Kinder mit Beeinträchtigungen auch gegen den Willen ihrer Eltern auf eine Förderschule verwiesen werden dürfen.
Dagegen war die Opposition Sturm gelaufen, weil sie dies für eine massive Einschränkung des Elternwillens hielt. Wie Heiligenstadt sagte, sei dieser Passus jetzt abgemildert worden. Nur noch wenn das Wohl des Kindes oder Mitschüler gefährdet seien, dürften Kinder zur Förderschule geschickt werden, auch wenn ihre Eltern dagegen seien. Bei Straf- und Verweisungsmaßnahmen werde jetzt nicht mehr zwischen Kindern mit und ohne Behinderung unterschieden. Gestrichen wurde auch der Passus in demCDU/FDPEntwurf, wonach Schüler mit Handicaps, die den Unterricht an einer Regelschule massiv stören, zur Förderschule überwiesen werden können.
Landesbehindertenbeauftragter Karl-Heinz Finke begrüßte dies: „Die Schaffung einer diskriminierungsfreien Rechtsgrundlage war überfälli
g“, sagte er. Die Landesregierung hätte sich mit dem Schulgesetz zur Inklusion aber zu lange Zeit gelassen. Wichtig sei es auch, Kreise und Kommunen finanziell so auszustatten, dass sie Schulen wirklich barrierefrei machen könnten. Der Landeselternratsvorsitzende Pacal Zimmer lobte, dass die Fraktionen eine parteiübergreifende Lösung anstrebten. Grüne und Linke wollen dem Inklusionsgesetz aber nicht zustimmen. Sie kritisieren unter anderem, dass Regel- und Förderschulen parallel bestehen bleiben sollen.
 
02.03.2012, NP Freie Schulwahl für Behinderte
HANNOVER. Eltern behinderter Kinder können in Niedersachsen vom nächsten Schuljahr an frei wählen, auf welche Schule sie ihren Nachwuchs schicken wollen.
Nur wenn das Wohl des Kindes oder das der Mitschüler gefährdet ist, kann Schülern wie bisher der Besuch einer Förderschule vorgeschrieben werden. Das sieht der Gesetzentwurf von CDU, FDP und SPD zur sogenannten Inklusion, also dem gemeinsamen Unterricht von behinderten und nichtbehinderten Kindern, vor.
Die Klassen, die Kinder mit Förderbedarf integrieren, sollen mit 23 bis 24 Schülern deutlich kleiner werden als normale. Die Inklusion soll im Sommer zunächst freiwillig im ersten Schuljahr eingeführt werden, vom Schuljahr 2013/2014 an dann verbindlich in allen ersten Klassen und in den Folgejahren aufsteigend bis Klasse zwölf.
Zudem sollen die vorhandenen Förderschulen für Lernen, Sprache und soziale Entwicklung schrittweise abgeschafft werden. Dauerhaft bestehen bleiben aber die Schulen für seh-, hör- und körperbehinderte sowie geistig behinderte Kinder.
"Es ist ein positives Signal, dass im Sinne unserer Schülerinnen und Schüler so viele am gleichen Strang ziehen", sagte Kultusminister Bernd Althusmann (CDU). Der Weg dahin war nicht leicht: "Ich will nicht verfehlen, dass die Verhandlungen schwierig waren", betonte SPD-Schulexpertin Frauke Heiligenstadt.
 
02.03.2012, NP Behinderte Schüler: Land muss Schulen Rat und Hilfe bieten
Ein Kommentar von Heiko Randermann

Die Einigung kam überraschend: CDU, SPD und FDP haben sich auf einen Gesetzentwurf zum gemeinsamen Unterricht von behinderten und nicht behinderten Kindern (Inklusion) geeinigt, die Grünen werden vielleicht auch noch zustimmen. Es war ein langer Weg dahin, doch die große Einigkeit ist bei diesem Thema ein Segen. Es war ein langer Weg dahin, doch die große Einigkeit ist bei diesem Thema ein Segen.

Niemand bezweifelt, dass es richtig ist, die Trennung zwischen behinderten und nicht-behinderten Kindern so weit wie möglich aufzuheben. Doch man darf auch nicht verkennen, dass es ein großes Umdenken und auch eine Menge Engagement erfordert, diese Idee in der Praxis umzusetzen. Vor allem Lehrer sorgen sich, ob sie dieser verantwortungsvollen Aufgabe gewachsen sind. Und nicht wenige Eltern fragen sich, ob mit dieser neuen Herausforderung ein reibungsloser Unterricht möglich ist.
Mit dem Start der Inklusion im Sommer 2013 beginnt in den Schulen ein "Learning by doing". Langfristig wird sich das neue Miteinander einpendeln, doch gerade zu Beginn werden die Schulen Rat und Hilfe brauchen. Darauf muss sich das Land vorbereiten. Es darf nicht wieder der Fehler gemacht werden, dass man mit dem Verabschieden des Gesetztes das Thema abhakt. Die eigentliche Arbeit beginnt dann nämlich erst.
 
13.12.2011 Essensgeld an Förderschulen / Neubau einer Förderschule
13.12.2011, HAZ Schüler an FÖS zahlen bald mehr Essensgeld, Lehrer weniger (pdf,19 kb) Kurz vor der entscheidenden Regionsversammlung stoßen Pläne der Verwaltung auf Kritik, das Essensgeld an Förderschulen für die Schüler zu erhöhen, für Lehrer aber gleichzeitig erheblich zu senken. In den neun Förderschulen für geistige Entwicklung, die sich in Trägerschaft der Region befinden, sollen die Kosten pro Mittagessen für die Schüler von derzeit 2,30 auf 2,60 Euro steigen. Lehrer und andere Mitarbeiter, die bisher 5,10 Euro zahlen, sollen dagegen künftig nur noch 4,10 Euro für ein Mittagessen auf den Tisch legen. ... In einem Erlass des Kultusministeriums zu den Förderschulen heißt es: "Die Vorbereitung und die Einnahme der Mahlzeiten gehört zu den unterrichtlichen Aufgaben." Offenbar ist aber an einigen Schulen die Bereitschaft der Lehrer mitzuessen sehr gering. ... >> mehr
02.12.2011, HAZ Region hält an Neubau für Schule auf der Bult fest (pdf, 17 kb) Die Region hält an den Neubauplänen für die Schule auf der Bult fest - obwohl manche Förderschulen in Zukunft wohl überflüssig werden, da das Land Förderschüler künftig verstärkt in Rgelschulen unterbringen will. .. In der Schule auf der Bult kümmern sich die Lehrer um Kinder mit emotionalen und sozialen Beeinträchtigungen. "Es ist jedoch bereits jetzt so, dass die meisten Lehrer von der Bult ihre Schüler dezentral in normalen Schulen betreuen." Im Durchschnitt blieben die meist verhaltensauffälligen Schüler 1,3 Jahre auf der Bult, berichtet Franz. Dann kehren sie an eine Regelschule zurück. ....
Franz-Mersi-Schule: Die Förderschule für Sehen will an zwei Tagen pro Woche verpflichtend Ganztagsunterricht einführen. Der Schulausschuss befürwortete einstimmig den Antrag ans Land. Allerdings genehmigt dieses verbindliche Ganztagskonzepte aktuell nur für Oberschulen. Die Mersi-Schule will es dennoch versuchen. Die Schüler wohnen oft weit entfernt und sind auf Busse angewiesen, Planbarkeit sei deshalb wichtig. >> >> mehr
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25.11.2011, bildungsklick Enttäuschung über KMK-Empfehlung zur Inklusion

(red/pm) Als völlig unzureichend hat die Monitoring-Stelle zur UN-Behindertenrechtskonvention die Empfehlungen der Kultusministerkonferenz zur sonderpädagogischen Förderung "Inklusive Bildung von Kindern und Jugendlichen mit Behinderungen in Schulen" bezeichnet.

"Die Kultusministerkonferenz schafft es zweieinhalb Jahre nach Inkrafttreten der UN-Behindertenrechtskonvention nicht, konsequent für ein inklusives Bildungssystem einzutreten und das erforderliche Arbeitsprogramm daraus zu entwickeln", zeigte sich Valentin Aichele, Leiter der Monitoring-Stelle zur UN-Behindertenrechtskonvention enttäuscht. Man habe gehofft, die Kultusministerkonferenz übernähme stärker die Führungsrolle bei der Anleitung der Bundesländer, die schulische Segregation behinderter und nichtbehinderter Kinder und Jugendlicher zu überwinden.

>> mehr auf bildungsklick.de >> mehr zur Inklusion
 
01.11.2011 Hannover macht sich auf den Weg zur "Inklusiven Stadt"
24.10.2011, LHH Hannover "Auf dem Weg zur inklusiven Stadt" - Umsetzung der Behindertenrechtskonvention der Vereinten Nationen in der Landeshauptstadt Hannover, pdf, 124 kb, und Drucksache 1967/2011, pdf, 129 kb
  Im Rahmen der Haushaltsberatungen 2011 wurde die Verwaltung beauftragt, ein fachübergreifend angelegtes kommunales Handlungsprogramm zum Thema Inklusionzu entwickeln. Den Gremien soll von der Verwaltung ein jährlicher Bericht zur Umsetzung vorgelegt werden. Die Verwaltung stellt in der Anlage den Gremien den aktuellen Sachstand zur Erstellung des kommunalen Handlungsprogramms Inklusion dar. Zur weiteren Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention in der Landeshauptstadt Hannover wird dabei Folgendes festgestellt:
  Es wird eine dezernatsübergreifend angelegte AG "Inklusion" innerhalb der Stadtverwaltung unter Federführung des Jugend- und Sozialdezernates eingerichtet.Diese hat zum Ziel, dass das Thema Inklusion noch stärker als bisher in den nächsten Jahren handlungsfeldübergreifend Bestandteil von Planungen und Verwaltugshandeln wird. Dazu gehört insbesondere auch, dass das Thema Inklusion im Rahmen der kommunalen Bildungs- und Kita-Planung verpflichtend einbezogen wird. Für den Bereich der Schulentwicklungsplanung gibt es bereits eine Arbeitsgruppe bestehend aus Vertreterinnen und Vertretern von Land, Region Hannover und Stadt Hannnover, die das Konzept zur Umsetzung von Inklusion in Schulen im Rahmen der gesetzlichen Vorgaben des Landes erarbeiten wird. Die Ergebnisse dieser Arbeitssgruppe werden in die dezernatsübergreifende Arbeitsgruppe eingebracht. Mitglieder der Arbeitsgruppe sind jeweils eine Beauftragte oder ein Beauftragter aus jedem Dezernat sowie die städtische Behindertenbeauftragte. >> mehr
28.09.2011, CDU, FDP, nds.Landtag Gesetzentwurf der CDU und FDP im nds. Landtag zur Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention in der schulischen Bildung (NSchG), pdf, 82 kb
28.09.2011, CDU, FDP, nds. Landtag Synopse: Gegenüberstellung der geänderten Paragraphen des alten und neuen NSchG im Gesetzentwurf der CDU und FDP, pdf, 76 kb
01.11.2011, PM, SPD und Grüne Grüne, SPD: " Wo Inklusion draufsteht ist wieder Selektion drin" Zwangsabschulung auf Förderschulen unvereinbar mit UN-nvention, pdf, 46 kb
22.06.2011, Kreiselternrat Osnabrück Kreiselternrat Osnabrück fordert Umsetzung der UN-Konvention: In seiner Sitzung am 22.06.2011 hat der Kreiselternrat des Landkreises Osnabrück folgenden Beschluss gefasst: Der Kreiselternrat fordert das Land Niedersachsen, den Landkreis Osnabrück und die kreisangehörigen Gemeinden auf, unverzüglich gem Artikel 4 der Konvention alle geeigneten Gesetzgebungs- , verwaltungs- und sonstigen Maßnahmen zur Umsetzung des in Artikel 24 anerkannten Rechts auf inklusive Bildung zu treffen.
18..10.2011, BEV Pressemitteilung des Bayerischen Elternverbandes (BEV) Nr. 24/2011 vom 18.10.2011: "Inklusion in der Schule erst ganz am Anfang", pdf, 12kb. Elternverband fordert bessere Aufklärung der Schulen und Ansprechpartner für Eltern
 

"Eltern, die ihr Kind an der Regelschule anmelden wollen, bekommen häufig zu hören, dass für eine echte Förderung kein Personal da sei und Baumaßnahmen zu teuer kämen", sagt Maria Lampl, die Landesvorsitzende des Bayerischen Elternverbands.

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02.11.2011, NP Behinderte dürfen ab 2013 in Regelschule

Kinder mit und ohne Handicap sollen ab Sommer 2013 in Niedersachsen gemeinsam unterrichtet werden. Das sieht ein Gesetzentwurf vor, den die Regierungsfraktionen nach jahrelangen Debatten am Dienstag in Hannover vorgestellt haben. Begonnen werden soll in den ersten beziehungsweise fünften Klassen.

Hannover. Bis 2018 reicht es bei den weiterführenden Schulen aus, wenn ein Gymnasium oder eine Haupt- und Realschule im Landkreis Kinder mit Behinderungen aufnimmt. Danach soll dies an grundsätzlich jeder Schule möglich sein. Das Kindeswohl und die Wahlfreiheit der Eltern seien der Kern des Gesetzentwurfs, sagten die Fraktionsvorsitzenden Björn Thümler (CDU) und Christian Dürr (FDP). Die Eltern könnten entscheiden, ob sie ihre Kinder an eine Regel- oder eine Förderschule geben. Wenn Eltern allerdings eine Regelschule wählen, das Kind nach Ansicht der Pädagogen an einer Förderschule allerdings besser aufgehoben wäre, kann die Landesschulbehörde es dorthin schicken.

Während CDU und FDP von einer Ausnahmeregelung sprachen, sieht die Opposition darin die Aushebelung des Elternwillens. Die zwangsweise Zuweisung an eine Förderschule widerspreche der UN-Behindertenrechtskonvention. SPD, Grüne und Linke nannten den Regierungsentwurf „enttäuschend und halbherzig“. Ina Korter (Grüne) kritisierte, dass nahezu alle Förderschulen – mit Ausnahme der für lernbehinderte Kinder im Primarbereich (Klassen 1 bis 4) – bestehen blieben. Eine Doppelstruktur sei unsinnig und teuer.

Von den rund 35.000 Schülern mit Förderbedarf landesweit haben rund 18.000 Lernschwierigkeiten, 6000 bis 7000 Kinder gelten als sprachbehindert, ebenso viele zudem als verhaltensauffällig. Die Zahl der Schüler im Rollstuhl wird auf rund 200 geschätzt. Bis 2018 werde das Land ingesamt fast 45 Millionen Euro in den gemeinsamen Unterricht von behinderten und nicht behinderten Kindern investieren, sagte Kultusminister Bernd Althusmann (CDU). Bis dahin soll geprüft werden, welche Kosten auf die Kommunen zukommen und ob sie vom Land übernommen werden.

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09.10.2011, VNL/VDR

Verband Niedersächsischer Lehrkräfte: Gegen weiteres Hinausschieben der Inklusion - für mehr Mut bei Umsetzung der Inklusion

Hannover, den 09. Oktober 2011 - Der Verband Niedersächsischer Lehrkräfte – VNL/VDR hat mit Befremden die Ankündigungen des Kultusministeriums und der CDU-Landtagsfraktion zur Kenntnis genommen, die gesetzliche Verankerung der Umsetzung der UN-Behindertenrechts­konvention im Bereich der allgemein bildenden Schulen weiter hinauszuschieben. Auf Unverständnis ist die kurzfristige Absage des Vertreters des Kultusministeriums am VNL/VDR-Vertretertages zum Thema „Inklusion im Sekundar-I-Bereich“ in Walsrode gestoßen. „Das riecht nach Maulkorb. Oder hätte er mit leeren Händen zu uns kommen müssen?“ so Manfred Busch, VNL/VDR-Landesvorsitzender.

Der VNL/VDR hält die bislang geplante Fokussierung auf Umsetzung der Inklusion zunächst nur im Primarbereich für falsch. Es gibt schon jetzt immer mehr Kinder mit verschiedenen Förderbedarfen, die nach ihrer Grundschulzeit mit Schülern ohne Handicap in einer weiterführenden Regelschule gemeinsam unterrichtet werden möchten. In Niedersachsen gibt es zwar bereits Schulen im Sek-I-Bereich, insbesondere Realschulen und Oberschulen, die sich erfolgreich auf den Weg der Inklusion gemacht haben, aber die Nachfrage nach inklusiver Beschulung gerade im Sek-I-Bereich ist unverändert hoch und steigt weiter.

Um der Vielfalt der Kinder und der Unterrichtsanforderungen gerecht zu werden, bedarf es neben den räumlichen Voraussetzungen wie Barrierefreiheit eines umfangreichen Unter­stützungssystems an den Schulen. Zusätzlich zur regulären Lehrkraft braucht es an jeder Schule Förderschullehrer, Sozialpädagogen und pädagogisches Personal sowie entsprechende Fortbildungen, und das nicht nur im Primarbereich. Die bisherigen Klassengrößen sind deutlich zu senken, wenn Inklusion gelingen soll - so einige der Forderungen der Delegierten des Vertretertages.

Landesvorsitzender Busch fordert die Landesregierung auf, mehr Mut bei der Umsetzung der Inklusion zu zeigen: „Sorgfalt ist wichtig und richtig, darf aber nicht zum Verzögern führen. Eines aber muss jedem klar sein: Inklusion zum Nulltarif wird es nicht geben!“

 
11.10.2011, LER Nds.

Landeselternrat Niedersachsen:Schulische Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention

Mit großer Bestürzung hat der Landeselternrat Niedersachsen die Ankündigung der CDU-Fraktion im Niedersächsischen Landtag aufgenommen, die Umsetzung der Inklusion an Niedersachsens Schulen um ein weiteres Jahr hinauszuzögern. Zum geänderten Zeitplan hatte der stellvertretende CDU-Fraktionsvorsitzende Karl-Heinz Klare gestern in Hannover erklärt, die sorgfältige Gesetzesausgestaltung müsse bei der Inklusion oberste Priorität haben und das Wohl des Kindes und der beste Förderort müssten im Vordergrund stehen. „Diese Aussagen können wir vollkommen unterstützen“, erklärt hierzu Pascal Zimmer, der Vorsitzende des Landeselternrates Niedersachsen. „Die von Herrn Klare gefahrene Argumentationsschiene aber ist an Dreistigkeit wohl kaum zu überbieten. Seit Jahren sind intensive Gespräche in allen an Bildung beteiligten Verbänden geführt worden ....Alle Beteiligten müssen mitgenommen werden, Inklusion ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe und Inklusion wird nicht zum Null-Tarif zu haben sein. ..... Wenn die CDU-Fraktion jetzt zu der Auffassung gelangt ist, es bestünde Gesprächsbedarf, dann muss man feststellen, dass die Fraktion das Thema offensichtlich verschlafen hat, und dass die Kommunikation zwischen Kultusminister, Arbeitskreis Kultus der CDU und ihren Fraktionen ungenügend war. Sechs setzen – würde es in Schule heißen!“, so Zimmer abschließend. Den mit überwältigender Mehrheit (ohne Gegenstimmen bei einer Enthaltung) am 07.10.2011 gefassten Beschluss des Landeselternrates Niedersachsen finden Sie bitte nachstehend. ... >> die gesamte Pressemitteilung

Beschluss: Der Landeselternrat Niedersachsen fordert das Parlament und die Landesregierung auf, umgehend die gesetzlichen Voraussetzungen zur schulischen Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention zu schaffen. ... Der Landeselternrat Niedersachsen fordert in diesem Zusammenhang, alle Schulen in die Lage zu versetzen, auf die Bedürfnisse aller Schüler einzugehen. .... Mit Ausnahme des Förderbereichs Lernen, für den es zukünftig keine eigenen Schulen mehr geben soll, sollen in einer ersten Phase die Eltern darüber entscheiden können, ob ihre Kinder eine Regelschule oder eine Förderschule besuchen sollen. Inwieweit man später auch auf Förderschulen für andere Bereiche (z. B. Sprache) ganz wird verzichten können, muss dann die weitere Entwicklung zeigen. Der Landeselternrat Niedersachsen fordert ein abgestimmtes und unabhängig wissenschaftlich begleitetes Vorgehen zur Umsetzung der Inklusion unter Einbeziehung aller Beteiligten. Die notwendigen finanziellen, gesetzlichen und gesellschaftlichen Voraussetzungen sind zu schaffen. >> der gesamte Beschluss

>> Themenseite Inklusion
 
07.09.2011 - 24.11.2011 Ringvorlesung: Gemeinsam Inklusion lernen

07.09.2011 - 24.11.2011, mittwochs 16.00 - 18.00 Uhr - Universität Hannover, Gebäude I (ehemalige PH), Bismarckstr. 2, -
Festsaal 1. Etage, 30173 Hannover

Im Rahmen der Ringvorlesung werden grundlegende didaktische Aspekte zur Gestaltung des gemeinsamen Unterrichts für Schülerinnen und Schüler mit und ohne Förderbedarf aus theoretischer und praktischer Perspektive beleuchtet. Thematische Schwerpunkte sind:

  die Kooperation der Erwachsenen im Rahmen der Teamarbeit als zentrale Gelingensbedingungen für hochwertigen Unterricht;
  die Öffnung von Unterricht, damit individuelles und selbständiges Lernen auf unterschiedlichen Niveaustufen gelingen kann;
  die Gestaltung von Lernsituationen als soziale Prozesse, bei denen Schülerinnen und Schüler gegenseitig als Helfer, Modelle und Tutoren agieren, um voneinander zu lernen und, um sich in ihrer Verschiedenheit schätzen zu lernen;
  die Orientierung an gemeinsamen inhaltlichen Schwerpunkten des Lernens für alle, damit für alle ein Höchstmaß an Teilhabe in der Bildung möglich wird.
Im Rahmen der Abschlussveranstaltung soll Gelegenheit zum Diskurs über schulpolitische Konsequenzen gegeben werden, welche mit der Ausweitung des gemeinsamen Unterrichts und der Umsetzung der Behindertenrechtskonvention in Niedersachsen verbunden sind.
>> Ringvorlesung vom 07.09.2011 - 24.11.2011: Gemeinsam Inklusion lernen, pdf, 87 kb
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10.09.2011 - 09.10.2011 "Mit-ein-anders" 2011

Im

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>> "Mit-ein-anderes" vom 10.09.2011 - 09.10.2011: Aktionstage für alle Menschen mit und ohne Behinderung, pdf, 295 kb
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Landesarbeitsgemeinschaft GEMEINSAM LEBEN - GEMEINSAM LERNEN Niedersachsen e.V
17.09.2011, 10:00 - 12:00 Uhr Landestagung 2011: Inklusion von Anfang an…

Samstag, den 17. September 2011, 10: 00 – ca. 12:00 Uhr, Im Kreistagssaal, Trift 26, 29221 Celle

Was heißt eigentlich Inklusion? Inklusion heißt: Menschen mit und ohne Behinderungen leben und lernen in allen Bereichen von Anfang an miteinander.
Ist Inklusion überhaupt möglich? Aufgrund unserer Erfahrungen sagen wir: Inklusion ist möglich, doch es gibt zur Umsetzung von Inklusion
einiges zu beachten.

Herr Torsten Einstmann wird über die von der UN- Behindertenrechtskonvention geforderte Inklusion und ihre Umsetzungsmöglichkeiten anschaulich berichten. Herr Einstmann hat durch seine berufliche Tätigkeit vielfältige alltägliche Erfahrungen mit Inklusion.

Welche Schritte zur Inklusion müssen beachtet werden?
In Niedersachsen geht die Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention äußerst schleppend voran. Das hat unterschiedliche, aber vor allem politische Gründe. In einer Podiumsdiskussion wollen wir mit niedersächsischen Landtagsabgeordneten - den Bildungspolitischen Sprechern der Fraktionen – und mit Ihnen, den Teilnehmenden, über die Umsetzung der UN – Behindertenrechtskonvention ins Gespräch kommen und so Einfluss nehmen.

Wer ist die Landesarbeitsgemeinschaft GEMEINSAM LEBEN – GEMEINSAM LERNEN Niedersachsen e.V., und was will sie in Zusammenarbeit mit den Ortsvereinen erreichen?
Seit über 20 Jahren besteht die Landesarbeitsgemeinschaft GEMEINSAM LEBEN – GEMEINSAM LERNEN Niedersachsen e.V. schon.
Wir sind ein Zusammenschluss von Betroffenen, Eltern, Angehörigen, Fachleuten, Vereinen und Selbshilfegruppen, die sich für das Zusammenleben von Menschen mit und ohne Behinderungen einsetzen.
In der Vergangenheit wurden durch uns und durch die zugehörigen Ortsvereine niedersachsenweit viele integrative Projekte angestoßen und vorangetrieben.
Unsere Erfahrungen fließen in Konzepte und Gesetze zur Weiterentwicklung gesellschaftlicher Teilhabe von Menschen mit Behinderung ein.
Wenn es um Integration und Inklusion geht, werden wir immer wieder um Stellungenahmen und um Rat gebeten. Wir sind beratendes Mitglied im Landesbehindertenbeirat und im Landesrat für Menschen mit Behinderungen.
Wir gehen mit Betroffenen, mit Politikern, mit Entscheidungsträgern ins Gespräch.
Wir nehmen Einfluss, auch mit Hilfe der Rechtsprechung.
2009 ist die UN – Behindertenrechtskonvention für die Rechte der Menschen mit Behinderungen von der
Bundesrepublik Deutschland ratifiziert worden und somit in Kraft getreten.
Diese verlangt umfassend das Zusammenleben von Menschen mit und ohne Behinderungen - von Anfang
an!
Genau das haben sich viele Betroffene, Angehörige und Fachleute schon immer gewünscht, denn bisher
leben in vielen Bereichen Menschen mit und ohne Behinderungen noch immer voneinander getrennt.
Die Landesarbeitsgemeinschaft kann auf die Umsetzung der UN- Behindertenrechtskonvention Einfluss
nehmen, damit wir in Zukunft nicht mehr nebeneinander, sondern miteinander leben können!

Veranstalter der Tagung:
Landesarbeitsgemeinschaft GEMEINSAM LEBEN – GEMEINSAM LERNEN Niedersachsen e.V.
Gemeinsam leben – gemeinsam lernen e.V. Celle

Tagungsprogramm:
09:30 Uhr Eintreffen, Stehkaffee.
10:00 Uhr Eröffnung der Landestagung und Begrüßung durch Landesarbeitsgemeinschaft GEMEINSAM LEBEN – GEMEINSAM LERNEN
Niedersachsen e.V.. Landkreis Celle.
10:15 Uhr Vortrag: Inklusion von Anfang an Referent: Torsten Einstmann, Leiter des interministeriellen Büros des Bundesbeauftragten für die Belange behinderter Menschen.
11:00 Uhr Podiumsdiskussion mit den „Bildungspolitischen Sprechern der Fraktionen im Landtag“: Schritte zur Inklusion in Niedersachsen. Was kommt?
Moderator: Holger Bock, NDR
MDL Karl – Heinz Klare, CDU.
MDL Frauke Heiligenstadt, SPD.
MDL Ina Korter, Bündnis 90 / Die Grünen.
MDL Björn Försterling, FDP.
MDL Christa Reichwaldt, Die Linke.

Mit freundlichen Grüßen,
Landesarbeitsgemeinsschaft GEMEINSAM LEBEN – GEMEINSAM LERNEN
Niedersachsen e.V.: Dr. med. Gisela Schoepf, Mechthild Strake, Ulrike Beudgen.
Gemeinsam leben – gemeinsam lernen

>> GEMEINSAM LEBEN - GEMEINSAM LERNEN Niedersachsen - Landestagung, pdf, 87 kb
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11.08.2011 Aktion Mensch: "Viele Bundesländer müssen nachsitzen"

Zum Schulbeginn sind noch immer zu viele Kinder mit Behinderung von der Regelschule ausgeschlossen

(Bonn, 11. August) Beim Gemeinsamen Lernen von Kindern mit und ohne Behinderung kommt Deutschland unterschiedlich schnell voran. Das führt zu großen Unsicherheiten und Belastungen bei Eltern, Kindern und Lehrern. Nach Recherchen der Aktion Mensch besucht in Niedersachsen nur rund jedes zehnte Kind mit sonderpädagogischem Förderbedarf eine Regelschule, in Schleswig-Holstein sind es dagegen schon mehr als die Hälfte. Bundesweit betrug der Anteil im Schuljahr 2009/2010 nur 20,1 Prozent, neue Zahlen wird die Kultusministerkonferenz frühestens im November veröffentlichen. Nach der UN-Behindertenrechtskonvention, in Deutschland seit 2009 in Kraft, darf niemand aufgrund seiner Behinderung vom allgemeinen Bildungssystem ausgeschlossen werden.

"Die Barrieren in den Köpfen sind dabei das eigentliche Problem. Viele Bundesländer müssen nachsitzen, um deutlich mehr Kindern das Gemeinsame Lernen zu ermöglichen", sagt Martin Georgi, Vorstand der Aktion Mensch und Mitglied im Expertenkreis "Inklusive Bildung" der deutschen UNESCO-Kommission. "Es ist aber immer noch weit verbreitete Ansicht, dass Kinder mit Behinderung nur in der Sonder- oder Förderschule gut aufgehoben sind oder sie sogar das Fortkommen anderer auf der Regelschule bremsen."

Damit Gemeinsames Lernen gelingen kann, setzt Eberhard Jüttner, Vorsitzender des Paritätischen Gesamtverbandes, auf strukturelle Veränderungen: "Schon in der Lehrerausbildung müssen die Bedürfnisse von Kindern mit Behinderung berücksichtigt werden. Dazu brauchen wir in den Ländern klare Zuständigkeiten für die inklusive Schule. Das jetzige Träger- und Zuständigkeitswirrwarr ist eine Zumutung für Eltern und Kinder."

Teurer wird die inklusive Bildung für den Staat nur in der Anlaufphase, betont Andreas Hinz, Inklusionspädagoge der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg. Auf lange Sicht ist ein einheitliches Schulsystem mit weniger Schultypen kostengünstiger: "Mit einem voll ausgestatteten sonderpädagogischem System plus einem Gemeinsamen Unterricht an Regelschulen leistet sich Deutschland im Moment das denkbar teuerste Schulsystem überhaupt."

Eine druckfähige Grafik, ein ausführliches Interview mit Professor Andreas Hinz sowie Positionspapiere, Zahlen und Fakten aus den Bundesländern finden Sie auf unseren Internetseiten: www.aktion-mensch.de

Die Aktion Mensch ist die größte private Förderorganisation im sozialen Bereich in Deutschland. Die Soziallotterie wurde 1964 als Aktion Sorgenkind gegründet und 2000 in Aktion Mensch umbenannt. Zu ihren Mitgliedern gehören: ZDF, Arbeiterwohlfahrt, Caritas, Deutsches Rotes Kreuz, Diakonie, Der Paritätische Gesamtverband, Zentrale Wohlfahrtsstelle der Juden in Deutschland. Der Verein unterstützt mit seinen Erlösen jeden Monat bis zu 1.000 soziale Vorhaben der Behindertenhilfe und -selbsthilfe sowie der Kinder- und Jugendhilfe. Möglich machen dies etwa 4,6 Millionen Loskäufer der Aktion Mensch-Lotterie. www.aktion-mensch.de

Kontakt: Sascha Decker, Pressesprecher, Telefon: 0228/2092-392,
Mobil: 0173-702 3175, E-Mail: sascha.decker@aktion-mensch.de

>> Presseerklärung der Aktion Mensch vom 11.08.2011, pdf, 11 kb
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07.07.2011 Beschluss des KER Osnabrück zur Umsetzung der Inklusion

Der Kreiselternrat Osnabrück fordert das Land Niedersachsen, den Landkreis Osnabrück und die kreisangehörigen Gemeinden auf, unverzüglich gem. Artikel 4 der Konvention alle geeigneten Gesetzgebungs-, Verwaltungs- und sonstigen Maßnahmen zur Umsetzung des in Artikel 24 anerkannten Rechts auf inklusive Bildung zu treffen.

>> Beschluss des KER Osnabrück zur Umsetzung der Inklusion, pdf, 20 kb
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08.06.2011 Aktuell im Schulausschuss: Entwicklung eines Konzeptes zur inklusiven Beschulung für den Standort Hannove

Beim Schulausschuss am 08.06.2011 hat die Verwaltung die Informationsdrucksache zur Beschulung von Kindern mit sonderpädagogischem Förderbedarf - Entwicklung eines Konzeptes zur inklusiven Beschulung für den Standort Hannover - (Informationsdrucks. Nr. 1202/2011 mit 3 Anlagen) vorgestellt

>> Informationsdrucksache und Anlagen auf der Homepage der Stadt Hannover
>> Themenseite Inklusion
 
23.08.2011, 19:00 - 21:00 Uhr SPD List-Süd + AfB: Inklusion - ein Menschenrecht
SPD Ortsverein List-Süd: Einladung zur Diskussionsveranstaltung "Inklusion - ein Menschenrecht" - Informationen – Fragen – Ausblicke für die List
Zeit: 23. August, 19 - 21 Uhr
Ort: Gemeindesaal der Lister Johannesgemeinde, Bothfelder Straße (Der Zugang ist barrierefrei
Mit der 2009 erfolgten Ratifizierung der UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderungen (2006) verpflichtet sich auch die Bundesrepublik Deutschland, Menschen mit Beeinträchtigungen oder Menschen, die in anderer Weise von einer irgendwie gedachten Norm abweichen, nicht mehr in Sonderbereichen von anderen Menschen zu trennen. Sie hat sich verpflichtet, allen Menschen für alle Lebensbereiche einen Platz mitten in unserer Gesellschaft zu ermöglichen und notwendige Förderung und Unterstützung für ein selbständiges Leben bereit zu stellen.
Das gilt insbesondere auch für den Bildungsbereich.
Wir möchten Sie gerne über diese – für viele neue – Entwicklung informieren, bildungspolitische Konsequenzen, aber auch gelungene Praxis vorstellen und mit Ihnen ins Gespräch über Perspektiven für inklusive Praxis in der List kommen.
Programm:
Begrüßung: Irma Walkling-Stehmann, Kandidatin für das Amt der Bezirksbürgermeisterin
Dr. Jessica Löser, Institut für Sonderpädagogik, Leibniz Universität Hannover, Auf dem Weg zu einer inklusiven Pädagogik
Svenja Bruck, Verein „Mittendrin Hannover e.V.“, Wie inklusive Praxis trotz vieler Hindernisse gelingen kann: Beispiel KiTa
Christoph Walter, Schulleiter der IGS Linden, Inklusive Schule für alle ist jetzt schon möglich
Claus Arne Mohr, Politikwissenschaftler, Meine nicht-inklusive Bildungskarriere
Beiträge aus dem Publikum
Schlusswort und Ausblick: Ralf Borchers, Ratsherr der Landeshauptstadt Hannover
Moderation: Prof. Dr. Gregor Terbuyken

0rtsverein List-Süd der SPD, Vorsitzender: Werner Könecke, Odeonstr. 15/16, 30159 Hannover. Kontakt über: w.koenecke@t-online.de, http://spd-list-sued.de/ - auch auf facebook
Arbeitsgemeinschaft für Bildung in der SPD, Region Hannover, http://afb.spd-region-hannover.de/

>> Flyer der Diskussionsveranstaltung "Inklusion - ein Menschenrecht" als pdf, 302 kb
 
08.06.2011 Bündnis für Inklusive Bildung in Niedersachsen
Positionspapier

Die Bundesregierung und die Länder haben sich zur Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention (UN-BRK) verpflichtet. Eine der sich daraus ergeben-den Aufgaben ist die Schaffung eines inklusiven Bildungssystems. In den meisten Bundesländern ist das bisher nicht erkennbar. Niedersachsen stellt dabei ein trauri-ges Schlusslicht dar.
Auch zwei Jahre nach Inkrafttreten der UN-BRK ist ein politischer Wille der nieder-sächsischen Landesregierung zur Herstellung der inklusiven Bildung nicht spürbar. Stattdessen sorgt sie für Verunsicherung bei allen Beteiligten. Kinder, Eltern, Päda-gogen und Bildungseinrichtungen wissen nicht, welchen Weg die Landesregierung einschlagen will, um das Ziel ihres gesetzlichen Auftrages umzusetzen.
Die unterzeichnenden Verbände und Organisationen fordern die niedersächsi-sche Landesregierung auf, sofort ein inklusives Bildungssystem zu schaffen.
Wir erwarten
. einen verbindlichen rechtlichen Rahmen, damit auch Kinder mit Behinderun-gen eine Bildungseinrichtung in ihrer Nähe besuchen können
. Rahmenbedingungen zu schaffen und Ressourcen zur Verfügung zu stellen, damit behinderte und nicht behinderte Kinder gemeinsam lernen können
. einen verbindlichen Zeitplan zur Umsetzung

. dass die Umsetzung des Art. 24 durch geeignete Maßnahmen der Landesre-gierung zur Bewusstseinsbildung (Art. 8) unterstützt wird
. die aktive Beteiligung von Menschen mit Behinderungen, ihren Angehörigen und Verbänden im Sinne der UN-BRK
Im Interesse aller Kinder ist ein schnelles Handeln nunmehr unerlässlich.
>> Positionspapier des Bündnis für inklusive Bildung, pdf, 151 kb
>> Themenseite Inklusion
 
07.04.2011, BILDUNGSKLICK.DE INKLUSION: Auf dem Weg zu einem inklusiven Bildungssystem
Dortmund, 07.04.2011 - "Der von der Schulministerin angekündigte Fortbildungstag für Schulen, die zum kommenden Schuljahr mit dem gemeinsamen Lernen behinderter und nicht behinderter Kinder beginnen, ist ein Anfang", so der VBE-Vorsitzende Udo Beckmann. "Auch wenn wir uns etwas mehr gewünscht hätten, erkennen wir das als richtiges und wichtiges Signal an."
Aus Sicht des VBE ist es auch vernünftig, die von der Vorgängerregierung als Schulversuch eingerichteten Kompetenzzentren fortzuführen und wissenschaftlich untersuchen zu lassen. Nur die Untersuchung eines neutralen Wissenschaftlers kann zeigen, ob und inwieweit diese Kompetenzzentren uns auf dem Weg zu einem inklusiven Bildungssystem weiterbringen können. Auch die wissenschaftliche Bearbeitung der Frage der Ressourcensteuerung in einem inklusiven Bildungssystem hält der VBE für sinnvoll.
 
06.04.2011, BILDUNGSKLICK.DE Nordrhein-Westfalen:
Schulen, die gemeinsames Lernen neu einrichten, sollen Fortbildungstag erhalten
Schulen, die zum kommenden Schuljahr erstmalig gemeinsames Lernen behinderter und nicht behinderter Kinder einrichten, sollen dazu einen Fortbildungstag in Anspruch nehmen können. Das kündigte NRW-Schulministerin Sylvia Löhrmann an: "Um sich auf die anspruchsvolle Aufgabe der Schul- und Unterrichtsentwicklung vorbereiten zu können, sollen Lehrkräfte, die sich konkret mit dieser Aufgabe befassen, die Möglichkeit erhalten, gemeinsam am schuleigenen Konzept zu arbeiten oder sich durch erfahrene Kolleginnen und Kollegen beraten zu lassen." ....
Das Abkommen der Vereinten Nationen über die Rechte der Menschen mit Behinderungen (UN-Behindertenrechtskonvention) ist im März 2009 in der Bundesrepublik Deutschland in Kraft getreten. In Artikel 24 (Bildung) verpflichten sich die Unterzeichnerstaaten unter anderem, ein inklusives Bildungssystem auf allen Ebenen zu gewährleisten. Die Umsetzung des Artikels 24 fällt in die Zuständigkeit der Länder. Mit der Verabschiedung des Antrags am 1. Dezember 2010 hat sich der Land­tag eindrucksvoll zu diesem Auftrag bekannt und das Schulministerium mit der konzeptionellen Umsetzung beauftragt.
 
31.03.2011, BILDUNGSKLICK.DE BEHINDETENRECHTE: "Inklusion ist gut erprobt"
31.03.2011 -(red/ots) - Die Monitoring-Stelle zur UN-Behindertenrechtskonvention hat die aktuellen Papiere der Kultusministerkonferenz (KMK) zur inklusiven Bildung kritisiert. "Die Papiere spiegeln die verbindliche Richtungsentscheidung der UN-Behindertenrechtskonvention für ein inklusives Bildungssystem nicht wider", erklärte Valentin Aichele, Leiter der Monitoring-Stelle, anlässlich der Veröffentlichung der "Eckpunkte der Monitoring-Stelle zur UN-Behindertenrechtskonvention zur Verwirklichung eines inklusiven Bildungssystems" ... .
Zwei Jahre nach Inkrafttreten der Konvention in Deutschland seien entschlossene systematische Anstrengungen in den Bundesländern notwendig, um die Trennung von behinderten und nicht behinderten Kindern im Unterricht strukturell zu überwinden. An dem Ansatz der separierenden Förder- oder Sonderschule weiter festzuhalten, sei mit der Konvention nicht vereinbar, so der Menschenrechtsexperte. Mit ihren Papieren billige die KMK einzelnen Bundesländern den Raum zu, existierende Sonderschulen unhinterfragt weiterzuführen oder ihr bestehendes Sonderschulwesen sogar weiter auszubauen. ....
 
22.03.2011

"Mittendrin" eröffnet Beratung für eine bessere Integration

22.03.2011, HAZ "Mittendrin" eröffnet Beratung
  Mitte April startet der Verein "Mittendrin" eine professionelle Beratungsstelle, die Eltern und Institutionen unabhängig über die Integration von Menschen mit Behinderung informieren will. Imn dem 2007 gegründeten Verein haben sich betroffene Eltern zusammengefunden..... Infos gibt es unter www.mittendrin-hannover.de und unter (0511) 450 06 44
März 2011 Vechta: Erhalt der Förderklassen Sprache
 
August 2010

Position und Stellungnahme der Deutschen Gesellschaft für Sprachheilpädagogik

Deutsche Gesellschaft für Sprachheilpädagogik e.V., Landesgruppe Niedersachsen e.V., dgs
>> Stellungnahme zur EInführung der sonderpädagogischen Grundversorgung als inklusive Beschulungsmaßnahme (pdf, 41 kb)
Deutsche Gesellschaft für Sprachheilpädagogik e.V., Christian W. Glück, "Mit Sprache teilhaben" & "Inklusion im Lichte der UN-Behindertenrechtskonvention", Barrierfreie Bildungseinrichtungen, Besondere Maßnahmen zur Herbeiführung der Chancengleichheit, die Förderkonferenz, Inklusion von Anfang an: Frühförderung und Prävention, Sprachheilpädagogisches Bildungsangebot, Kompetenzzentrum "Sprache", Aus- und Weiterbildung: Fachspezifische Professionalität stärken! Mögliche Schwierigkeiten im Prozess der Inklusion, Aufgaben des Fachverbandes, Mit Sprache Teilhabe sichern.
>> Positionspapier der DGS zur Inklusion (pdf, 268 kb)
05.03.2011 Kultusminister: „Inklusion ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe"

Pressestelle Stiftung Universität Hildesheim. Eine exzellente Ergänzung der Gesamtstrategie des Landes“, lobte Kultusminister Dr. Bernd Althusmann im Gespräch mit Vizepräsidentin Dr. Margitta Rudolph den neuen Weiterbildungs-Masterstudiengang „Inklusive Pädagogik und Kommunikation

Wege zu einer gemeinsamen Bildung und Erziehung für alle – die Hildesheimer Pädagogischen Tage stellten in diesem Jahr Weiterbildungsangebote zum Thema Inklusive Pädagogik in den Mittelpunkt. „Schülerinnen und Schüler sollen starke Persönlichkeiten werden. Unabhängig von der Begabung wird in diesem Land jedes Kind gebraucht. Das sollte Maßstab für alle Handlungen des Bildungssystems und der Bildungsverantwortlichen sein. Schule muss Zukunftschancen eröffnen“, betonte Dr. Bernd Althusmann, Kultusminister des Landes Niedersachsen in der Stiftung Universität Hildesheim.

Am 4. und 5. März 2011 informierten sich Schulleitungen, Lehrkräfte, pädagogisches Personal und Studierende in der Stiftung Universität Hildesheim über Chancen und Möglichkeiten einer Inklusiven Pädagogik. Dr. Margitta Rudolph, Vizepräsidenten für Weiterbildung der Stiftungsuniversität Hildesheim und Leiterin der für die Lehrerfortbildung zuständigen Weiterbildungsabteilung WiN (Weiterbildung in Netzwerken) begrüßte rund 350 Teilnehmerinnen und Teilnehmer: „Auf Grund der Globalisierung und weltweiten Migration ist die Gesellschaft multikultureller geworden. Die Schule muss neue Wege finden, wie sie produktiv mit den unterschiedlichen Sprachen, Lebensstilen und Kulturen umgehen kann. Die diesjährigen Hildesheimer Pädagogischen Tage geben viele Anregungen, inklusive Pädagogik als eine Chance zu erkennen, Kindern und Jugendlichen so viel Unterstützung wie möglich zu geben. Es geht um die Förderung von Vielfalt, hin zu Selbstbestimmung, zu Selbstständigkeit und zum Ausschöpfen der individuellen Möglichkeiten von Kindern.“

„Das angestrebte Ziel der Teilhabe von Menschen mit Behinderungen in allen Lebensbereichen muss als gesamtgesellschaftliche Aufgabe gesehen werden, von Bund, Ländern und Kommunen“, betonte Dr. Bernd Althusmann, Kultusminister des Landes Niedersachsen und seit 2011 Präsident der Kultusministerkonferenz. „Schülerinnen und Schüler sollen starke Persönlichkeiten werden. Unabhängig von der Begabung wird in diesem Land jedes Kind gebraucht. Das sollte Maßstab für alle Handlungen des Bildungssystems und der Bildungsverantwortlichen sein. Schule muss Zukunftschancen eröffnen", so der Minister. Althusmann verwies – mit Blick auf das Wohl des Kindes – darauf, die Umsetzung inklusiver Pädagogik in Niedersachsen zunächst sorgfältig vorzubereiten.

In diesem Zusammenhang lobte der Minister die Vorreiterrolle der Stiftung Universität Hildesheim: Zum Wintersemester 2011/12 soll ein Weiterbildungs-Masterstudiengang „Inklusive Pädagogik und Kommunikation“ angeboten werden. „Der Weiterbildungs-Masterstudiengang ‚Inklusive Pädagogik und Kommunikation' ist eine exzellente Ergänzung der Gesamtstrategie des Landes. Es wird bekanntermaßen ein Aktionsprogramm der Landesregierung gemeinsam mit dem Behindertenbeauftragten in Niedersachsen geben, aus dem sich eine Vielzahl von Einzelmaßnahmen ableiten. Wenn an der Stiftung Universität Hildesheim ein Angebot gemacht werden kann, berufsbegleitend sich im Speziellen mit Fragen der Inklusion auseinanderzusetzen, sich dadurch weiterzuqualifizieren um damit wiederum andere Lehrkräfte von diesem Gedanken zu überzeugen, dann ist das eine Grundvoraussetzung für das Gelingen von Inklusion in Niedersachsen“, unterstrich Minister Althusmann.

Der Hamburger Erziehungswissenschaftler Prof. Dr. André Frank Zimpel gab in seinem Grundsatzreferat „Inklusive Pädagogik“ einen Einblick in die Geschichte der Inklusiven Pädagogik und skizzierte Herausforderungen, denen sich das Schulsystem stellen muss. „Wir haben immer heterogene Klassen, selbst im Elite-Gymnasium in Hamburg Blankenese. Normalität wird wenig hinterfragt. Wir müssen uns kritisch mit unseren Normalitäts-konstruktionen auseinander setzen“, forderte Zimpel. „Gerne zitiere ich Pablo Pineda, der selbst unter den Bedingungen einer Trisomie 21 (Down-Syndrom) lebt. Er forderte bereits 1997 in Madrid: Teilt die Menschen nicht in zwei Gruppen ein, die Normalen und die Anormalen. Wir sind genauso gleich und verschieden wie ihr.“ Auch Richard von Weizäcker betonte 2003 in Bonn: „Es ist normal, verschieden zu sein."


Am 13. Dezember 2006 verabschiedeten die Vertragsstaaten der UN die Konvention über Rechte von Menschen mit Behinderungen. „In Deutschland gewinnen die Themen Teilhabe und Inklusion insbesondere seit der Ratifizierung der UN-Konvention zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung durch den Bundestag und die Bundesregierung immer mehr an Bedeutung", befand Zimpel. Die Frage der Inklusion sei nicht allein Aufgabe der Institution Schule: „Eltern, Pädagogen und Mediziner in einem Boot – zu solchen Kooperationsformen müssen wir kommen."

Am Abend führten 50 Kinder der fünften Schulklassen der HS/RS Söhlde unter Leitung von Saskia Bögeholz und Line Pengel im Audimax das Theaterstück „Momo“ nach Michael Ende auf. „Das heutige Theaterstück stellte sehr eindrucksvoll unter Beweis, dass Kinder mit sehr unterschiedlichen Begabungen und/oder auch mit vielfältigen Benachteiligungen wirklich eine Bravourleistung vollbringen, dass Stärken gefördert werden können“, unterstrich die Vizepräsidentin für Weiterbildung. Die Rollen wurden von Kindern mit unterschiedlichen Begabungen besetzt – im Sinne einer inklusiven Pädagogik. Die Veranstaltung wurde sehr gut angenommen.

Welche Chancen sollen für wen eröffnet werden? Welche Rahmenbedingungen müssen geschaffen werden, damit der pädagogische Ansatz der Inklusion erfolgreich sein kann? Auf der abschließenden Podiumsdiskussion am Samstag, 5. März 2011, diskutierten Prof. Dr. Meike Sophia Baader, Institut für Erziehungswissenschaft der Stiftung Universität Hildesheim, Dr. Peter Wachtel, Referent für Sonderpädagogik am Niedersächsischen Kultusministerium, Dr. Inge Krämer-Kilic, Ausbildungsseminar für Sonderpädagogik, sowie Rektor Robert Düring, Schulleiter der Grundschule Am Ziesberg in Salzgitter.

Die diesjährigen Hildesheimer Pädagogischen Tage boten ein effizientes Weiterbildungsangebot in Form von Workshops, Vorträgen sowie Gesprächsforen an. Unter den 350 Teilnehmerinnen und Teilnehmern konnten 60 % Grundschullehrkräfte und 30% Lehrkräfte der Sekundarstufe I verzeichnet werden. In 20 Workshops wurden Themen wie „Barrierefreie Didaktik“, „Inklusive Schule/Konflikte inklusive – Eine praxisorientierte Einführung zur Konfliktlösung“, „Entwicklung sozialen Handelns in der Schule“ oder „Erfahrungen aus Inklusionsklassen“ behandelt. Veranstaltet wurden die Hildesheimer Pädagogischen Tage 2011 von der Stiftung Universität Hildesheim in Zusammenarbeit mit der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft/Kreisverband Hildesheim, der Landesschulbehörde, Standorte Hannover und Braunschweig/Regionale Lehrerfortbildung und dem Präventionsrat Hildesheim.

>> http://www.uni-hildesheim.de/index.php?id=1094 - Weiterbildung in Netzwerken WiN, Kontakt

>> http://www.uni-hildesheim.de

26.02.2011

Bremen: Kinder mit Förderbedarf kommen ohne zusätzliche Förderstunden an Regelschulen

26.02.2011, ZEB ZentralElternBeirat Bremen, Presseerklärung: .....´aber wir steuern den Prozess der Inklusion", pdf, 66 kb
  Im kommenden Schuljahr werden nun Kinder mit Förderbedarfen, aber ohne Anspruch auf weitere sonderpädagogische Förderung, als Regelschüler in einige Oberschulen kommen. Dabei können diese Oberschulen weder auf eine ausreichende Personalressource noch auf eine Erhöhung der Förderschulen setzen.
26.02.2011

Aktionsplan zur Umsetzung der UN-Konvention in Niedersachsen

18.02.2011, Nds.Sozialministerium Aygül Özkan: "Aktionsplan zur Umsetzung der UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderungen in Niedersachsen", pdf, 58 kb
17.02.2011, Nds. Kultusministerium Verordnung über die Schulorganisation (SchOrgVO), pdf, 254 kb
21.02.2011 Erste Förderschule in Hannover löst sich auf
21.02.2011, HAZ

Erste Förderschule löst sich auf, pdf, 19 kb

  In Hannover steht die erste Förderschule vor ihrer Auflösung: Die Paul-Dohrmann-Schule will zum August den Betrieb einstellen und ihre Schüler integrativ in Regelschulen unterbringen. Damit gehört die Schule zu den Vorreitern des Inklusionsgedankens, der davon ausgeht, dass Kinder mit und ohne Behinderungen gemeinsam in ihrem Stadtteil eine Schule besuchen. Die Paul-Dohrmann-Schule in Burg betreut ihre Grundschüler bereits seit zwölf Jahren integrativ in Grundschulen in den Nachbarstadtteilen
  Die 2009 neugegründete integrierte Gesamtschule Stöcken hat sich diesem "Regionalen Integrationskonzept Hannover Nordwest" angeschlossen. Vier Lehrer der Paul-Dohrmann-Schule arbeiten bereits in der IGS und kümmern sich dort um Fünft- und zum Teil auch Sechstklässler mit Förderbedarf beim Lernen. Die IGS Stöcken nimmt außerdem auch Kinder aus ihrem Einzugsbereich auf, die Handicaps beim Sprechen oder in der emotional-sozialen Entwicklung haben.
21.02.2011, HAZ Streit um Montessori-Schule, 17 kb

22.02.2011 Förderverein Eine Schule für Alle! in Hannover e.V.
Inklusive Bildung ist ein Menschenrecht. http://www.unicef.de/fileadmin/content_media/Aktionen/Kinderrechte18/UN-Kinderrechtskonvention.pdf Dieses Recht darf keinem Kind vorenthalten oder abhängig gemacht werden von Elternhaus und Einkommen, von kultureller und ethnischer Herkunft, von Begabung und Leistungsvermögen, von Behinderung oder Nichtbehinderung.
Vor etwa zwei Jahren, kurz vor dem Inkrafttreten der UN-Behindertenrechtskonvention http://www.dvfr.de/uploads/media/UN_Behindertenrechtskonvention_deutsch kam die Idee vom Verein Mittendrin-Hannover für viele Eltern, aber auch für viele PädagogInnen gerade recht, eine inklusive Schule nach dem Vorbild der Sophie-Scholl-Schule in Gießen zu gründen. Wir Eltern hatten die Hoffnung, dass es schneller geht, eine Schule zu gründen als eine Integrationsklasse zu beantragen und diese dann auch noch bewilligt zu bekommen.

In freier Trägerschaft der Annastift Leben und Lernen gGmbH sollte die 1. inklusive Schule in Hannover zeitnah entstehen. Eine Schule, die sich von Anfang an Inklusion mit allen Konsequenzen auf ihre Fahnen schreibt, eine inklusive Modellschule, die zur Lebendigkeit und als Maßstab mindestens in der hannoverschen Schullandschaft beitragen würde.

Die Ev. Landeskirche Hannover wurde von der Annastift Leben und Lernen gGmbH wegen einer gemeinsamen Trägerschaft angesprochen. Durch die Ev. Landeskirche sollte eine vom Schulgeld unabhängigere Finanzierung und eine schnellere Annerkennung als förderwürdige Schule erreicht werden. VertreterInnen der Landeskirche und des Annastifts wurden bei der Landeshauptstadt Hannover und der Landesregierung vorstellig. Hier wurde nach einiger Verhaltenheit Wohlwollen gegenüber dem inklusiven Schulprojekt signalisiert. Nur hat niemand mit der inneren Verhaltenheit oder der Haltung der Ev. Landeskirche bzw. ihren VertreterInnen gerechnet. Denn in dieser Institution wollte man erst die eine Synode abwarten, dann das andere Konzil, danach das nächste Entscheidungsgremium, bevor man überhaupt eine verbindliche Zusage zum Start der 1. inklusiven Schule in Hannover in Erwägung zieht...

Nun will die Annastift Leben und Lernen gGmbH intern prüfen, ob vielleicht auch und in absehbarer Zeit ein einzügiger Start als Schulzweig der Werner-Dicke-Schule möglich sein könnte.
Schade, dass gerade von einer Werte bildenden Institution wie der Ev. Landeskirche die Chance nicht genutzt wird, Vorreiterin in Sachen Inklusion in Niedersachsen zu sein.

Gut, dass wir den den Förderverein Eine Schule für Alle! in Hannover e.V. gegründet haben. Nach unserer Auftaktveranstaltung im September 2009 hatten wir den Eindruck einen Stein ins Rollen gebracht zu haben. Immer mehr kommunale Schulen in Hannover möchten gute Integrationskonzepte anbieten, immer mehr PädagogInnen möchten im Sinne der Kinder inklusiv arbeiten.

Der Förderverein Eine Schule für Alle! in Hannover e.V. hat mit Blick auf die Gründung einer inklusiven Schule in freier Trägerschaft pädagogische, künstlerische und architektonische Konzepte diskutiert und entwickelt. Dank dieser intensiven Arbeit können wir uns fundiert und qualifiziert mit den Fraktionen und EntscheidungsträgerInnen in Stadt und Land auseinander setzen. Dank dieser Arbeit sowie der zahlreichen Verknüpfungen und Vernetzungen hat sich der Förderverein immer mehr zu einer Institution etabliert, die Unterstützung für Schulen auf dem Weg zur Inklusion anbieten kann. Wir möchten weiterhin Wellen schlagen und mit Leidenschaft, Frische und Unbefangenheit die Barrieren und die Angst vor der Inklusion zu mindern.

Der Förderverein Eine Schule für Alle! in Hannover e.V. unterstützt theoretisch und praktisch Schulen auf ihrem Weg zur Inklusion: Jede Regelschule, jede Förderschule, jede private Schule kann EINE SCHULE FÜR ALLE werden. Der Förderverein Eine Schule für Alle! in Hannover e.V. ist auch Ihrer Schule dabei behilflich!

Herzliche Grüße Ute Wrede Förderverein Eine Schule für Alle! in Hannover e.V. Lister Meile 46 30161 Hannover fon 0511-35885-23 fax 0511-35885-15
1. Vorsitzende: Ute Wrede 2. Vorsitzende: Anke Berndt Kassenwart: Michael Leonhard info@eineschulefueralle-hannover.de www.eineschulefueralle-hannover.de

07.02. - 09.02.2011 Inklusion braucht rechtliche und gestaltbare Grundlagen
18.-20.03.2011, Tagung

>> Akademie Loccum: Inklusion - ja, aber wie?, pdf, 274 kb

09.02.2011, VBE, PM >> Inklusion braucht Grundlagen, pdf, 66 kb "Eine barrierefreie Lebensführung von Anfang an sei die Bringschuld der gesamten Gesellschaft", stellte Professor Clemens Hillenbrand seinem Vortrag "Wege zu einer inklusiven Schule" voran. Das dies eine große Herausforderung für die Pädagogen aller Erziehungs- und Bildungsstufen sei, daran ließ er keinen Zweifel. Er forderte u.a. eine umfangreiche Fortbildung aller Beteiligten, multiprofessionelle Teams in allen Schulstufen, eine dem inklusiven Unterricht angemessene Qualität und die Weiterentwicklung von Spezialschulen. >> www.grundschultag.de >>www.vbe-nds.de
05.02.2011, SPD >> SPD: Das Niedersachsenpapier, pdf, 81 kb
   
03.02 - 07.02.2011 Die Grenzen der Anderen - Das sagt das Schulgesetz
05.02.2011, HAZ >> Montessori-kauf-Grundschule, pdf, 15 kb
05.02.2011, HAZ >> Die Grenzen der Anderen, pdf, 26 kb
05.02.2011, HAZ >> Integration: Das sagt das Schulgesetz, pdf, 26 kb
 
Mai - Dezember 2010 Beschlüsse der AfB / SPD zur Inklusion
12.10.2010, Renate Jürgens-Pieper, Klaus Klemm >> Entwurf eines SPD-Papiers zu Schulstrukturellen Perspektiven in Deuschlands allgemein bildenden Schulen. pdf, 203 kb
   
31.08.2010, SPD-Landtagsfraktion Niedersachsen Die SPD-Landtagsfraktion hat die Aktion "Gute Schule" ins Leben gerufen. Sie ist die Antwort auf das Herumgeeiere der Landesregierung, die nun endlich Farbe bekennen muss.
  >> Anschreiben der Landtagsfraktion, pdf, 77 kb
  >> Fakten, pdf, 157 kb
   
10.08.2010, SPD-Landtagsfraktion Nds >> Entschließungsantrag der SPD-Landtagsfraktion: Vielfalt ist Bereicherung - für ein sofortiges Aktiosprogramm zur Umsetzung inklusiver Bildung, pdf
 

Inklusion wird als gleichberechtigte Teilhabe aller Menschen am Leben in der Gesellschaft verstan-den. Inklusion ist ein gesamtgesellschaftliches Konzept auf der Grundlage der UN-Konvention. In-klusion ist hiernach auch für die Zukunft von Bildung und Erziehung der einzig denkbare Weg. Er verlangt von allen Akteuren Mut, einen langen Atem und eine ausgeprägte Kommunikationsfähig-keit und Gesprächsbereitschaft. Der Weg hin zu einer inklusiven Gesellschaft erfordert von allen Menschen die Erweiterung ihrer Fähigkeiten und Kompetenzen. Inklusion zielt perspektivisch dar-auf, dass sich alle Bildungseinrichtungen lebenslang den Bedarfen aller ihrer Nutzerinnen und Nut-zer anpassen.

Mit der Unterzeichnung der UN-Behindertenrechtskonvention hat sich Deutschland verpflichtet, ein inklusives Bildungssystem zu verwirklichen. Inklusion stellt einen Paradigmenwechsel dar und er-fordert ein radikales Umdenken in der Bildungspolitik. ...

   
10.08.2010, SPD-Landtagsfraktion Nds >> Gesetzentwurf der SPD-Landtagsfraktion zur Herstellung des Rechtsanspruchs auf inklusive Beschulung, pdf
  „§ 4 Inklusion
Schülerinnen und Schüler, die einer sonderpädagogischen Förderung bedürfen (§ 14 Abs. 1 Satz 1), sollen an allen Schulen gemeinsam mit anderen Schülerinnen und Schülern erzogen und unterrichtet werden.2Welche Schulform sie besuchen, entscheiden die Erzie-hungsberechtigten (§ 59 Abs. 1 Satz 1).“ ....
   
21.06.2010, Ergebnisse einer Inklusionstagung in Bremen KMK-Präsident: „Gleichberechtigtes Miteinander behinderter und nichtbehinderter Kinder ist Anspruch und Verpflichtung für schulischen Alltag“
  >> Ergebnisse der Inklusionstagung in Bremen am 21.06.2010, pdf, 77 kb,
   
10. Juni 2010, SPD-Präsidium und Parteivorstand >> Priorität für Bildung – gerade jetzt! (Beschluss des SPD-Präsidiums und Parteivorstands)
  Im Vorfeld der Besprechung der Regierungschefs von Bund und Ländern am 10. Juni 2010 haben das Präsidium und der Parteivorstand der SPD in den heutigen Sitzungen folgenden Beschluss gefasst:

Priorität für Bildung – gerade jetzt!

Beste Bildung für alle Kinder ist die zentrale politische Herausforderung des 21. Jahrhunderts. Dies gilt nicht trotz, sondern gerade auch in Folge der internationalen Finanz- und Wirtschaftskrise.

Die Aufgabe einer verantwortlich handelnden Politik besteht darin, die richtigen Prioritäten zu setzen und diese dauerhaft finanziell abzusichern. Die deutsche Sozialdemokratie steht zu einer klaren Prioritätensetzung zugunsten der Bereiche Bildung, Wissenschaft und Forschung.

Wir erwarten, dass sich Bund und Länder am 10. Juni konkret vereinbaren, wie das Ziel, ab 2015 mindestens zehn Prozent des Bruttoinlandsprodukts für Bildung und Forschung auszugeben, erreicht wird. Wir wollen weder ein Abrücken vom 10-Prozent-Ziel noch eine zeitliche Verschiebung.

Ein modernes, leistungsfähiges und attraktives Bildungswesen, das allen Menschen gleiche Bildungschancen ermöglicht, führt über eine nachhaltige Stärkung der öffentlichen Bildungsinfrastruktur.

   
Juni 2010, Landesparteirat zur Inklusion >> Trennung in der Schule überwinden – gemeinsam von Anfang an! (Beschluss des Landesparteirates zur Inklusion)
 

„Eine solidarische Bürgergesellschaft zeichnet sich auch dadurch aus, dass sie Menschen mit Behinderungen Chancengleichheit und gleichberechtigte Teilhabe ermöglicht. Auf dem Weg dahin ist noch viel zu tun, damit Barrierefreiheit erreicht wird, also Menschen mit Behinderungen Zugang zu bestmöglicher Bildung, existenzsichernder Erwerbsarbeit und ungehinderter Teilhabe am politischen, kulturellen und gesellschaftlichen Leben ermöglicht werden. Wir wollen den Belangen von Menschen mit Behinderungen gerecht werden und ihnen eine umfassende gesellschaftliche Teilhabe ermöglichen.“
[Hamburger Programm, Seite 37]

„Die Vertragsstaaten anerkennen das Recht von Menschen mit Behinderungen auf Bildung. Um dieses Recht ohne Diskriminierung und auf der Grundlage der Chancengleichheit zu verwirklichen, gewährleisten die Vertragsstaaten ein integratives Bildungssystem auf allen Ebenen (…) Bei der Verwirklichung dieses Rechts stellen die Vertragsstaaten sicher, dass Menschen mit Behinderungen nicht aufgrund von Behinderung vom allgemeinen Bildungssystem ausgeschlossen werden“
[VN-Behindertenrechtskonvention, Artikel 24]
Teilhabe in Bildung

Kinder und Jugendliche brauchen individuelle Förderung und Unterstützung: in der Krippe, im Kindergarten, in der Schule und während ihrer Ausbildung. Das gilt für hochbegabte Kinder und Jugendliche genauso wie für Kinder und Jugendliche aus sozial schwierigen Verhältnissen, für Kinder und Jugendliche mit Migrationshintergrund oder für Kinder und Jugendliche mit einer Behinderung.
Unterstützung folgt dem Kind – nicht umgekehrt

Jedes Kind und jeder Jugendliche hat das Recht auf ein selbstbestimmtes Leben und auf optimale Förderung. Sie haben das Recht darauf, diese Unterstützung in ihrem alltäglichen Umfeld zu bekommen, unabhängig von der Wahl des Wohn- bzw. Bildungsortes. Heute können Kinder und Jugendliche mit Behinderung gegen ihren bzw. gegen den Willen ihrer Eltern einer speziellen Förderschule zugewiesen werden, d.h. der sonst garantierte Elternwille gilt hier nicht. .....

   
12.06.2010, AfB-Landeskonferenz

>> "Für eine sozialdemokratische Bildungspolitik unter inklusivem Vorzeichen – Wege zur Inklusion in Niedersachsen" (Beschluss der AfB-Landeskonferenz am 12. Juni 2010 in Hannover)

 

Inklusion ist in Niedersachsen zunehmend in aller Parteien Munde. Bildungspolitiker der Regierungsparteien, die sich im übrigen nach wie vor für das gegliederte Schulwesen einsetzen und die Gründung von Gesamtschulen durch schikanöse Auflagen verhindern, sprechen sich neuerdings zugleich dafür aus, die Zeit für Inklusion, für die gemeinsame Erziehung und Beschulung von Kindern mit und ohne Beeinträchtigungen und Behinderungen, sei gekommen, und schon zum neuen Schuljahr werde man in die Inklusion einsteigen.

Mit keinem Wort gehen sie allerdings auf den Widerspruch ein, wie sie die zentrale Forderung der Inklusion – die Schaffung der einen Schule für alle Kinder – in einem Schulsystem umsetzen wollen, das Kinder schon nach der Grundschulzeit sortiert und unterschiedlichen Schulformen zuweist.
Es gibt natürlich auch keine Antwort darauf, welche Schulen inklusiv werden sollen – dürfen etwa verhaltensauffällige Kinder künftig mit der Regelbeschulung auf einem Gymnasium rechnen? - und es ist gibt auch keine Angaben dazu, was Inklusion kosten darf und welche Ressourcen die Landesregierung dafür zur Verfügung stellt.

Inklusion droht in einer begrifflich, pädagogisch und materiell verwässerten Billigversion eingeführt zu werden.

Demgegenüber orientiert sich sozialdemokratische Bildungspolitik sowohl im Verständnis von Inklusion als auch in Fragen der Umsetzung an internationalen Maßstäben: an den Vorgaben der von der Bundesrepublik Deutschland unterzeichneten UN-Konventionen über die Kinderrechte sowie über die Rechte Behinderter einerseits, an den Standards für Schulorganisation, personelle und materielle Ausstattung andererseits, über die unter Inklusionsforschern Konsens besteht und die in Staaten, die uns in ihrer inklusiven Entwicklung voraus sind, als selbstverständlich gelte

   
29.05.2010, AfB Region Hannover / SPD Niedersachsen >> "Der Weg in eine inklusive Gesellschaft" (Antrag der AfB Region Hannover zum Landesparteitag der SPD Niedersachsen am 29.05.2010), pdf, 31 kb
Die nachfolgend beschriebenen Leitlinien sind in der bildungspolitischen Programmatik der SPD Niedersachsen aufzunehmen. Die Landtagsfraktion ist aufgefordert, für die Umsetung dieses Konzeptes die erforderlichen Initiativen zu ergreifen.
   
25.05.2010, AfB Region >> Grundsatzpapier der AfB Region Hannover zur Inklusion, pdf, 20 kb
  >> Grundsatzpapier der AfB Region Hannover auf der Homepage der AfB Niedersachsen
 

Der Weg zu einem Inklusiven Bildungssystem bedeutet eine grundlegende Veränderung in der Betreuung, in der Bildung, in den Freizeiteinrichtungen, in der beruflichen Bildung und in der Teilhabe an der Arbeitswelt. Für Deutschland bedeutet dies entscheidene Veränderungen in den staatlichen Institutionen, in den gesellschaftlichen Organisationen und in der grundsätzlichen Haltung jedes einzelnen Mitmenschen: Zurzeit werden in Deutschland 83 % der Mädchen und Jungen mit sonderpädagogischem Förderbedarf in speziellen Förderschulen unterrichtet

Diese grundlegende Veränderung bedeutet, dass bei der Umwandlung des Bildungssystems, bei der Auflösung von Förderschulen oder der Umwandlung in Kompetenzzentren die personellen und materiellen Ressourcen im Bildungssystem bleiben. Sowohl die Anzahl der Lehrkräfte als auch
der Führungskräfte muss erhalten bleiben und auf veränderte Strukturen angepasst werden.

Ein inklusives Betreuungs- und Bildungssystem beruht auf einer grundlegenden Umgestaltung der Einrichtungen, so dass nahezu alle Kinder und Jugendliche diese Einrichtungen besuchen können - z.B. Barrierefreiheit, Veränderung in der akustischen Gestaltung der Räumlichkeiten, Regelung der
Schülerbeförderung .....

 
20.04.2011, BILDUNGSKLICK.DE Behindertenkonvention
Inklusion: Viele Modelle statt einer Schule für alle
20.04.2010 - (dpa) – Die UN-Behindertenkonvention hat sich binnen eines Jahres als starker Motor für einen anderen Umgang mit behinderten Kindern im deutschen Schulsystem erwiesen. "Die Kultusminister sind informiert und alarmiert. Sie haben Hoffnungen begraben, dass sie ohne große Änderungen auskommen können", sagte die GEW-Vizevorsitzende Marianne Demmer dem dpa-Dossier Bildung Forschung. Der Präsident der Kultusministerkonferenz, Ludwig Spaenle (CSU), nannte die UN-Konvention eine "zentrale Wegmarke". "Die Umsetzung der Inklusions-Strategie bedeutet eine große Herausforderung", sagte er.
Die UN-Konvention, die ein inklusives, allgemeines Bildungssystem für alle Kinder vorsieht, trat am 26. März 2009 in Deutschland in Kraft. Bisher besuchen hierzulande die meisten Mädchen und Jungen mit sonderpädagogischem Förderbedarf verschiedene Förder- oder Sonderschulen. Nur rund 17 Prozent bundesweit werden gemeinsam mit anderen Kindern unterrichtet. Nach der UN-Konvention sollen es bis zu 90 Prozent sein. Mit seiner Quote bildet Deutschland innerhalb Europas mit ein trübes Schlusslicht(vgl. Schwerpunkt 46/2008)...
 
HAZ, 09.01.2009 Grüne wollen Förderschulen abschaffen - Eltern von behinderten Kindern müssen um Platz in Integrationsklasse betteln . >> Integration behinderter Schüler
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HAZ, 09.01.2009, >> Grüne wollen Förderschulen abschaffen - Eltern von behinderten Kindern müssen um Platz in Integraionsklasse betteln ... „Gemeinsamer Unterricht von behinderten und nicht behinderten Kindern muss die Regel, nicht die Ausnahme sein“ ...
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HAZ, 09.01.2009, >> Stichwort Integration: Möglichst viel gemeinsamer Unterricht ... Derzeit besuchen nur 4,7 Prozent der Schüler mit Förderbedarf eine reguläre Schule. Damit ist Niedersachsen bundesweit Schlusslicht..
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HAZ, 30.09.2008, >> Kein Problem: Geistig behindert und Gymnasiast ...In Bad Harzburg lebt eine 7. Klasse mit vier Down-Syndrom-Kindern mit einem Vorzeigemodell vor, was Integration wirklich heißt.
Antrag der Grünen zur Inklusiven Schule (pdf, 37 kb)
Gesetzentwurf der Grünen zur Inklusiven Schule (pdf, 38 kb)
13.02.2010, HAZ Modellprojekte für Integration beantragt
Schulen für alle Kinder

Zwei weiterführende Schulen in Hannover wollen in Kooperation mit Förderschulen die Integration behinderter Kinder weiter vorantreiben. Die Integrierte Gesamtschule Linden und die IGS Stöcken haben beim Kultusministerium unterschiedliche Modellprojekte beantragt, in denen sie behinderte und nicht behinderte Schüler gemeinsam unterrichten wollen. Die IGS Linden beschränkt sich dabei zunächst auf lernbehinderte Kinder, die IGS Stöcken will von Anfang an auch geistig behinderte Schüler einbeziehen.
Beide Schulen wollen sich zu inklusiven Einrichtungen entwickeln, die alle Kinder trotz unterschiedlicher Voraussetzungen aufnehmen.

Die Stadt unterstützt die Vorhaben. „Wir sind sehr froh, dass die ersten Schulen beginnen wollen“, sagt Schuldezernentin Marlis Drevermann. In der gesamten Region gebe es an städtischen und regionseigenen Förderschulen rund 4000 Schüler, die mittelfristig möglichst reguläre Schulen besuchen sollen. Die in Deutschland seit Anfang 2009 geltende UN-Behindertenkonvention fordert ein inklusives Schulsystem, in dem behinderte und nicht behinderte Kinder gemeinsam wohnortnah unterrichtet werden.
Niedersachsen bildete im Bildungsbericht der Kultusministerkonferenz 2008 das Schlusslicht mit einer Integrationsquote von 4,7 Prozent. In Bremen lag die Quote bei 45 Prozent.

 
Do, 13.01.2010, 18:00 - 20:30 Uhr Programmwerkstatt: Chancengleichheit – Schule der Zukunft: Wie schaffen wir Bildungschancen für alle?

Am Do, 13.01.2011, 18:00 - 20:30 Uhr in der IGS Stöcken, Schulzentrum Stöcken , Eichsfelder Straße 38, 30419 Hannover
>> Flyer zur Programmwerkstatt am 13.01.2011 als pdf, 47 kb >> Flyer mit der Übersicht über alle Programmwerkstätten als pdf, 217 kb
Homepage der AfB unter www.afb.spd-region-hannover.de

Wie kann der Übergang von der Schule in den Beruf erfolgreich gestaltet werden? Wie kann Chancengleichheit für Jugendliche unabhängig von ihrem familiären Hintergrund geschaffen werden? Und welche Rolle spielt dabei die inklusive Schule in der Region Hannover? Diese und andere Fragen werden wir zur Diskussion stellen und beispielhafte Projekte kennenlernen..

Begrüßung durch Heidi Stolzenwald, Bezirksbürgermeiserin Herrenhausen-Stöcken
Podiumsdiskussion mit

* Gregor Terbuyken, Studienleiter an der Evangelischen Akademie Loccum a.D
* Ulrike Thiele, schulpolitische Sprecherin der SPD-Regionsfraktion
* Michael Klie, schulpolitischer Sprecher der SPD-Ratsfraktion
* Rolf Doelle, Schulleiter der IGS Stöcken
* Garnet Eichholz, Elternvertreterin im Regionselternrat
* Moderation: Jessica Löser

Präsentation von Projekten

* zur gemeinsamen Beschulung und Freizeit von Kindern
* aus dem Stadtbezirk Herrenhausen-Stöcken, der sich auf den Weg zu einem „inklusiven Stadtbezirk“ gemacht hat
* zur „Sommerschule“ – Schule und Spaß in den Ferien
* zum Übergang Schule – Beruf

Die SPD in der Region Hannover bereitet sich auf die Kommunalwahl 2011 vor. In zehn öffentlichen Programmwerkstätten wollen wir mit Bürgerinnen und Bürgern, Vereinen, Verbänden und Organisationen darüber diskutieren, welche Politik in den einzelnen politischen Handlungsfeldern die beste für die Region Hannover ist.

Die Ergebnisse dieses Diskussionsprozesses sollen dann in das Kommunalwahlprogramm für die Wahl zur Regionsversammlung einmünden.

Bei dieser Veranstaltung wollen wir aber nicht nur über Vorstellungen von „guter Schule“ reden, sondern beispielhafte Projekte kennenlernen, von denen Anregungen für die konkrete Weiterentwicklung der Bildungslandschaft im Stadtteil oder in der Gemeinde ausgehen können.

Wir laden Sie sehr herzlich ein, sich an diesem Diskussionsprozess aktiv zu beteiligen!

Herzliche Grüße
Hans-Dieter Keil-Süllow(AfB)
Marc Müller-de Buhr (SPD Herrenhausen-Stöcken)

>> Homepage der AfB Region Hannover >> mehr über die AfB Hannover auf dieser Homepage
>> Flyer zur Programmwerkstatt am 13.01.2011 als pdf, 47 kb >> Flyer mit der Übersicht über alle Programmwerkstätten als pdf, 217 kb
 
Mi, 09.02.2011, 13:30 - 17:30 Uhr Durch Vielfalt lernen - auf dem Weg zur inklusiven Schule

Fachtagung zur inklusiven Bildung am 9. Februar 2011 in Celle
>> Flyer zur Fachtagung des SoVD, 953 KB >> Homepage des Sozialverbandes Deutschland
Ort: Alte Exerzierhalle Celle, Helmuth-Hörstmann-Weg 1, 29221 Celle. Anmeldungen auf dem Flyer an die Stadt Celle, Gleichstellungsbeauftragte

Der SoVD-Landesverband Niedersachsen e.V. und die Stadt Celle möchten dazu beitragen, dass gemeinsames lernen behinderter und nicht behinderter Kinder in Deutschland selbstverständlich wird.
Denn in Niedersachsen besuchen nur 4,7 Prozent aller Kinder eine Regelschule. Die große Mehrzahl von ihnen wird auf Förderschulen verwiesen.
Deshalb sind umfassende Veränderungen im Bildungssystem erforderlich. Auch, um den Zielsetzungen der UN-Behindertenrechtskonvention gerecht zu werden, die Deutschland seit dem 26. März 2009 zu einem inklusiven Bildungswesen verpflichtet.
• Welche Aktionspläne brauchen die Kommunen vor Ort auf dem Weg zur inklusiven Schule?
• Wie können Kindern die gleichen Startchancen ermöglicht und Diskriminierung verhindert werden?
• Welche konkreten Hilfestellungen benötigen sie, ihre Eltern und Lehrer, und wie können sie alle am besten in diesen Prozess eingebunden werden?
Unter diesen Fragestellungen möchten wir mit persönlich Betroffenen, mit Pädagogen und Experten, mit Vertretern aus Politik, Verbänden und Netzwerken diskutieren. Wir werden erörtern, welche Chancen und Potenziale inklusive Schulen als Regelschulen bieten und von welchen positiven
Beispielen gelernt werden kann.

Und wir möchten eine breite gesellschaftliche Debatte zum Thema anstoßen. Helfen Sie mit!

13.00 Uhr Imbiss / Stehcafé
13.30 Uhr Begrüßung - Stephan Kassel - Sozialdezernent der Stadt Celle

13.45 Uhr Chancen inklusiver Bildung für behinderte und nicht behinderte Kinder
Prof. Dr. Hans Wocken, Universität Hamburg

14.30 Uhr Dialoggespräch: Stolpersteine durch ein inklusives Bildungssystem
Ute Wrede, Förderverein „Eine Schule für Alle! in Hannover e.V.“
Jörg Zuromski, Schulleitung GHS Wietzenbruch

15.00 Uhr Was müssen Eltern beachten? Elke Lengert, Mittendrin Hannover e.V.
15.30 Uhr Kaffeepause
16.00 Uhr Interview zur Situation in Celle, Dirk-Ulrich Mende, Oberbürgermeister der Stadt Celle Klaus Wiswe, Landrat des Landkreises Celle

16.15 Uhr Politische Diskussion zur Umsetzung inklusiver Bildung in Niedersachsen
Dr. Bernd Althusmann, Kultusminister des Landes, Niedersachsen
Frauke Heiligenstadt, Schulpolitische Sprecherin der SPD in Niedersachsen
Ina Korter, Schulpolitische Sprecherin von Bündnis 90 / Die Grünen in Niedersachsen
Ernst-Bernhard Jaensch, Schulpolitischer Sprecher des SoVD-Landesverbandes Niedersachen e.V.

17.15 Uhr Zusammenfassung und Ausblick
Brigitte Fischer Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Celle
Manfred Grönda, Landesvorstandsmitglied des SoVD-Landesverbandes Niedersachen e.V.

>> Flyer zur Fachtagung des SoVD, 953 KB >> Homepage des Sozialverbandes Deutschland
 
2009 Bertelsmann-Stiftung: Jacob-Muth-Preis
Der "Jakob Muth-Preis für inklusive Schule" wurde an die Heinrich-Zille-Grundschule in Berlin, die Montessori-Gesamtschule in Borken und die Waldschule in Flensburg verliehen. Für ihren vorbildlichen Unterricht von behinderten und nicht behinderten Kindern erhalten die drei Schulen ein Preisgeld von je 3.000 Euro. Projektträger sind der Beauftragte der Bundesregierung für die Belange behinderter Menschen, Hubert Hüppe, die Deutsche UNESCO-Kommission und die Bertelsmann Stiftung.
>> Jakob-Muth-Preis auf der Homepage der AfB - auch die Preisträger des Jahres 2009
>> Jakob-Muth-Preis auf der Homepage der Bertelsmann-Stiftung
>> Flyer zum Jakob-Muth-Preis als pdf, 1 MB
>> Artikel zur Verleihung des Jakob-Muth-Preises 2010
Unter dem Motto "Gemeinsam lernen - mit und ohne Behinderung" zeichnete der "Jakob Muth-Preis für inklusive Schule" auch in diesem Jahr Schulen aus, in denen behinderte und nicht behinderte Kinder vorbildlich gemeinsam lernen.

Projektträger sind der Beauftragte der Bundesregierung für die Belange behinderter Menschen, Hubert Hüppe, die Bertelsmann Stiftung und die Deutsche UNESCO-Kommission. Bewerben konnte sich bis zum 14. Mai jede Schule, die den Weg zur inklusiven Schule beschreitet - unabhängig von Schulform oder Trägerschaft. Die drei ersten Preise sind mit je 3.000 Euro dotiert und wurden im Oktober 2010 feierlich verliehen.

Mit dem bundesweiten Preis soll die Praxis von Schulen bekannter gemacht werden, die eine bessere Teilhabe ermöglichen - unabhängig von Herkunft, Beeinträchtigung oder sonstiger Benachteiligung. Namensgeber Jakob Muth (1927-93) hatte sich als Bochumer Professor schon früh für eine gemeinsame Erziehung behinderter und nicht behinderter Kinder eingesetzt.

Bis heute sieht die Praxis in Deutschland anders aus: Rund 85 Prozent der Kinder mit Behinderungen oder Lernschwierigkeiten in Deutschland werden in separaten Förderschulen unterrichtet. Diese erweisen sich häufig als Sackgasse für ihre weitere Entwicklung: Die Abgänger erhalten keinen qualifizierenden Schulabschluss, und eine gesellschaftliche Teilhabe wird ihnen wesentlich erschwert. Dass es anders geht, zeigen andere europäische Länder: In Italien, Norwegen und Schweden etwa gehen 95 Prozent aller beeinträchtigten Schüler in allgemeine Schulen. Auch in Deutschland kann das Konzept der inklusiven Schule gelingen: Dies zeigen die mutmachenden Beispiele der Schulen, die sich am Jakob Muth-Preis beteiligt haben.

 
2009 Jacob-Muth-Preis 2009 - Erika-Mann-Grundschule in Berlin-Wedding
Preisträger des Jahres 2009

In der Erika-Mann-Grundschule Berlin im Bezirk Wedding werden rund 600 Kinder aus 22 Nationen unterrichtet - unter ihnen acht Prozent mit sonderpädagogischem Förderbedarf. Die Schule mit offenem Ganztagsangebot fördert ihre Schülerinnen und Schüler unter anderem durch eine jahrgangsgemischte Schulanfangsphase, individuelle Lernpläne für alle Kinder und verlässliche multiprofessionelle Lehrerteams. Eine indikatorgestützte Leistungsbeurteilung hilft den Eltern, "Bildungspartner" ihrer Kinder zu werden. Eine intensive Entwicklungsarbeit mit und im "Kiez" rundet den ganzheitlichen Ansatz ab

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2009 Jacob-Muth-Preis 2009 - Integrierte Gesamtschule Linden in Hannover
Preisträger des Jahres 2009

Die Integrierte Gesamtschule Linden in Hannover unterrichtet behinderte und nicht behinderter Kinder seit 1996 in sogenannten "Integrationsklassen" gemeinsam. Knapp sieben Prozent der Schülerinnen und Schüler haben sonderpädagogischen Förderbedarf, insbesondere im Bereich "Lernen" und "Emotionale und soziale Entwicklung". Durch eine gute individuelle Förderung - die unter anderem durch Doppelbesetzung in zentralen Unterrichtsstunden erfolgt - schaffen auch Kinder mit Lernschwierigkeiten den Realschulabschluss. Als "Berufswahl- und Ausbildungsfreundliche Schule" konzentriert sich die IGS Linden erfolgreich darauf, die Chancen ihrer Absolventen auf dem Arbeitsmarkt zu erhöhen

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2009 Jacob-Muth-Preis 2009 - Sophie-Scholl-Schule in Gießen
Preisträger des Jahres 2009

An der Sophie-Scholl-Schule in Gießen werden zur Zeit 270 Schülerinnen und Schüler im rhythmisierten Ganztag unterrichtet. Die Grundschule wurde als Fortführung einer integrativen Kindertagesstätte von Eltern gegründet und wird von der "Lebenshilfe Gießen" getragen. Ein Viertel aller Kinder sind geistig oder körperlich behindert - in jeder altersgemischten Lerngruppe mit 22 Kindern gehören 5 Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf selbstverständlich dazu. Die Sophie-Scholl-Schule hat nicht nur ein sehr großes Einzugsgebiet und wesentliche höhere Nachfrage als sie Plätze vergeben kann. Zur Zeit beginnt auch der Ausbau zur integrierten Gesamtschule, damit das erfolgreiche Konzept des gemeinsamen Lernens aller Kinder auch bis zum Schulabschluss fortgeführt werden kann. >> mehr

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2009 Integrierte Gesamtschule Linden, Hannover - Preisträger des Jakob Muth-Preises für inklusive Schule des Jahres 2009
Preisträger des Jahres 2009

Die öffentliche Gesamtschule besuchen insgesamt rund 1.400 Schülerinnen und Schüler, davon 45 Prozent mit Migrationshintergrund und knapp sieben Prozent mit "sonderpädagogischem Förderbedarf". Seit 1996 gibt es an der Schule Integrationsklassen, in denen alle Kinder gemeinsam unterrichtet werden. Zurzeit sind es 12 Integrationsklassen, womit die Schule die größte Integrationsmaßnahme in Niedersachsen realisiert.

Um alle Kinder in heterogenen Klassen optimal zu fördern, arbeitet die Schule nach kompetenzorientierten Curricula und legt besonderen Wert darauf, die Fähigkeiten jedes Kindes zu kennen. Zu Beginn des 5. Schuljahres werden die Kinder in Neigungsklassen aufgenommen, wo ihre Kompetenzen in den Fächern Deutsch und Mathematik mit standardisierten Verfahren überprüft werden. Auf dieser Grundlage werden individuelle Förderpläne erstellt, die fortlaufend geführt werden. Ab Klasse 7 werden einzelne Fächer in A- und B-Kurse differenziert und die Schüler können aus einem großen Angebot die Wahlpflichtkurse und AGs wählen. Dies ermöglicht es, die Eigenverantwortung und die individuellen Stärken der Kinder und Jugendlichen zu fördern. Die Selbstständigkeit der Schülerinnen und Schüler ist ein Ziel, das die Schule konsequent verfolgt. Dabei spielen die "Klassenräte" eine wichtige Rolle, in der die Kinder und Jugendlichen Verantwortung übernehmen. Mit dem 8. Schuljahr beginnt eine intensive Berufsvorbereitung. Den Einstieg bildet eine Betriebssimulation, es folgen Betriebspraktika, Veranstaltungen im Berufsinformationszentrum und Termine mit Berufsberatern, sowie kontinuierliche Begleitung für Schüler mit besonderem Förderbedarf. Hierzu arbeitet die Schule intensiv mit der Agentur für Arbeit zusammen. Regelmäßige Kooperationen mit außerschulischen Partnern finden auch im Kontext der zahlreichen Arbeitsgemeinschaften und Projektwochen statt.

Die außergewöhnlichen Leistungen der Schule dokumentieren mehrere Auszeichnungen. So gilt die Schule z.B. seit 2003 als "Berufswahl- und Ausbildungsfreundliche Schule in der Region". Zudem erhält sie seit 2001 die Gütesiegel "Umweltschule in Europa" und "Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage". Die Schule ist mit ihrem konsequenten Ansatz individueller Förderung auch bei den Eltern leistungsstärkerer Schülerinnen und Schüler sehr beliebt: Viele melden ihre Kinder mit Realschul- oder Gymnasialempfehlungen bewusst für die Integrationsklassen der Gesamtschule an. Die Zusammenarbeit mit den Eltern ist in der IGS zentral. Eltern beteiligen sich aktiv am Schulleben, sie bieten eigene Arbeitsgemeinschaften an, sind als Experten zu bestimmten Themen im Unterricht oder bei Projektwochen gefragt oder sorgen mit für die Verpflegung der Schülerinnen und Schüler, z.B. in der "Naturkostbar". Für Eltern mit Migrationshintergrund werden die Elternabende nach Möglichkeit in ihrer Muttersprache angeboten. Die Schule setzt herausragende künstlerische und musische Akzente. Es gibt z.B. in Zusammenarbeit mit dem Zirkuspädagogischen Zentrum einen Schulzirkus, der gerade für lernschwache Kinder und Jugendliche ein wichtiges Element in der Berufs- und Lebensorientierung sein kann. Große mediale Resonanz fand die Aufführung der Rap-Oper "Culture Clash" im Schuljahr 2007/08, an der eine Integrationsklasse der Schule gemeinsam mit dem Opernhaus, anderen Schulen und Jugendzentren beteiligt war.

Kontakt: Schulleiter Christoph Walther, IGS Linden, Integrierte Gesamtschule Linden, 30449 Hannover, igs-linden@hannover-stadt.de; http://www.igs-linden.de/

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2009 Zur Bewerbung der IGS Linden zum Jakob-Muth-Preis
01.12.2009 >> IGS Linden, pdf, 30 kb
12.11.2009 >> Bertelsmann: Perspektiven für Förderschulen, pdf, 86 kb
27.08.2009 >> Jakob-Muth-Preis für die IGS Linden, pdf, 78 kb
27.08.2009 >> Bertelsmann: Inklusive Schulen, pdf, 86 kb
27.08.2009 >> Bertelsmann: Jakob-Muth-Preis, pdf, 84 kb
13.03.2009 >> Jakob-Muth-Preis für Inklusive-Schulen, pdf, 198 kb
28.02.2009 „Offen macht anders - Freundschaft macht Schule“
Gemeinsames Leben und Lernen mit beeinträchtigten Kindern u. Jugendlichen

9:00- 9:20 Begrüßung : Herzliches Willkommen von ERIK Goslar, Begrüßung durch den Landrat
9:30-10:15 Einführungsreferat: „Alle sind Verschieden und davon profitieren alle“ Prof. Dr.Jutta Schöler
11:00-12:30 Seminarblock I:
"Warum grenzen Menschen aus - und kann unser Gehirn auch Toleranz und Vielfalt lernen?"
Neurologische Grundlagen menschlicher Gemeinschaft Dr. phil. Benno Baumann
„Schlüsselelemente inklusiver Pädagogik“ Prof. Dr. Andreas Hinz, Ines Boban
15:30-17:00 Seminarblock II:
„Qualitätskriterien für eine funktionierende Integration“ Herr Wilhelm Behrendt; Dr. Inge Krämer-Kilic
„Unterricht im Spannungsfeld zwischen individueller Förderung und verbindlichen Lernstandards“
Ines Boban, Prof. Dr.Jutta Schöler , (Dr. Peter Wachtel MK)
18:30-20:00 Podiumsdiskussion:
„Inklusive Schulen, die Regelschulen der Zukunft! Chancen, Stolpersteine und Ziele“
Moderator: Frank Heine, Prof. Dr.Jutta Schöler und weitere Referenten, Dr. Peter Wachtel(MK), Hubert Hüppe (MdB, CDU), Dörthe Weddige-Degenhard (MdL, SPD), Ina Korter (MdL,Bündes 90/ Die Grünen).
Praktische Beispiele aus dem Landkreis Goslar- Fragerunde mit Akteuren:
10:30 -11:00 Kunterbunte Kindergartengruppe (Beispiel Kindergarten St. Trinitatis )
14:00 -14:45 Integrativer Unterricht in einer Grundschulklasse (Frau Kohl)
17:30 – 18:15 Integration geistig- und lernbehinderter Schüler in der Sek I (Frau Lorenz, Herr Eberts, Herr Bollmann)
13:00-14:00 Integrative Freizeitangebote (Sylvia Dörries)
Beiprogramm: Beratungsangebot für Eltern zu folgenden Themenschwerpunkten (jeweils eine Stunde):
13:30 Ablauf bei der Anmeldung für einen integrativen Krippen-/Kindergartenplatz (LK Goslar Gesundheitsamt, Frau Bode LK Goslar-Familie, Jugend & Soziales )
14:30 Feststellung des sonderpädagogischen Förderbedarfes (Integrationsberaterin Frau Niebaum)
15:30 Antragsverfahren für eine integrative Beschulung (Landesschulbehörde- Frau Albers)
16:30 Schulbegleiter/Einzelfallhelfer (LK Goslar-Hilfe f. kranke u. behinderte Menschen, Familien entlastender Dienst-Lebenshilfe Goslar)
17:30 ADHS/Legasthenie/Dyskalkulie (LK Goslar-Beratungsstelle f. Eltern, Kinder u. Jugendliche)
17:00 - 17:30 Vorführung Karate
12:30-14:00 Angebote zum Essen Ganztags Angebot zur Kinderbetreuung
Begleitende Ausstellung:
Integration im LK Goslar : Kindergärten/Schulen/Klassen stellen in Form kleiner Info-Stände ihre Arbeit in der Integration vor. (ev. mit Bildern, Filmen, Dias etc. aus der praktischen Tätigkeit)
FED/Lebenshilfe - Infostand über die Arbeit der Schulbegleiter
ERIK Goslar stellt sich vor
Veranstaltungsort: Kreisgebäude, Klubgartenstr. 6, 38640 Goslar
Kooperationspartner: Kreiselternrat und gefördert vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugendlichen im Rahmen des Programms “Vielfalt tut Gut. Jugend für Vielfalt, Toleranz und Demokratie“.

 
HAZ, 09.01.2009 Grüne wollen Förderschulen abschaffen - Eltern von behinderten Kindern müssen um Platz in Integrationsklasse betteln

Hannover. Zweieinhalb Jahre hat Birgit Feickert aus Langelsheim für ihre Tochter Amelie einen Platz an einer weiterführenden Schule gesucht. Zusammen mit den Eltern von drei anderen geistig behinderten Kindern hat die Mutter an jeder weiterführenden Schule im Landkreis Goslar angefragt, an Haupt- und Realschulen genauso wie an Gymnasien. „Immer wieder Klinken putzen, immer wieder erklären und betteln“, sagt Feickert.

Diese Betteltour der Eltern soll nach dem Willen der niedersächsischen Grünen ein Ende haben. In einem gestern vorgestellten Gesetzentwurf fordern sie ab 2010 die sukzessive Abschaffung der Förderschulen und die Übernahme von Kindern mit Handicaps an reguläre Schulen. „Gemeinsamer Unterricht von behinderten und nicht behinderten Kindern muss die Regel, nicht die Ausnahme sein“, sagte die bildungspolitische Sprecherin Ina Korter. Man habe 20 Jahre vergeblich auf das Prinzip der Freiwilligkeit gesetzt.

Hintergrund der Grünen-Initiative ist die UN-Konvention über die Rechte Behinderter, die Berlin ratifiziert hat und die seit Januar geltendes Recht ist. Die Konvention verlangt, dass behinderte Kinder Regelschulen besuchen.

Schulen können in Niedersachsen die Einrichtung einer Integrationsklasse ablehnen, wenn organisatorische, personelle oder finanzielle Gründe dagegen sprechen. „Dieser Vorbehalt muss raus aus dem Schulgesetz“, findet Korter. Gemeinsamer Unterricht stärke das Selbstbewusstsein und führe zu besseren Lernerfolgen.

Auch Eltern setzen große Hoffnung auf die UN-Konvention: „Es wäre schön, wenn Eltern nicht immer wieder kämpfen müssten“, sagt Frank Hehlgans, Vater einer geistig behinderten Tochter aus Goslar. „Manche geben auf, wenn sie an zwei Schulen abgeblitzt sind.“ Hehlgans und Feickert waren hartnäckiger. Ihre Töchter besuchen seit zwei Jahren das Werner-von-Siemens-Gymnasium in Bad Harzburg - eine Ausnahme.

 
HAZ, 09.01.2009 STICHWORT INTEGRATION: Möglichst viel gemeinsamer Unterricht

Jedes Kind mit sonderpädagogischem Förderbedarf hat in Niedersachsen Anspruch auf Unterstützung. Es kann entweder an einer Förderschule unterrichtet werden oder eine reguläre Schule besuchen. Landesweit gab es 2007 insgesamt 290 sogenannte Integrationsklassen an 153 Schulen. Hier werden Behinderte so weit wie möglich mit nicht behinderten Schülern zusammen unterrichtet.
Je nach Grad der Behinderung gibt es zusätzliche Förderstunden, in denen die Kinder von Sonderpädagogen betreut werden. Zudem gibt es „Integrationshelfer“,
die sich um die Schüler mit Handicap kümmern. Sie sind die gesamte Unterrichtszeit dabei. Die erste Integrationsklasse ist 1986 eingerichtet worden. Derzeit besuchen nur 4,7 Prozent der Schüler mit Förderbedarf eine reguläre Schule. Damit ist Niedersachsen bundesweit Schlusslicht. dö

 
HAZ, 30.09.2008 Kein Problem: Geistig behindert und Gymnasiast
In Bad Harzburg lebt eine 7. Klasse mit vier Down-Syndrom-Kindern mit einem Vorzeigemodell vor, was Integration wirklich heißt.
Sonderpädagogin Gabriele Krusche hat sich einen Rucksack bäuchlings umgebunden und erklärt Andre ganz praktisch, wie ein Akkordeon funktioniert. Derweil lässt Musiklehrer Arne Spohr Marvin seine Querflöte ausprobieren. Mitschülerin Amelie ist mit vier anderen Mädchen ins Gespräch über Bigbands und Streichquartette vertieft. Muntere Szenen wie diese sind Alltag in der Klasse 7a des Werner-von-Siemens-Gymnasiums in Bad Harzburg. Daran, dass der Lärmpegel ein bisschen höher ist als in anderen Klassen, haben sich Schüler und Lehrer längst gewöhnt.

Amelie, Astrid, Marvin und Andre sind geistig behindert – und Gymnasiasten. Damit sind die vier Down-Syndrom-Kinder eine Ausnahmeerscheinung im bundesdeutschen Bildungssystem. Derzeit gibt es nur noch ein Gymnasium in der Nähe von Nürnberg, das in einer Integrationsklasse auch geistig behinderte Kinder unterrichtet. „Vielleicht verkraften Gymnasien das sogar besser als Hauptschulen, denn dort gibt es oft noch ganz andere Probleme“, meint Wilfried Eberts, Konrektor am Werner-von-Siemens-Gymnasium, der die Klasse anfangs als Klassenlehrer betreut hat. „Sicher gab es am Anfang Ängste, man ist für so etwas eigentlich gar nicht ausgebildet“, erinnert sich der Pädagoge.

20 Stunden in der Woche kommen zusätzlich im Wechsel zwei Förderschullehrerinnen in die Klasse, die Amelie, Astrid, Marvin und Andre in einigen Fächern auch in einem angrenzenden kleinen Raum extra betreuen. Andere Stunden wie Sport, Musik, Religion und Biologie werden im Klassenverbund unterrichtet. Die beiden Integrationshelfer Christian Sund und Sünja Glatthor sind während des gesamten Unterrichts anwesend, und sie sind nicht nur für die vier Behinderten vertraute Ansprechpartner, sondern auch für die anderen Kinder.

Die 7a ist im Lehrplan genauso weit wie ihre Parallelklassen. Der Druck durch das Turboabitur ist auch hier spürbar, aber auch die Rücksicht, die die 27 Schüler aufeinander nehmen. Natürlich gebe es eine Lernschere zwischen den behinderten und nicht behinderten Kindern, die mit dem zunehmend komplizierteren Stoff auch immer größer werde, sagt die neue Klassenlehrerin Ina Samel. „Es gibt Grenzen, die muss man sehen“, meint auch ihr Vorgänger Eberts. Nach zwei Jahren als Klassenlehrer fällt seine Bilanz nur positiv aus: „Der gemeinsame Unterricht bringt allen Vorteile, die soziale Integration läuft ganz toll.“

Die behinderten Mitschüler sind längst Freunde geworden, mit denen man Geburtstag feiert oder ins Kino geht. Und die man vermisst, wenn sie nicht da sind. „Astrid fehlt“, sagt ein Mädchen und zieht bedauernd die Schultern hoch. „Sie merkt immer gleich, dass man traurig ist und umarmt einen, ohne dass man was sagen muss.“

Die zwölfjährige Astrid muss sich nach einer Operation zu Hause in Goslar auskurieren. Für ihren Vater Frank Hehlgans war es von Anfang an selbstverständlich, dass seine Tochter, die eine nicht behinderte Zwillingsschwester hat, so normal wie möglich aufwächst. Von „Schonräumen für Behinderte“ hält er nicht viel: „Das bedeutet auch immer Isolierung.“ Astrid soll sich selbstständig zurechtfinden können in der normalen Welt.

An dumme Sprüche wie die Frage, ob denn seine Tochter auch Abitur machen soll, hat sich Frank Hehlgans gewöhnt – und begegnet ihnen mit einem Achselzucken. „Astrid kann nicht lesen und schreiben.“

Egal was sie können und was nicht, in der Klasse 7a sind die vier behinderten Kinder längst angekommen. Astrid genauso wie Andre, der gar nicht mehr so schweigsam ist wie am Anfang, Marvin mit seinem herzöffnenden Lächeln und Amelie, die sich oft meldet und in der Pause mit ihren Freundinnen kichernd tuschelt. Von Berührungsängsten keine Spur. „Wir können uns gar nicht vorstellen, dass die vier irgendwann nicht mehr in unsere Klasse gehen, die gehören doch dazu“, sagt eine Mitschülerin.

von Saskia Döhner

 
>> PRESSESPIEGEL Feb 2008 In Integrationsklassen fehlen die Lehrer
.
HAZ, 07.02.2008, Integration: In Integrationsklassen fehlen die Lehrer
HAZ, 07.02.2008, Integration: Langer Weg durch die Gerichte
HAZ, 07.02.2008, Integration: Kommentar: "Bitte ehrlich"
>> Integration
 
HAZ, 07.02.2008 In Integrationsklassen fehlen die Lehrer

Von Saskia Döhner
Hannover/Göttingen. Ein ehrgeiziges kooperatives Lernprojekt steht in Göttingen auf der Kippe: Für fünf Fünftklässler der Georg-Christoph-Lichtenberg-Schule in Göttingen-Geismar könnte das Experiment Integrationsklasse nach nur einem Schuljahr in diesem Sommer schon wieder vorbei sein. Die behinderten Kinder müssten dann zu einer reinen Förderschule wechseln. "Wir werden unsere Integrationsklasse im fünften Jahrgang wahrscheinlich schließen müssen", sagt Wolfgang Vogelsaenger, der Leiter der Integrierten Gesamtschule. Einen entsprechenden Beschluss der Gesamtkonferenz und des Schulvorstandes gibt es bereits.
"Uns fehlen einfach die Lehrer, aber auch die pädagogischen Kräfte", sagt Vogelsaenger, "wir können die lern- und geistig behinderten Kinder nicht angemessen fördern."
Die ersten Integrationsklassen an der Lichtenberg-Schule seien noch von jeweils zwei Lehrern betreut worden. Doch die Zeit der Doppelbesetzung ist längst vorbei. Heute ist genau festgelegt, wie viele Zusatzstunden invidueller Förderung durch einen Sonderschullehrer einem behinderten Schüler zustehen. Für Lernbehinderte sind es drei, für geistig Behinderte fünf Stunden in der Woche.
"Bei einem Ganztagsbetrieb mit 36 bis 38 Stunden in der Woche reicht das hinten und vorn nicht",
klagt Sigrid Windhorst, stellvertretende Leiterin der Geschwister-Scholl-Schule in Göttingen. Auch die Kooperative Gesamtschule fürchtet um die Zukunft ihrer Integrationsklassen. Ob beim Mittagessen, beim Sport, beim Weg zur Toilette und im Werkunterricht - behinderte Kinder brauchen zusätzliche Hilfe. Um sie angemessen betreuen zu können, werden diese nach Windhorsts Angaben jetzt zwölf Stunden in der Woche aus den Integrationsklassen herausgenommen und von einem Sonderschullehrer unterrichtet. Mit der Idee des integrativen Lernens hat diese Aufteilung wenig zu tun.
Beim Kultusministerium in Hannover stößt der Sonderunterricht denn auch auf massive Kritik.
"Man kann nicht Kinder instrumentalisieren, um von der Landesregierung mehr Unterricht zu erzwingen", sagt Georg Weßling, Sprecher von Minister Bernd Busemann (CDU).
In der KGS, die von Marion Jüttner-Hötker, der Frau des SPD-Fraktionsvorsitzenden Wolfgang Jüttner, geleitet wird, weist man diesen Vorwurf vehement zurück
. "Wir können doch gar nicht anders", sagt die stellvertretende Leiterin Windhorst. Zunächst habe man die Kinder einer Klasse stundenweise, später freitags nach Hause geschickt, weil Lehrer fehlten. Doch von der Landesschulbehörde kam die Anweisung, dass alle Schüler grundsätzlich jeden Wochentag in die Schule gehen müssten. Da bleibe nur der Weg des Sonderunterrichts.
Das Problem: Nicht nur Förderschullehrer fehlen, sondern auch pädagogische Kräfte wie Erzieher.
Bislang sind sie eingesprungen, wenn die Förderlehrerstunden ausgeschöpft waren. Doch einen Rechtsanspruch darauf gibt es nicht. "Den wird es auch nie geben", sagt Ministeriumssprecher Weßling.
Besonders dramatisch sei die Lage in Integrationsklassen mit geistig behinderten Kindern, sagt IGS-Leiter Vogelsaenger.
"Wie soll eine Lehrkraft allein mit 24 Kindern Sport machen und gleichzeitig einem Schüler beim Umziehen helfen?" Im Kultusministerium versteht man die Klagen aus Göttingen nicht: "Die beiden Schulen haben im Vergleich der landesweit 246 Integrationsklassen eine Ausstattung de luxe."
Auch andere niedersächsische Schulen klagen über einen Mangel an Förderlehrerstunden.
Die IGS Franzsches Feld in Braunschweig hat in diesem Schuljahr im fünften Jahrgang keine Integrationsklasse angeboten, weil sie keine Doppelbesetzung gewährleisten konnte.

 
HAZ, 07.02.2008 Langer Weg durch die Gerichte

Hannover (jö). In der Geschichte der Integration von behinderten Kindern stand Göttingen schon einmal im Mittelpunkt: Ruth Sancken, ein 13-jähriges Mädchen aus Bovenden, fand im Jahr 1997 bundesweit viel Beachtung. Die behinderte Schülerin klagte durch alle Instanzen, weil sie nach der Grundschule nicht in eine Sonderschule geschickt werden wollte. Die Integrierte Gesamtschule in Göttingen-Geismar hatte das Mädchen im Rollstuhl abgelehnt, die Behörden stellten "sonderpädagogischen Förderbedarf" fest. Der Fall ging bis vor das Bundesverfassungsgericht. Die Richter gaben Ruth in einer einstweiligen Verfügung zunächst Recht. Ein halbes Jahr später korrigierte sich Karlsruhe in seiner Entscheidung: Es müssten auch die Voraussetzungen für eine Integration in den Schulen gegeben sein. Für Ruth war inzwischen eine Lösung in einer anderen Schule als der IGS gefunden worden - für viele Eltern war ihre Geschichte das Aufbruchsignal, für Integration zu kämpfen.

 
HAZ, 07.02.2008 Kommentar: Bitte ehrlich

Behinderte Kinder sollen gemeinsamen mit nichtbehinderten Kindern in einer Klasse sitzen, beide sollten voneinander lernen - es klingt so schön, dass es schon gar nicht mehr in unsere Zeit passen mag. Und tatsächlich: Nach Pisa und immer neuen Leistungsanforderungen ist es still geworden um die Integration von behinderten Kindern in herkömmlichen Schulen. Weil in manchem Fall auch persönliche Enttäuschungen hinzukamen, verschwand das Thema stillschweigend von der Tagesordnung. Schulen scheuen den Aufwand selbst dann, wenn sie die Integration im Namen tragen. Und die Schulbehörden stehlen sich wegen der Kosten aus der Verantwortung. Versprechen und Wirklichkeit passen schon lange nicht mehr zusammen. Es ist an der Zeit, eine Bestandsaufnahme der bisherigen Integrationsbemühungen zu machen - und Eltern von behinderten Kindern dann ehrlich zu sagen, was möglich und vor allem was gewollt ist. Jörg Kallmeyer

Behinderte Kinder verschiedener Jahrgangsstufen werden von Förderschullehrer Holger Theiß an der KGS Göttingen in einer Extraklasse unterrichtet. Hinzmann
 
Goslarsche Zeitung, 18.01.2007
„Flaggschiff Werner-von-Siemens-Gymnasium“

Marsch durch Köpfe und Instanzen - Integration: Veranstaltung mit Prof. Schöler im Bürgerhaus Seesen


Von Heinz-Georg Breuer

Wenn Forschung und Lehre auf die Ministerialbürokratie treffen, geht das selten gut. Am Dienstag aber war die Konstellation Garant für eine muntere Info-Veranstaltung zur schulischen Integration behinderter und nicht behinderter Kinder im Bürgerhaus Seesen. Auf Einladung des Elternvereins ERIK (Eltern für ein regionales Integrationskonzept) Goslar sprachen Prof. Dr. Jutta Schöler von der TU Berlin und Dr. Peter Wachtel, seit acht Jahren im niedersächsischen Kultusministerium zuständiger Referent für den Bereich „sonderpädagogische Förderung“.

„Traum seit 25 Jahren“

Vor rund 150 Besuchern im vollen Bürgersaal konnte zunächst die Wissenschaftlerin ihr Glück kaum fassen, das sie in Bad Harzburg erlebt hatte. Am dortigen Werner-von-Siemens-Gymnasium besuchen seit Beginn dieses Schuljahres auch vier behinderte Kinder eine 5. Klasse. Schöler sagte: „Integration am Gymnasium, das ist mein Traum seit 25 Jahren, es ist die Fortsetzung meiner beruflichen Tätigkeit im ersten Jahr der Pensionierung.“ Die 66-Jährige bezeichnete das WvS-Gymnasium als „bundesweites Flaggschiff“ und ließ keinen Zweifel an der Richtigkeit der Maßnahme: „Bei weiterführenden Schulen gehören Behinderte ans Gymnasium, wegen des sozial stabilen Umfelds von ,normalen’ Schülern.“ Charmant, aber deutlich weniger euphorisch präsentierte sich Referent Wachtel. Er skizzierte die sonderpädagogischen Möglichkeiten in Niedersachsen (siehe unten) und sprach sich dafür aus, Pluralität zuzulassen. Die Konzepte müssten qualitativ weiterentwickelt werden, und das möglichst wohnortnah. Keinesfalls dürfe man etwas von oben herab programmatisch durchsetzen. Und: „Sonderschulen werden deshalb nicht überflüsssig.“ Das missfiel der streitbaren Professorin sichtlich, die von Beispielen in Berlin und Basel berichtete, wo aus Sonderschulen Integrationschulen wurden. Deutschland sei „Entwicklungsland“, einen Rechtsanspruch auf Integration gebe es nicht. Wohl aber die umgekehrte Richtung, basierend auf dem Reichsschulpflichtgesetz von 1938, dessen Bestimmungen die (Alt-)Bundesländer übernahmen.

Instanz Eltern

Einig waren sich Schöler und Wachtel („Evolution statt Revolution“), dass es Zeit braucht, die Entwicklung voranzubringen, in den Köpfen der Menschen wie auch in den Schaltstellen der Instanzen. Die Wissenschaftlerin forderte Druck auf die Politik, das Schulsystem insgesamt besser auszustatten, denn: „Deutsche Lehrer werden für miserable Arbeitsbedingungen relativ hoch bestochen.“ Kostengründe führte Schöler auch an, um ein dauerndes Nebeneinander der – etwa gleich teuren – Sonderschulen und Integrationsmodelle abzulehnen. Und dann: „Solange es beide Systeme gibt, sind die *Eltern die einzige Instanz, die über die ,Miseren‘ entscheiden darf.“ Das löste tosenden Beifall aus , den aber Wachtel nicht mehr hörte, der sich aufgemacht hatte, um seinen Zug nach Osnabrück zu erreichen.

 

Der Schulelternrat des Werner-von-Siemens-Gymnasiums (WvSG) hat im Sommer 2006 (damals war Wolfgang Kuert Vorsitzender des Schulelternrates) in einer Schulelternratssitzung lange und sehr offen mit zwei Elternteilen der behinderten Kinder in einer Schulelternratssitzung diskutiert. Wolfgang Kuert berichtet in einer Mail: "Ich hatte mich damals zu Beginn der Sitzung bei den Eltern der behinderten Kinder bedankt, dass sie das WvSG als künftige Schule ihrer Kinder ausgesucht haben und damit der Schulleitung, den Lehrkräften, den Eltern und Schülerinnen und Schülern die soziale Kompetenz zutrauten, ihre Kinder am WvSG integrativ beschulen zu lassen. In der erforderlichen Abstimmung sprach sich der Schulelternrat mit 82 % dafür aus, eine Integrationsklasse einzurichten."
 
Goslarsche Zeitung, 18.01.2007
Seit 1993 im Schulgesetz Regelintegration ist in Niedersachsen kein Selbstläufer, sondern bedarf eines Antrags

Unter der SPD-Alleinregierung von Gerhard Schröder wurde die Regelintegration 1993 in das Niedersächsische Schulgesetz aufgenommen (§ 4). Sie lief zunächst unter dem Schlagwort „Lernen unter einem Dach“ und hatte zum Ziel, möglichst umfassend nicht behinderte und behinderte Kinder – diese haben einen sonderpädagogischen Förderbedarf – gemeinsam zu unterrichten. Die CDU/FDP-Landesregierung hat 2006 einen Grundsatzerlass herausgebracht. Zur Umsetzung des Gesetzes richtete man eine Rahmenplanung ein, deren Kernstück die regionalen Integrationskonzepte sind. Hintergrund: Da die Bedingungen und der Bedarf von Region zu Region unterschiedlich sind, sollen Schulträger, Lehrkräfte, Schulleitungen und -behörden vor Ort in enger Kooperation die passenden Konzepte erarbeiten. Es gibt eine ganze Palette von Möglichkeiten: A Förderschulen (frühere Sonderschulen) A Integrationsklassen A Kooperationsklassen A Mobile Dienste A Sonderpädagogische Grundversorgung. A Als ältere Förderformen kennt Niedersachsen noch die Sprachheilklassen und die Tagesbildungsstätten (mit freien Trägern). Das größte Interesse seitens der Elternschaft gilt den Integrationsklassen, die im Landkreis Goslar mittlerweile an fünf Grundschulen und am Bad Harzburger Werner-von-Siemens-Gymnasium eingerichtet sind. Auch wenn der Name „Regelintegration“ es nahe legt – einen Rechtsanspruch und einen Automatismus gibt es nicht. Integrationsklassen können eingerichtet werden aufgrund eines Antrags von Schule, Schulträger oder Schulelternrat. Einzelne Eltern haben kein Antragsrecht.hgb

 
NP, 08.05.2005 Jordan will weniger Förderschulen


Von Nora Lysk

NNOVER. Kinder mit Sprach- und Lernschwierigkeiten sollen in der Region künftig nicht nur in Förderschulen unterrichtet werden. Sozialdezernent Erwin Jordan begründet diese Entscheidung mit einer „Überversorgung an Förderschulen“. Und er verweist auf das Schulgesetz, nach dem jeder Schüler vor Ort unterrichtet werden sollen – auch solche mit Auffälligkeiten.
„Sonderpädagogische Förderung ist nicht nur eine Angelegenheit einiger Spezialisten, sondern eine Aufgabe der Lehrkräfte aller Schulen“, sagte Jordan in der Sitzung des Schulausschusses der Region.
Jedes Jahr empfehlen Grundschullehrer Schülern mit Verhaltensauffälligkeiten, Sprach- oder Lernproblemen den Besuch einer Förderschule. Und das werden immer mehr. Noch vor vier Jahren mussten die Lehrer der Förderschule auf der Bult 70 dieser Empfehlungen prüfen. Dieses Jahr sind es mehr als 200. Doch die Schule kann nicht mehr als 60 Kinder im Jahr aufnehmen, die anderen bleiben in den Grundschulen. Für sie schwebt Jordan die Ausweitung des Mobilen Dienstes von Sozialpädagogen vor, die den Schülern vor Ort helfen sollen.
Denn weitaus wichtiger, als immer mehr Förderschulplätze zu schaffen, sei die Integration dieser Kinder in den normalen Schulalltag, sagt Jordan. Mit Hilfe von Sozialpädagogen sollen Schüler mit Lern- oder Sprachschwierigkeiten in den allgemein bildenden Schulen gefördert werden. An dieser Stelle sei das Land aufgefordert, die personellen Kapazitäten bereitzustellen. „Das Kultusministerium hat bereits signalisiert, dass es unsere Pläne unterstützt“, sagt Jordan.
Derzeit beraten die Fraktionen über das neue Förderschulkonzept. Zur Abstimmung kommt es am 11. Mai. Jordan hofft, dass auch die Städte und Gemeinden kooperieren werden

 
HAZ,18.12.2004 Basteln statt lernen – Eltern sind sauer

Kürzungen in Vollen Halbtagsschulen und bei der Integration


Immer mehr Unterricht an Vollen Halbtagsschulen fällt aus / Kürzungen an Integrationsschulen geplant        Stadtelternrat und Regionselternrat sind verärgert: Stundenkürzungen in Grundschulen haben zu massivem Unterrichtsausfall und dem Wegfall von Förderangeboten geführt. Seit bei den Vollen Halbtagsschulen die Vertretungsreserve gestrichen wurde, werden dort meist Klassen zusammengelegt, wenn Lehrer krank werden. Ursprünglich waren die Vollen Halbtagsschulen besser mit Lehrerstunden versorgt als andere Grundschulen. „Das war sinnvoll, weil viele dieser Schulen in sozialen Brennpunkten liegen“, sagte eine Mutter bei einem Treffen von Elternvertretern am Donnerstagabend.           Zweiter Kritikpunkt der Eltern: Auch in Schulen, die Sonderschüler für Lernhilfe integrieren, sollen zum Schulhalbjahr Lehrer abgezogen werden. In den sieben Schulen, die zum „Regionalen Integrationskonzept Hannover-Nordwest“ gehören, fallen dann 80 Stunden weg. „Bisher können diese Grundschulen sozial benachteiligte Kinder frühzeitig fördern und halten ihnen damit Bildungschancen offen“, sagt Richard Lochte vom Stadtelternrat. Genau das finde laut Pisa-Studie in Deutschland bisher viel zu wenig statt.             „So viel Unterrichtsausfall wie in diesem Herbst haben wir noch nie erlebt. Die vierten Klassen wurden tageweise nach Hause geschickt“, sagt ein Vater, dessen Schule von den Kürzungen doppelt betroffen ist. Die Schulleitung versuche alles, was möglich ist. „Aber wenn drei Lehrer krank werden, lässt sich das nicht mehr ausgleichen.“ In einer Vollen Halbtagsschule waren kurzfristig fünf von 15 Lehrern erkrankt und zwei weitere bei einer Pflichtfortbildung.                 Eltern aus anderen Schulen berichten, dass es durch die Klassenzusammenlegungen zu tief greifenden Konflikten unter den Schülern kommt. „Die Lehrer können das in Klassen mit 40 Kindern nicht mehr auffangen. Einzelne Eltern beschuldigen jetzt öffentlich die Schule.“ Eine andere Mutter beklagt, dass die Viertklässler seit vier Wochen nur noch basteln statt auf die weiterführenden Schulen vorbereitet zu werden. Manche Schulen setzen Eltern als Aufsicht ein. „Ich stehe hinter dem Ehrenamt. Aber wenn ich Kinder fördern will, brauche ich eine qualifizierte Ausbildung“, sagt Garnet Eichholz vom Stadtelternrat.
Die Eltern von 24 der 27 Vollen Halbtagsschulen in der Region haben nahezu geschlossen einen Protestbrief an das Kultusministerium geschickt. Ein zweiter Brief wendet sich gegen die Kürzungen an den Integrationsschulen. bil >> Volle Halbtagsschulen
>> Integration

 
Stadtelternrat, 16.12.2004 Stellungnahme zu Kürzungen beim "Regionalen Integrationskonzept"


Stellungnahme Volle Regionales IntegrationskonzeptIIm Original:

Stellungnahme zu
Kürzungen der Stundenzuweisung im "Regionalen Integrationskonzept Hannover Nordwest"
(16.12.2004, PDF 30 KB)
Stellungnahme der Schulelternräte von 24 Vollen Halbtagsschulen, des Arbeitskreises Grundschulen im Stadtelternrat Hannover und des Arbeitskreises Grundschulen im Regionselternrat Hannover.

Dazu gibt es eine Powerpoint-Darstellung als pdf  umgewandelt.
Größe: 1,4 MB !!!

l >> Volle Halbtagsschulen >> Integration

 
NP, 18.12.2004 Offener Brief an Busemann gegen Kürzungen an Vollen Halbtagsschulen und am Regionalen Integrationskonzept Nordwest

Offener Brief an Busemann   HANNOVER. Protest-Post für Bernd Busemann (CDU): Niedersachsens Kultusminister erhält in diesen Tagen zwei offene Briefe von verärgerten Eltern. Es geht um die Kürzungen der Lehrerstunden an den Vollen Halbtagsschulen (VHTS) und bei dem so genannten „Regionalen Integrationskonzept Hannover-Nordwest“.         Die Kritik kommt von der breiten Basis: Die Schulelternräte von 24 Vollen Halbtagsschulen in Stadt und Region, der Stadtelternrat und der Regionselternrat wollen gegen die Sparmaßnahmen an den Vollen Halbtagsschulen vorgehen.          Die Kürzungen seien so massiv, dass die Schulen „ihrem pädagogischen Auftrag nicht mehr gerecht werden könnten“, heißt es in dem Brief. Die Folgen: Unterrichtsausfall, Klassen werden aufgeteilt oder zusammengelegt, AGs und Klassenfahrten fallen aus.      Hintergrund: Das Konzept der VHTS sieht eine bessere Lehrerversorgung und mehr Förderunterricht vor. In der Unterrichtszeit (bis mittags) kümmern sich nur ausgebildete Pädagogen um die Kinder. Durch die Stundenkürzung fürchten die Eltern, dass dieses Schulmodell demontiert werden soll. Auch die Sparmaßnahmen bei dem so genannten „Regionalen Integrationskonzept Hannover-Nordwest“ stößt auf heftige Kritik. Dieses Modell unterstützt und begleitet besonders benachteiligte Schüler in sozialen Brennpunkten. Das verhindere in vielen Fällen eine Überweisung in Förderschulen, so Richard Lochte vom Stadtelternrat. „Außerdem sinkt damit das Bildungsniveau weiter, und auf lange Sicht steigt die Jugendkriminalität. Dagegen wollen wir uns wehren.“ Die Eltern hoffen nun auf eine Antwort von Busemann. KaSch

 
StadtAnzeiger West . 30.12.2002 IGS Linden / Lehrer sollen bleiben

Die Integrierte Gesamtschule sorgt sich um ihr Integrationsmodell – etliche Pädagogen sind nur abgeordnet.   ...  Bislang sind diese Lehrer offiziell an verschiedenen Sonderschulen beschäftigt  und lediglich zum Dienst an der Gesamtschule „abgeordnet“. ... Derzeit besuchen die IGS 40 Kinder, die eine Körperbehinderung aufweisen  oder besondere Schwierigkeiten beim Lernen, im Sozialverhalten oder beim  Spracherwerb haben. Dank der besonderen Betreuung – das zeigt ein Blick in die Statistik – schaffen die meisten von ihnen wenigstens den Hauptschulabschluss >> mehr / >>Integration /  >>Schulen im Westen Hannovers

 
HAZ, 24.11.2002 Behindert ? Die sind doch völlig normal

Sie basteln gemeinsam, sie lernen gemeinsam – und  voneinander: Die Wilhelm-Schade-Schule schickt ihre geistig behinderten Schüler in mehrere Grundschulen der Stadt. Das Konzept zur Integration geht auf. ...   „Es kommt immer auf die einzelnen Kinder an, ob sie Kontakt zueinander aufnehmen“, sagt Sonderschullehrerin Helga Graff.  ...   Aber die insgesamt sechs Sonderschüler haben in der Grundschule auch noch einen eigenen Klassenraum für sich. ...    An diesem Tag wird auch in der 2a an Weihnachtsdekoration gebastelt. ...    Auch Sonderschullehrer Hans-Dieter Krull sieht in dem Modell nur Vorteile. Für die geistig behinderten Kinder bringe der Umgang mit den anderen Schülern sehr viele sprachliche Anregungen.   mehr ...

StadtAnzeiger West . 30.12.2002 IGS Linden / Lehrer sollen bleiben

Die Integrierte Gesamtschule sorgt sich um ihr Integrationsmodell – etliche Pädagogen sind nur abgeordnet.       Die Integrierte Gesamtschule Linden (IGS) will ihre sonderpädagogische Förderung langfristig sichern. Um einer möglichen Personalnot vorzubeugen,  möchte die IGS bei den niedersächsischen Schulbehörden erreichen, dass die sechs eingesetzten Sonderpädagogen eine feste Stelle in Linden bekommen.      Bislang sind diese Lehrer offiziell an verschiedenen Sonderschulen beschäftigt  und lediglich zum Dienst an der Gesamtschule „abgeordnet“. Ziel sei es, den  „status quo“ zu halten, sagt Erich Schuler, Rektor an der IGS. Rückendeckung  bekommt die Gesamtschule auch vom Bezirksrat Linden-Limmer: Das Stadtteilgremium hat in seiner vergangenen Sitzung beantragt, dass sich die Stadt für die gewünschte Stellenzuweisung stark macht. 
    Bei der bestehenden Konstellation wäre es prinzipiell möglich, dass die  zuständige Bezirksregierung die Lehrer nach Ablauf eines Schuljahres  zurückbeordert. Das könnte das Aus für das Integrationsmodell der IGS  bedeuten: Seit sechs Jahren werden Kinder mit besonderem Förderbedarf dort  gemeinsam mit den übrigen Schülern unterrichtet. Dafür stehen der Schule zusätzlich pro Jahrgang und Woche 25,5 Förderstunden zur Verfügung, die von Sonderschullehrern abgedeckt werden. 

    Derzeit besuchen die IGS 40 Kinder, die eine Körperbehinderung aufweisen  oder besondere Schwierigkeiten beim Lernen, im Sozialverhalten oder beim  Spracherwerb haben. Dank der besonderen Betreuung – das zeigt ein Blick in die Statistik – schaffen die meisten von ihnen wenigstens den Hauptschulabschluss.     jre    Veröffentlicht 30.12.2002 15:44 UHR

 
HAZ, 24.11.2002 Behindert ? Die sind doch völlig normal

DEs stört sich niemand aneinander": Der behinderte Arkadius hat seinen Grundschulelehrer Karl Azocar um Hilfe gebeten. Ufuk (links) wartet so lange ab, und Seda (rechts) ist mit ihrer eigenen Basteilei beschäftigt.
Sie basteln gemeinsam, sie lernen gemeinsam –und  voneinander: Die Wilhelm-Schade-Schule schickt ihre geistig behinderten Schüler in mehrere Grundschulen der Stadt. Das Konzept zur Integration geht auf. Ein Schulbesuch.  Seda ist stolz auf sich. „Ich habe Arkadius gezeigt, wie es geht.“ Der blasse Junge stanzt nun konzentriert einen Tannenbaum aus der grünen Pappe aus, während die siebenjährige Seda weiter an ihrem Pergamentbild arbeitet. Sie weiß, dass Arkadius mehr Hilfe als andere braucht, sie kennt ihn seit dem ersten    Schuljahr. Der Achtjährige und zwei weitere geistig behinderte Kinder, Darwin und Charlotte, nehmen täglich für mindestens zwei Stunden am Unterricht in der Klasse 2b der Grundschule Am Stöckener Bach teil. Drei weitere geistig behinderte Kinder besuchen die Klasse 2a.   Der neunjährige Turan hat zu seinem Mitschüler Arkadius allerdings ein zwiespältiges Verhältnis, denn der behinderte Junge kann auch ein richtiger Rabauke sein. „Manchmal ärgert er mich.“ Mit Darwin sei das ganz anders. „Das ist mein Freund. Der ärgert mich nicht“, stellt Turan fest – und beide strahlen. Mitschüler Ufuk sieht das Miteinander mit den behinderten Kindern einfacher. „Sie sind meistens nett. Manchmal leihen sie mir was aus, oder wir spielen zusammen Fußball.“ 
   „Es kommt immer auf die einzelnen Kinder an, ob sie Kontakt zueinander aufnehmen“, sagt Sonderschullehrerin Helga Graff. Meist laufe das „einfach so“.  In etlichen Fächern wie Sport, Musik, Kunst, Sachunterricht und bisher auch noch Mathe und Deutsch haben die Grundschüler und die Sonderschüler gemeinsamen Unterricht. „Im ersten Schuljahr konnten wir zusammen die Buchstaben lernen. Jetzt geht die Entwicklung der Kinder schon auseinander“, sagt Graff. Ihre eigenen Schüler seien noch mit einzelnen Worten und Silben beschäftigt, die Zweitklässler lesen bereits Geschichten. Das ist möglich, weil sich beim gemeinsamen Unterricht zwei Lehrer um die Kinder kümmern „Es stört sich niemand aneinander“, sagt der Klassenlehrer der 2b, Karl Azocar. In Mathe helfen die Grundschüler den behinderten Kindern, beim Basteln gebe es in beiden Gruppen Geschickte und Ungeschickte. 
   Aber die insgesamt sechs Sonderschüler haben in der Grundschule auch noch einen eigenen Klassenraum für sich. Dort richten Helga Graff und ihr Kollege Hans-Dieter Krull den Unterricht auf die Bedürfnisse ihrer Schüler aus. Die Inhalte aus den gemeinsamen Stunden mit den Grundschülern werden vorbereitet oder noch einmal geübt. Es gibt eine Küchenzeile, so dass Lehrer und Schüler ein gemeinsames Frühstück und Mittagessen vorbereiten können.  Dieses „lebenspraktische Lernen“ ist Standard in Sonderschulen – und die Klasse und ihre Lehrer gehören auch tatsächlich zur WIlhelm-Schade-Schule für geistig Behinderte, in der Grundschule sind sie zu Gast. Nach der vierten Klasse  wechseln die Kinder in das Gebäude der Sonderschule.
   An diesem Tag wird auch in der 2a an Weihnachtsdekoration gebastelt.  Klassenlehrerin Anne Höcker hat den Grundschülern morgens erzählt, dass  heute Journalisten zu Besuch kommen, die über die behinderten Kinder berichten wollen. „Die Schüler haben mich gefragt, wen ich denn meine. Sieempfinden ihre behinderten Mitschüler als normal“, sagt Höcker. Und damit sei ein wichtiges Ziel erreicht. In ihrer Klasse gebe es sehr viele Kinder zu  integrieren – die Schüler unterscheidet ihr kultureller Hintergrund, ihr Verhalten oder auch ihr Leistungsstand. „Es ist deshalb sehr angenehm, dass sich der Sonderschulkollege beim gemeinsamen Unterricht auch um unsere schwierigen Kinder kümmert.“
   Auch Sonderschullehrer Hans-Dieter Krull sieht in dem Modell nur Vorteile. Für die geistig behinderten Kinder bringe der Umgang mit den anderen Schülern sehr viele sprachliche Anregungen. „Und gerade die schwachen Grundschüler erleben, dass es immer auch andere gibt, denen sie helfen können.“ Krull zeigt Severin gerade, wie er Goldsterne für einen Adventskranz ausschneiden kann. Seyma, die heute neben Severin sitzt, guckt neugierig zu. Aber als die Siebenjährige Severin zeigen soll, wie es weitergeht, ziert sie sich. Krull nimmt das gelassen hin. „Sie mag gar keine Jungs, egal ob behindert oder nicht.“  Einen Bonus für Behinderte gibt es nicht. Auch das gehört zur Normalität dazu.   Bärbel Hilbig   Veröffentlicht 24.11.2002 17:59 UHR